Betreuung kranker Kinder: Angebote der Krankenkassen und Spitex

Krankenkassen bieten Hilfe bei der Betreuung kranker Kinder.

Einige Krankenkassen bieten Hilfe bei der Betreuung kranker Kinder. Foto: Wavebreak Media, Thinkstock

Krankenkassen Helsana und Swica mit guten Angeboten

Ob eine Krankenkasse Lösungen zur Kinderbetreuung bereit hält, ist aus der Versicherungspolice leider häufig nicht klar ersichtlich. Die beste Vorgehensweise ist, im Notfall sofort die 24 Stunden-Notfallnummer anzurufen, die auf der Rückseite der Versicherungskarte (Plastikkarte) aufgeführt ist.

Es besteht unter Umständen die Möglichkeit, über die Taggeldversicherung eine Haushalthilfe oder eine Kinderbetreuung zu bezahlen. Oft gibt es eine Wartefrist (Karenz), so dass die Taggeldversicherung nicht vom ersten Tag an einspringt.

KidsCare: Betreuerin kommt nach Hause

Bei der Krankenkasse Helsana und ihren Tochtergesellschaften Progrès, Sansan und Avanex ist in der Zusatzversicherung des versicherten Kindes die Dienstleistung KidsCare eingeschlossen. Sie ist ausschliesslich für Kinder von berufstätigen Eltern vorgesehen (bis 15 Jahre). Bei akuter Erkrankung oder einem Unfall des Kindes ist innerhalb von drei Stunden eine ausgebildete und erfahrene Person zur Stelle. Diese kümmert sich während der beruflichen Abwesenheit der Eltern um das Kind und unternimmt in Absprache mit den Eltern alles Notwendige, damit das Kind so rasch als möglich wieder gesund wird. Dazu gehören auch die Zubereitung von geeigneten Mahlzeiten, das Verabreichen der vom Arzt verordneten Medikamente oder der Transport von und zur Schule, zum Beispiel bei einem Gipsbein.

Je nach Spitalzusatzversicherung des betroffenen Kindes sind eine gewisse Anzahl Stunden KidsCare kostenlos: Für allgemein Versicherte (Hospital ECO) 30 Stunden pro Kalenderjahr, für halbprivat Versicherte (Hospital PLUS) 60 Stunden und für privat Versicherte (Hospital COMFORT) 90 Stunden pro Jahr. Wenn das Stundenguthaben ausgeschöpft ist, kann weiterhin von der Dienstleistung KidsCare Gebrauch gemacht werden, dann jedoch nicht mehr kostenlos.

Care Manager suchen Lösungen

Ein völlig anderes Angebot kennt die Krankenkasse Swica: die Care Manager. Care Manager können Lösungen finden, um Kinder über eine längere Zeit geeignet unterzubringen, bis die erkrankte Mutter wieder zu Hause ist. Oder eine ambulante Rehabilitation der Mutter organisieren, damit diese nicht länger als stundenweise von zu Hause weg ist. Care Manager übernehmen auch die Koordination mit anderen Sozialversicherungen oder helfen dem Patienten bei der Wiedereingliederung ins Arbeitsumfeld.

Die Swica sucht in solchen Situationen jeweils individuelle Lösungen (meistens mit Drittfinanzierern), um die Mehrbelastung der Familien abfedern zu können. Das heisst nicht, dass sich die Swica an jeder Lösung finanziell beteiligt. Oft genügt schon die Koordination von bereits bestehenden Hilfsangeboten oder die Vermittlung von Adressen mit geeigneten Hilfsangeboten.

Spitex und Kinderspitex

Die Spitex-Vereine sind lokal tätig, jeder Verein bietet unterschiedliche Dienstleistungen an. In grösseren Städten kann es mehrere Spitex-Vereine geben, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Auch hier gilt es, sich am Wohnort zu erkundigen, welche Möglichkeiten bestehen. Die Angebote reichen von Mahlzeitendienst über Haushaltführung bis hin zur kurzzeitigen Kinderbetreuung. Achtung: Die Spitex-Einsätze dauern zwischen einer Viertelstunde und einer Stunde. Sie kommen für eine tageweise Betreuung nicht in Frage.

In einigen Ortschaften wird eine Kinderspitex angeboten. Die Spitex pflegt und betreut nicht ausschliesslich ältere Personen. Sie pflegt auch akut erkrankte Kinder, Kinder nach Spitalentlassung oder chronisch kranke, behinderte und sterbende Kinder daheim in ihrem vertrauten Umfeld. Sie kann auch zum Einsatz kommen, wenn eine Mutter wegen Überlastung oder Erholungsbedürftigkeit ausfällt.

Autor: Daniela Schreiber, Quelle: Erschienen in EinElternForum 3/2011, herausgegeben von: Schweizerischer Verband alleinerziehender Mütter und Väter SVAMV, Caritas Bern, Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn, Verein frabina Beratungsstelle für Frauen und binationale Paare. www.einelternforum.ch

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