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Kindesunterhalt: Wie Alleinerziehende mit Kind über die Runden kommen

In der Schweiz steigt die Zahl der Scheidungen von Jahr zu Jahr. Nicht selten handelt es sich dabei um Paare mit Kindern. Doch wer garantiert für ausreichend Unterhalt, wenn Mama oder Papa plötzlich als Alleinerziehende den Alltag meistern? Für diesen Fall gilt im Zivilgesetzbuch eine eindeutige Regelung des Kindesunterhalts.

Kindesunterhalt: So kommen Sie über die Runden

Dank dem Kindesunterhalt ist das Kind bei einer Scheidung finanziell abgesichert! Foto: AleksandarNakic, Getty Images

Kinder sind in aller Regel die Leidtragenden, wenn sich Mama und Papa aus irgendeinem Grund plötzlich nichts mehr zu sagen haben. Schliesslich ist von einem Tag auf den anderen eine wichtige Bezugsperson nicht mehr da! Doch was wird aus der finanziellen Absicherung? Denn Mama gehört nun zu den etwa 17 Prozent Alleinerziehende, die in der Schweiz ihren Alltag als Berufstätige sowie Hausfrau oder Hausmann zugleich bewältigen müssen. Zum Glück hat das Zivilgesetzbuch hierfür eine akzeptable Regelung gefunden. Diese besagt, dass im Falle einer Scheidung der Ex-Partner Mitverantwortung für einen angemessenen Kindesunterhalt trägt.

Berechnungsgrundlage für den Kindesunterhalt

Die gesetzliche Regelung in der Schweiz besagt eindeutig, dass der zu leistende Unterhalt unabhängig von der elterlichen Sorge geleistet werden muss. In der Kindesunterhaltspflicht sind folgende Aspekte inbegriffen: Nahrungsmittel, Kleidung, Obdach, Pflege und Erziehung, wobei noch weitere Faktoren miteinfliessen. Durch den Unterhalt werden eventuellen Risiken vorgebeugt, die Betreuung des Kindes gesichert und eine angemessene Freizeit wie auch eine schulische und berufliche Ausbildung ausreichend abgesichert.

Im Zuge einer Scheidung wird die Unterhaltszahlung gegenüber dem leiblichen Kind vonseiten des Gerichts oder einem entsprechenden Unterhaltsvertrag festgelegt. Die Bemessungsgrundlagen unterliegen keiner festen Formel, sondern sind von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich. In aller Regel gehen Gerichte jedoch bei der Festlegung der Unterhaltszahlungen an das leibliche Kind vom entsprechenden Einkommen der Eltern aus. Unterhaltszahlungen müssen einerseits auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt werden, andererseits aber auch den Lebensverhältnissen sowie der Leistungsfähigkeit (Einkommen) der Eltern angepasst sein. Die Eltern sind dazu verpflichtet, finanzielle Sorge für ihr Kind zu tragen, bis es mündig ist und über eine ordentliche Ausbildung verfügt.

Kindesunterhalt: Berechnungsbeispiel

Das folgende Berechnungsbeispiel soll Ihnen einen kurzen Einblick zur Berechnungsgrundlage beim Kindesunterhalt in der Schweiz ermöglichen: Bei einem achtjährigen Kind betragen die laufenden Unterhaltskosten im Monat CHF 1‘945.-. Diese setzen sich aus folgenden Faktoren zusammen: Nahrungsmittel (CHF 330.-), Kleidung (CHF 115.-), Unterkunftskosten (CHF 370.-), alle weiteren Kosten (CHF 665.-), anfallende Kosten für die Pflege und Erziehung des Kindes (CHF 465.-). Um diese Grundbedürfnisse des Kindes angemessen absichern zu können, werden die jeweiligen Einkommen beider Elternteile hinzugezogen, wobei beide Einkommensverhältnisse gleichmässig belastet werden. Hierbei wird zwischen den beiden Faktoren Barbedarf (Zahlungs eines Geldbetrages) und Naturalbedarf (Bereitstellung einer Wohnung, Zahlung von Heizkosten an den Vermieter, Zahlung der Telefonrechnung, Kauf von Kleidern) des Kindes unterschieden. Das bedeutet in der Praxis, dass dem alleinerziehenden sorgeberechtigten Elternteil die Unterhaltsleistungen in naturaler Form angerechnet werden, wogegen der nicht sorgeberechtigte Elternteil durch finanzielle Zuwendungen herangezogen wird. Bei einem Kind werden zwischen 15 und 17 Prozent des monatlichen Einkommens für den Kindesunterhalt zur Grundlage gelegt, bei zwei Kindern sind es zwischen 25 und 27 Prozent und bei drei Kindern zwischen 30 und 35 Prozent.

Infobox: Weiterführende Links

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