Den Alltag in der Patchworkfamilie organisieren

Egal wie sich die neue Konstellation entwickeln wird, ob der neue Partner geliebt, gehasst oder einfach nur akzeptiert wird, weil er Mama glücklich macht, dieser Zustand ist nicht von Dauer. In einer Patchworkfamilie wird aufgrund der vielen Beteiligten und involvierten Personen immer mehr ausgehandelt werden müssen als in einer «normalen» Kernfamilie, da sich Modalitäten stets verändern.

Anfangs wird sich der neue Partner bei Besuchen galant aus der Erziehung raushalten. Denn dies ist eindeutig der Part des Elternteils. Je inniger die Beziehung zwischen Kind und dem Lebenspartner wird, desto intensiver wird dessen Einsatz und Verantwortung ausfallen. So rät Margarete Schindler, «wer kontinuierlich Verantwortung für die Kinder des Partners übernimmt, hat das Recht sich aktiv in die Erziehung einzumischen.»

Damit die Kinder sich nicht zum vorherrschenden Alltagsthema innerhalb der Beziehung entwickeln, schlägt die Therapeutin einen festen wöchentlichen Gesprächsaustausch der beiden Erwachsenen vor, bei dem die anfallenden pädagogischen Probleme geklärt und besprochen werden.

Im umgekehrten Fall, wenn die Beziehung ausschliesslich zwischen den beiden Erwachsenen verläuft, die Kinder und der Partner keinerlei Berührungspunkte haben, ist dies auch zu akzeptieren. Nur sollte dann dem Partner auch keinerlei Erziehungsbefugnis zugesprochen werden – die Erziehung ist dann alleiniger Part des Elternteils. Für die Kinder wäre es eine absolut unzumutbare Situation von einem Menschen, der sich sonst nicht kümmert, Anordnungen und Massregelungen zu empfangen.

Text: Natascha Mahle

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