Alleinerziehende: Massnahmen gegen Kinderarmut

Einelternfamilien und ihre Kinder sind besonders von Armut betroffen. Um sie zu schützen, braucht es zum einen Massnahmen, welche die Integration der Alleinerziehenden ins Erwerbsleben fördern. Diese allein reichen jedoch nicht aus. Denn alleinerziehende Eltern, die ihre Familie ausschliesslich aus eigener Kraft durchbringen müssen, sind in der Regel gezwungen, Vollzeit berufstätig zu sein. Die Kinder brauchen aber nicht nur eine Ernährerin oder einen Ernährer, sondern ebenso Familienzeit. Der finanzielle Beitrag des andern Elters oder ein Ersatz ist deshalb unabdingbar. Der SVAMV engagiert sich nicht nur für berufliche Sicherheit für Alleinerziehende - zum Beispiel mit der Bildungssite www.vision4you – sondern fordert zudem spezifische Massnahmen, um die Unterhaltsbeiträge für die Kinder zu sichern.

Konkret schlägt der Verband vor

  • im Bundesrecht Mindestunterhaltsbeiträge in der Höhe der einfachen Waisenrente festzulegen für alle Kinder, die - aus welchem Grund auch immer – bei einem Elter aufwachsen
  • Familien-Ergänzungsleistungen für Alimentenpflichtige mit schwacher Finanzkraft einzuführen, damit sie sich nicht aus ihrer elterlichen Unterhaltspflicht verabschieden müssen
  • gesamtschweizerische Regeln und Standards für die Alimentenhilfe festzulegen, damit sie das Recht des Kindes auf Unterhaltsbeiträge wirksam schützt und die Erwerbsarbeit der Alleinerziehenden fördert statt wie heute behindert
  • Kinderalimente nicht zu besteuern, damit diese ungeschmälert für den Lebensunterhalt des Kindes - dem sie von Gesetzes wegen auch gehören - zur Verfügung stehen, und um negative Anreize für die Erwerbstätigkeit zu beseitigen.

 

Text: Anna Hausherr, Zentralsekretärin SVAMV

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