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Der Auszug nach der Pubertät

Nach der Pubertät verstehen sich alleinerziehende Mütter und Töchter oft besser.

Wenn die Kinder nicht mehr zu Hause wohnen, verbessert sich oft der Kontakt zwischen Mutter und Kind. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Wenn die Kinder und Eltern den Absprung verpassen und die Kinder lange zu Hause leben, sei dies nicht gut, meint Breitler. «Junge Menschen, die einmal alleine gelebt haben sind nicht nur selbstständiger und haben sich persönlich entwickelt, sie sind auch wesentlich beziehungsfähiger. Sich vom Elternhaus direkt in eine Beziehung zu flüchten bedeute, seine Selbstständigkeit und Unabhängigkeit aufzugeben. Im besten Fall bedeutet die Ablösung von Zuhause Eigenständigkeit und eine positive Entwicklung aller Beteiligten, die ohne diesen Schritt nicht möglich wäre. Im schlechtesten Verlauf grenzen sich die Kinder so sehr ab, dass der Kontakt abbricht. Für die jungen Menschen ist es dann nötig, sich aus dem Konfliktfeld zu begeben, was gut ist.»

Die gute Nachricht in der Situation: Sobald das Gehirn ausgereift sei, was bei Frauen etwa mit zirka 22 Jahren und bei Männern mit etwa 25 Jahren der Fall sei, kämen sie wieder zurück, erklärt Breitler. Gluckenhaftes Verhalten, Druck auf die Kinder zu machen oder gar einen Rausschmiss empfiehlt die Fachärztin alleinerziehenden Müttern nicht.

Tipps der Fachfrau für alleinerziehende Mütter zur Pubertät

  • Sich mit dem Thema Ablösung schon früh befassen.
  • Hobbys und Interessen auch während der Erziehungsarbeit zulassen.
  • Freundeskreis und soziale Kontakte schaffen und pflegen.
  • Nicht allzu viel Verständnis in der Kommunikation erwarten, denn dies ist wegen der konträren Vorgänge gegenseitig kaum möglich.
  • Differenzen als normal und lebensnotwendig für die Umstellung ansehen und nicht schuldhaft verarbeiten.
  • Die bestehende Partnerschaft neu definieren.
  • Weiterhin zur Verfügung stehen, wenn auch aus der Distanz.

Mehr über Dr. Veronika Breitler-Voigt, Spezialärztin für Psychiatrie, Psychoanalyse und Familientherapie in St. Gallen, erfahren Sie unter www.drbreitler.ch

Autor: Rosmarie Lutz, Quelle: Erschienen in EinElternForum 1/2012, herausgegeben von: Schweizerischer Verband alleinerziehender Mütter und Väter SVAMV, Caritas Bern, Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn, Verein frabina Beratungsstelle für Frauen und binationale Paare. www.einelternforum.ch

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