Wie Sie Ihren Kindern den neuen Partner vorstellen

Eine glückliche Familie kann Alleinerziehenden auch mit einem neuen Partner gelingen

Wenn das Kind Vertrauen zum neuen Partner gewonnen hat, steht gemeinsamen Ausflügen nichts mehr im Weg.

Was aber, wenn aus dem Wunsch plötzlich Wirklichkeit wird und eine Mutter oder ein Vater ist tatsächlich verliebt? Klar ist, dass sich die neue Verliebtheit sehr von der ersten Phase in noch jüngeren Jahren unterscheidet. Damals war alles frisch und neu, das Herz unverbraucht, nicht enttäuscht und frei von Altlasten. Die Liebe war jung und aufregend.

Die Prioritäten haben sich im Laufe der Zeit gewandelt. An erster Stelle steht nun nicht mehr das persönliche Gefühlsleben und das Ausleben der eigenen Bedürfnisse, sondern die eigenen Kinder, welche gerade die Trennung der Eltern verarbeitet haben oder noch am verarbeiten, sind. Schon werden sie mit der nächsten Veränderung konfrontiert. Vor allem jüngere Kinder fassen dies erstmals als Schock auf, denn die meisten von ihnen träumen insgeheim noch immer davon, dass Mama und Papa wieder ein Paar werden.

Jüngere Kinder müssen langsam an die neuen Umstände herangeführt werden. Sie sollten ihnen von der Tatsache berichten. Besprechen Sie gemeinsam mit dem Kind, wie und wo das erste Treffen stattfinden soll. So wird nicht über das Kind entschieden, es fühlt sich wertgeschätzt und kann die neue Situation selbst mitbestimmen. Der neue Partner sollte auf keinen Fall sofort einziehen. Ausserdem sollten Aktivitäten auch ohne ihn auf dem Programm stehen. Ungeteilte Aufmerksamkeit ist für Kleinere enorm wichtig.

Ein erstes Treffen mit dem neuen Partner und den Kindern sollte ungezwungen sein

Vorteilhafter, vor allem für ältere Kinder, ist es, sobald der Partnerwunsch des Elternteils aufkommt, sie an das Thema heranzuführen. Denn der Grossteil des Nachwuchses kann nachvollziehen und verstehen, dass Mama oder Papa nicht alleine bleiben will. Hat sich der Wunsch nach einem neuen Partner realisiert, sollte ein ungezwungenes erstes Treffen beim Eislaufen oder Kino mit allen Beteiligten organisiert werden.

Der neue Partner und die Kinder können sich langsam annähern und auf lockere Art kennenlernen. Nichtsdestotrotz wäre es falsch, jeden möglichen Flirtpartner mit nach Hause zu bringen und den Kindern vorzustellen. Roswitha Birk-Becht rät Betroffenen, sich nicht vom neuen Partner unter Druck setzen zu lassen, sondern sich die Freiheit der Verliebtheit und Überprüfung zu gönnen und den Kindern die Zeit der Gewöhnung mit den neuen Veränderungen zu lassen.

Kinder haben feine Antennen und sind gute Beobachter. Teilweise mit Freude werden sie beobachten, wie die Mama hektisch vom Kleiderschrank zum Badezimmer rennt, nebenbei Schuhe anzieht, den Lippenstift aufträgt, in den Haaren rumfuchtelt und sich für die erste Verabredung vorbereitet. Sie sehen, es geht ihr besser, sie lacht wieder öfter und das Leben in der Familie ist allgemein wieder fröhlicher geworden, als direkt nach der Trennung. Zu diesem erfreulichen Zustand gesellt sich aber Angst. Durch das Auseinanderbrechen der Kernfamilie sind die Kinder empfindlicher und sensibler geworden. Sie sehnen sich vermehrt nach Sicherheit und sind nicht erfreut, die Aufmerksamkeit mit dem neuen Partner teilen zu müssen.

Die Angst der Kinder nehmen

Margret Schindler schreibt dazu: «Der Neue ist ein Konkurrent, der seine bisherige Position streitig macht. Plötzlich verändert sich wieder etwas, und Veränderung macht Angst. Das ist eine bekannte Tatsache.» Das Wichtigste in dieser Situation, als Mutter oder Vater, ist es den Kindern die nachvollziehbaren Ängste zu nehmen und eindeutig die Rangfolge zu klären: Du bist mein Kind, du stehst an erster Stelle, trotz des neuen Partners habe ich genügend Zeit für dich und bin für dich da.

Auf die Worte sollten Taten folgen! Genauso wie zwischen Paaren gezielt Unternehmungen ohne Kinder geplant werden, sollten auch Aktivitäten der Kernfamilie ohne den neuen Partner umgesetzt werden. Für das Kind ist der oder die Neue nichts als ein unbekannter Mensch, der plötzlich in sein Leben tritt. Die Beziehung zwischen beiden muss sich entwickeln und wachsen, hierzu braucht es Zeit und Geduld auf beiden Seiten. Ein Kind kann schnell begreifen, dass der oder die Neue nicht nur Konkurrent/in ist, sondern tatsächlich auch eine Bereicherung für das Familienleben sein kann. Klare Rollenverhältnisse begünstigen dies ungemein, wenn jeder der Beteiligten weiss was von ihm erwartet wird. Der neue Freund wird sich wesentlich lockerer mit dem pubertierenden Teenager abgeben können, wenn von ihm nicht verlangt, wird die die Vaterrolle zu übernehmen. Auch ein Kind fühlt sich mit der klaren Information besser: «Der Fred ist Mamas Freund, mit dem Papa hat das nichts zu tun. Der Papa wird immer dein Papa bleiben.»

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