Qualität in der Kinderbetreuung sichern

Frühkindliche Bildung soll sich an dem orientieren, was Kinder brauchen.

Der Orientierungsrahmen soll die Krippen nicht verschulen. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Die Prinzipien und Hinweise für die Praxis sollen Fachpersonen in der Kinderbetreuung sowie Trägerschaften, kommunalen und kantonalen Behörden als Orientierung dienen. Damit möchten das Netzwerk Kinderbetreuung und die UNESCO-Kommission die Qualität in der Kinderbetreuung sichern.

Denn die Grundlagenstudie zu frühkindlicher Bildung bescheinigte der Schweiz im Jahr 2009 keine guten Noten. Besonders grosse Lücken stellte die Studie damals bei der Sicherung der pädagogischen Qualität familienergänzender Betreuungsangebote, bei der Förderung benachteiligter Kinder sowie bei der internationalen Anschlussfähigkeit der Schweiz fest. Die Schweizerische UNESCO-Kommission, welche die Studie in Auftrag gab, erklärte, dass familienergänzende Betreuung nicht nur Familienersatz sei sowie Pflege und Hüten umfasse, sondern auch mit Förderung und Engagement verbunden sei.

Die Autorinnen des Orientierungsrahmens sind davon überzeugt, dass frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung, bei entsprechend guter Qualität, die Chancengleichheit verbessern kann. «Sie kann Kinder mit unterschiedlichen individuellen und sozialen Voraussetzungen darin unterstützen, ihren Weg in die Gesellschaft zu finden und ihr persönliches Potential zu entfalten», schreiben sie.

Der neue Orientierungsrahmen ist rechtlich nicht bindend. Miriam Wetter schätzt aber, dass er sich durchsetzen wird: «Wir haben bereits ein grosses Interesse und ein Bedürfnis in der wissenschaftlichen Debatte und in der Praxis festgestellt.» In den nächsten beiden Jahren soll er in verschiedenen Projekten erprobt werden. Unter den interessierten Partnern für die Anwendung sind unter anderem die Kantone Zürich, Bern und Zug, die Städte Luzern, Winterthur und Zürich sowie der Verband der Tagesfamilien. Zwei Höhere Fachschulen sind bereit, den Orientierungsplan in die Ausbildung der Betreuenden einzugliedern. Zudem wird allen Interessierten eine Weiterbildung angeboten.

Weitere Informationen zum Orientierungsplan

Autor: Angela Zimmerling am 24. Mai 2012

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