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Kindesunterhalt: Wie Alleinerziehende mit Kind über die Runden kommen

Verliebt, verlobt, verheiratet - bis dass der Tod euch scheidet? Heute sind Scheidungen nichts Ungewöhnliches mehr. Nicht selten gehen aus einer festen Partnerschaft Kinder hervor, doch wie soll für ausreichend Unterhalt garantiert werden, wenn Mama oder Papa plötzlich als Alleinerziehende den Alltag meistern? Für diesen Fall wurde im Zivilgesetzbuch der Schweiz eine eindeutige Regelung des Kindesunterhalts getroffen, wodurch dem Kind ein angemessener Lebensstandard gewährleistet wird.

Kindesunterhalt: So kommen Sie über die Runden

Dank dem Kindesunterhalt ist das Kind bei einer Scheidung finanziell abgesichert! Foto: iStockphoto, Thinkstock

Kinder sind in aller Regel die Leidtragenden, wenn sich Mama und Papa aus irgendeinem Grund plötzlich nichts mehr zu sagen haben. Für sie bricht von diesem Moment an eine Welt zusammen und Ängste machen sich breit. Schliesslich ist von einem Tag auf den anderen eine wichtige Bezugsperson nicht mehr da! Doch was wird aus der finanziellen Absicherung, da Mama als Alleinerziehende nun zu den 80 Prozent der Mütter gehört, die in der Schweiz ihren Alltag als Berufstätige sowie Hausfrau zugleich bewältigen muss? Zum Glück hat das Zivilgesetzbuch hierfür eine akzeptable Regelung gefunden. Diese besagt, dass im Falle einer Scheidung der Ex-Partner Mitverantwortung für einen angemessenen Kindesunterhalt trägt.

Berechnungsgrundlage für den Kindesunterhalt

Die gesetzliche Regelung in der Schweiz besagt eindeutig, dass der zu leistende Unterhalt unabhängig von der elterlichen Sorge geleistet werden muss. In der Kindesunterhaltspflicht sind folgende Aspekte inbegriffen: Nahrungsmittel, Kleidung, Obdach, Pflege und Erziehung, wobei noch weitere Faktoren miteinfliessen. Durch den Unterhalt werden eventuellen Risiken abgedeckt, eine angemessene Freizeit wie auch eine schulische und berufliche Ausbildung ausreichend abgesichert.

Im Zuge einer Scheidung wird die Unterhaltszahlung gegenüber dem leiblichen Kind vonseiten des Gerichts oder einem entsprechenden Unterhaltsvertrag festgelegt. Die Bemessungsgrundlagen unterliegen keiner festen Formel, sondern sind von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich. In aller Regel gehen Gerichte jedoch bei der Festlegung der Unterhaltszahlungen an das leibliche Kind vom entsprechenden Einkommen der Eltern aus. So wird bei der eigentlichen Berechnung des infrage kommenden Unterhaltes für das leibliche Kind von den Empfehlungen des Amts für Jugend und Beratung im Kanton Zürich ausgegangen, da diese in der Schweiz am bekanntesten sowie verbreitetsten sind. Unterhaltszahlungen müssen einerseits auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt werden, andererseits aber auch den Lebensverhältnissen sowie der Leistungsfähigkeit (Einkommen) der Eltern angepasst sein. Die Eltern sind dazu verpflichtet, finanzielle Sorge für ihr Kind zu tragen, bis es mündig ist und über eine ordentliche Ausbildung verfügt.

Kindesunterhalt: Berechnungsbeispiel

Das folgende Berechnungsbeispiel soll Ihnen einen kurzen Einblick zur Berechnungsgrundlage beim Kindesunterhalt in der Schweiz ermöglichen: Bei einem achtjährigen Kind betragen die laufenden Unterhaltskosten im Monat CHF 1‘945.-. Diese setzen sich aus folgenden Faktoren zusammen: Nahrungsmittel (CHF 330.-), Kleidung (CHF 115.-), Unterkunftskosten (CHF 370.-), alle weiteren Kosten (CHF 665.-), anfallende Kosten für die Pflege und Erziehung des Kindes (CHF 465.-). Um diese Grundbedürfnisse des Kindes angemessen absichern zu können, werden die jeweiligen Einkommen beider Elternteile hinzugezogen, wobei beide Einkommensverhältnisse gleichmässig belastet werden. Hierbei wird zwischen den beiden Faktoren Barbedarf (Zahlungs eines Geldbetrages) und Naturalbedarf (Bereitstellung einer Wohnung, Zahlung von Heizkosten an den Vermieter, Zahlung der Telefonrechnung, Kauf von Kleidern) des Kindes unterschieden. Das bedeutet in der Praxis, dass dem alleinerziehenden sorgeberechtigten Elternteil die Unterhaltsleistungen in naturaler Form angerechnet werden, wogegen der nicht sorgeberechtigte Elternteil durch finanzielle Zuwendungen herangezogen wird. Bei einem Kind werden zwischen 15 und 17 Prozent des monatlichen Einkommens für den Kindesunterhalt zur Grundlage gelegt, bei zwei Kindern sind es zwischen 25 und 27 Prozent und bei drei Kindern zwischen 30 und 35 Prozent.

Infobox: Weiterführende Links

www.ch.ch

www.ejpd.admin.ch

 

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