Wie Scheidungskinder die Trennung ihrer Eltern meistern

Scheidungskinder müssen nicht zwangsläufig unglücklich sein. Aber es kommt sehr wohl darauf an, wie sich die Trennung der Eltern darstellt und welche Stellung das Kind dabei einnimmt. Oft ist eine Scheidung unumgänglich und Kinder können besser damit umgehen, als man denkt.

Scheidungskinder: Verhaltensstörungen sind selten

Mit der richtigen moralischen Unterstützung kommen die Scheidungskinder gut über die Trennung der Eltern hinweg! Foto: Stockbyte, Thinkstock

Wenn die Eltern keine Einheit mehr bilden, ist es für das Kind besser, klare Verhältnisse zu haben. Ein ständig streitendes Ehepaar belastet Kinder oft mehr als eine Trennung. Streitigkeiten zwischen den Partner dürfen allerdings nicht auf dem Rücken des Kindes ausgetragen werden!

Nicht an einer zerrütteten Ehe festhalten

Nur wegen der Kinder darf man an einer zerrütteten Ehe nicht festhalten. Die Atmosphäre wäre Gift für die Kleinen und die Entwicklung würde nicht sorgenfrei über die Bühne gehen. Wichtiger ist es, die Kinder auch während der Trennungsphase zu unterstützen, ihnen Trost und Hilfe zu geben und das Gefühl, nie allein zu sein. Auch Scheidungskinder können ihre Wut und Verzweiflung kontrolliert durchleben. Dabei ist es wichtig, dass die Kinder immer ein stabiles Umfeld erleben. Harmonie und Zuverlässigkeit ist durch nichts zu ersetzen.

Die heile Familie gibt es nicht

Lange Zeit wurde vermutet, dass Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten bei Scheidungskindern an der Tagesordnung wären. Aber dem ist nicht so, denn eine «heile» Familie gibt es auch sonst nicht. Auch wenn beide Elternteile da sind, läuft nicht alles zur Zufriedenheit. Studien zeigen, dass Kinder nicht in einer heilen Welt aufwachsen müssen, vielmehr ist entscheidend, ob die Familienstruktur passt und die Qualität der Beziehungen zwischen Elternteil und Kind beide Seiten befriedigt. Wenn dies der Fall ist, dann können sich Kinder durchaus gut entwickeln und zu stabilen Persönlichkeiten werden.

Ängste der Kinder niemals ignorieren

Trotzdem sollte man die Auswirkungen einer Scheidung nicht ignorieren und gut auf die Wünsche der Kinder eingehen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass mehr als die Hälfte aller Scheidungskinder unter einer Trennung leiden. Man sollte verstärkt auf Symptome wie zum Beispiel Schlafstörungen, Kontaktängste oder einen akuten Leistungsabfall, achten. In manchen Fällen ist auch Hilfe notwendig, eine Therapie oder Einzelgespräche in Anspruch zu nehmen. Meist werden die Kosten sogar von den Krankenkassen übernommen und man kann mit finanzieller und psychischer Unterstützung rechnen.

Beziehungen dürfen nicht zerstört werden

Das Kind hat einen dramatischen Einschnitt ins Leben zu verkraften, nicht selten steht ein Schulwechsel an und die vertraute Umgebung muss aufgegeben werden. Materielle Einschränkungen der Kleinen sind vielleicht noch zu verkraften, aber die neuen Partner der Eltern müssen erst einmal akzeptiert werden und neues Vertrauen muss aufgebaut werden. Viele Kinder beziehen die Trennung der Elternteile auf sich, was mit Wut, Trauer, Scham und Verlustangst einhergeht.

Viele Eltern machen den Fehler, dass sie ihren Ärger und ihre Wut auf die Kinder übertragen. Leider wird dabei allzu oft vergessen, dass die Kleinen Mama und Papa beide liebhaben und gar nicht verstehen, was da passiert. Manche Eltern erwarten sogar, dass die Kinder Partei ergreifen, verstärken damit aber den psychischen Druck nur noch mehr. Einige Scheidungskinder reagieren mit Aggressivität, erst recht, wenn ein «Rosenkrieg» geführt wird. Eltern sollten daher immer ein realistisches Bild vom Ex-Partner zeichnen, mit diesem weitgehend zusammenarbeiten und die Kinder gemeinsam erziehen. Auch ist es wichtig, dass Verabredungen eingehalten werden. Wenn Papa immer am Dienstag zum Fussballspiel gekommen ist, sollte er dies auch in Zukunft tun. Nur wenn sich beide Partner bemühen, ein soziales Beziehungsnetz zu schaffen, wird ein problemloses Heranreifen der Kinder gelingen. Die Grosseltern sollten natürlich immer mit einbezogen werden, schliesslich bleiben auch die Eltern des Ex-Partners für die Kleinen Oma und Opa.
 

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