So bringen Sie die Wechseljahre nicht ins Schwitzen!

Die Wechseljahre bringen nicht nur Hormonabfall und Hitzewallungen, sondern auch die Chance sich in der Lebensmitte neu zu erfinden. Mit diesen Tipps kommen Sie besser durch die Wechseljahre.

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Die Menpause ist das Ende der Fruchtbarkeit und der Anfang einer ganz neuen Lebensphase. llustration: istock

Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.

Das sagt ein chinesisches Sprichwort. Die Wechseljahre lassen sich gut als «Wind der Veränderung» begreifen. Denn obwohl wir wissen, dass die Menopause irgendwann kommt, trifft sie uns oft ganz unvorbereitet und bringt uns mächtig ins Schwitzen. Weil sie vorzeitig beginnt oder weil wir sie verdrängt haben oder weil sie ein Tabu ist. Die Wechseljahre sind immer noch ein Thema, über das zu wenig gesprochen wird. 

Dabei würde es vielen Frauen helfen, einfach mal über ihre Ängste zu sprechen und sich Tipps von anderen Frauen holen zu können. Wie war das eigentlich bei dir mit der Menopause, Mama? Was macht die beste Freundin gegen Hitzewallungen? Und was denkt der Gynäkologe über eine Hormontherapie?

Familienleben hat die wichtigsten Informationen rund um die Menopause für Sie aufbereitet und gibt Tipps, wie Sie gestärkt aus den Wechseljahren hervorgehen.

Wann die Wechseljahre beginnen und wie lange sie dauern

Mit welchem Alter die Wechseljahre beginnen, ist von Frau zu Frau verschieden. Laut der Schweizerischen Menopausegesellschaft setzen sie hierzulande im Bevölkerungsdurchschnitt mit 51 Jahren ein. Abweichungen von plus minus fünf Jahren sind dabei völlig normal. 

Ursachen einer vorzeitigen Menopause

Abhängig von der Krankheitsgeschichte und dem Lebensstil, kann die Menopause auch vorzeitig eintreten. Eine wissenschaftliche Auswertung der Studien vom Psychologischen Institut der Universität Zürich nennt folgende Ursachen:

  • Gebärmutter- oder Eierstockentfernung (ca. 6,6 Jahre früher) 
  • Endometriose 
  • regelmässiger Gebrauch von hormonellen Verhütungsmitteln
  • Hormontherapie 
  • Rauchen (ca. 1-2 Jahre früher) 
  • vegetarische Ernährung

Gewiss ist, dass der Zeitpunkt scheinbar nie der richtige ist. Und häufig findet die Menopause in einer Zeit statt, die Frauen und Familien ohnehin auf die Probe stellt: Kinder in der Pubertät, Karriere auf dem absteigenden Ast, Falten im Gesicht, Ehe in der Krise oder Eltern auf dem Weg in die Demenz. 

Zum Glück geben uns die Wechseljahre Zeit uns in dieser Zeit neu aufzustellen. Denn in der Regel haben sie eine Dauer von 10 bis 15 Jahren. 

Hormonabfall in den Wechseljahren

Die Wechseljahre, auch Klimakterium oder Menopause genannt, sind die Jahre im Leben einer Frau, in denen sich die Eierstockfunktion reduziert und die Fortpflanzungsfähigkeit erlischt. Weil der Körper weniger weibliche Geschlechtshormone wie Östrogen und Progesteron bildet, tritt der Eisprung unregelmässiger und seltener ein. Regelblutungen werden dadurch seltener. Die letzte Regelblutung leitet die Menopause ein. 

Dabei hat der Abfall des Östrogens Folgen, die nicht nur für die Fruchtbarkeit eine Rolle spielen. Häufig gehen auch hormonbedingte physische und psychische Beschwerden einher wie ein veränderter Stoffwechsel und damit häufig eine Gewichtszunahme oder ein verändertes Denken, Empfinden und Verhalten.

Die ersten Anzeichen der Wechseljahre

Bekannte Symptome der Menopause

  • Gewichtszunahme
  • Haarausfall
  • Gelenkschmerzen
  • Verstärkte Regelblutung
  • Zyklusstörungen
  • Herzrasen
  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Gemütsschwankungen
  • Nervosität    
  • Schlafstörungen
  • Erschöpfung
  • Scheidentrockenheit
  • Libidoverlust    
  • Blasenschwäche
  • Harnwegsinfektionen
  • Lustlosigkeit
  • Depression
  • Barthaare
  • Trockene Augen
  • Dünnhäutigkeit

Die Wechseljahre können, müssen aber nicht mit starken Beschwerden einhergehen. Laut der häufig zitierten Eindrittel-Regel leidet rund ein Drittel massiv unter den Symptomen der Menopause, während ebenso ein Drittel überhaupt keine Beschwerden hat. 

Die ersten Anzeichen der einsetzenden Wechseljahre sind oft sehr schwach. Die Brüste spannen ein wenig und man fühlt sich gereizt. Viele Frauen bemerken Sie gar nicht. In Schüben ergreifen Hitzewallungen den Körper und lassen uns ungewöhnlich stark schwitzen. Die Menstruation wird unregelmässig, mal stärker, mal schwächer, bis sie schliesslich ganz ausbleibt. Der Blick in den Spiegel zeigt mit den Jahren, dass die Haut trockener und weniger elastischer geworden ist, manchmal ist auch die Haarpracht dünner. Wir sind sichtlich gealtert. Und mit der Meopause ist es offiziell. 

Kein Wunder, dass die Wechseljahre mit ihren Symptomen einen schlechten Ruf haben und viele Frauen ängstigen. Doch sie bergen auch ihren ganz besonderen Reiz, die Rolle als Frau, Mutter oder Partnerin neu zu definieren.

Wechseljahre sind oft besser als ihr Ruf

Die Wechseljahre bilden oft eine Brücke von einer Lebensphase in die nächste. Kinder, die gefühlt gestern noch nachts ins Bett krochen, stürmen in die Pubertät und nabeln sich allmählich ab. Zurückblickend sehen wir also die Familienwelt mit ihrem trubeligen, oft auch chaotischen Alltag.

Von unserem derzeitigen Standpunkt aus, der Gegenwart, können wir uns vor Augen führen, was wir geschafft haben. Das Vergangene wird Früchte tragen, wenn es mit Liebe aufgebaut wurde – dieser Gedanke kann beim Loslassen enorm helfen. Denn jetzt verlässt das Leben nach und nach gewohnte Bahnen, denn die Wechseljahre sind – wie es der Name sagt – Jahre der Veränderung. Der Blick nach vorn auf die Zukunft zeigt neuen Spielraum. 

Und tatsächlich sind die Wechseljahre besser als ihr Ruf. Die australische  Professorin Lorraine Dennerstein hat 438 Frauen in den Wechseljahren beobachtet und stellte fest, dass die überwiegende Anzahl der Frauen den Wechseljahren positiv oder neutral eingestellt war. Der Stern zitiert eine amerikanische Erhebung, in der 51 Prozent die Jahre zwischen dem 50. und 65. Alter als glücklichste Lebenszeit nach der Kindheit betrachteten. 

Diese 5 Tipps bringen Sie besser durch die Wechseljahre

1 Das hilft gegen das Schwitzen

Die meisten Frauen ächzen am meisten unter den Hitzewallungen. Neben den altbekannten Tipps wie leichte Kleidung, kühle Räume oder gesunde Ernährung, raten immer mehr Gynäkologen bei grossem Leidensdruck zeitweise wieder zur Hormonersatztherapie. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine Hormonersatztherapie für Sie sinnvoll ist, natürlich auch über mögliche Nebenwirkungen. 

2 Gesunde Ernährung und Bewegung tut jetzt gut

Leider arbeitet der Fettstoffwechsel jetzt oft langsamer. Und ganz grundsätzlich braucht Ihr Körper während der Wechseljahre jetzt weniger Energie, weshalb viele Frauen zunehmen. Eine bewusste, ausgewogene Ernährung mit viel frischen Früchten und Gemüse, etwas Seefisch und Vollkornprodukten hilft jetzt gegen ungewollte Kilos, erklärt die Stiftung Warentest. Und neben dem körperlichen Fitnesseffekt hilft Sport jetzt auch der strauchelnden Seele. Mit Yoga, Pilates oder Meditation können Sie gezielt etwas gegen Stressgefühle, aber auch gegen Stimmungsschwankungen tun. 

3 Eine Portion Gleitgel, bitte

Während den Wechseljahren wird auch häufig die Scheide trockener. Sex kann unangenehm, sogar schmerzhaft werden. Ein Grund für den Arztbesuch muss das aber nicht sein, in der Regel reicht ein gutes Gleitgel.     

4 Verorten Sie sich neu

Im englischen Sprachgebrauch heissen die Wecheljahre auch «The chance». Denn jetzt, wo Kinder oft erwachsen sind und Karrierewege sich vielleicht schon entschieden haben, ist ein Rollenwechsel leichter möglich. Wer sind Sie? Was sind Ihre positiven Eigenschaften? Was machen Sie gerne? Was brauchen Sie? Wovon träumen Sie?
Aus der Erzieherin der Kinder wird vielleicht eine gute und geschätzte Zuhörerin. Aus der ehrgeizigen Karrieristin wird eine gute Mentorin. Aus der Tochter, die ihren Eltern nie alles recht machen wollte, wird eine wichtige Stütze. Und immer wieder kommt auch die Partnerschaft auf den Prüfstand. Ist sie stabil genug, um gemeinsam das weitere Leben zu planen und das Alter zu geniessen? Was lässt sich tun, um die Beziehung zu bereichern? Diese Fragen zu beantworten, kann natürlich unbequem sein, aber auch sehr heilsam.

5 Lernen Sie, Konflikte besser zu lösen

Unnötiger Streit verhagelt die Laune und vermiest das Leben. Welche grossen Konflikte bestimmen Ihr Leben? Und welche kleinen Konflikte stören jeden Tag aufs Neue? Jetzt ist Zeit, sich in der Fähigkeit zu üben, mit Problemen umzugehen. Eine Langzeitstudie der Harvard Universität ergab, vor allem enge Beziehungen, in denen wir uns gut aufgehoben fühlen, stärken die Psyche und stabilisieren den Hormonhaushalt.

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