Unterschiedliche Lehrpläne im Kindergarten

Die zweijährige Vorschule soll bald obligatorisch werden.

Das HarmoS-Konkordat fordert ein einheitliches Vorschulobligatorium für alle Kantone bis 2015. Foto: © Ewa Rejmer | Dreamstime.com

Noch unterscheiden sich die Lehrpläne von Kanton zu Kanton. Das soll sich ändern. Alle Kantone, die sich der «Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule» (HarmoS-Konkordat) angeschlossen haben, wollen spätestens mit Beginn des Schuljahres 2015/2016 ein zweijähriges Vorschulobligatorium mit einheitlichen Zielen und Inhalten einführen.

Die Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen (EKFF) hat auf diesen grossen Unterschied zwischen der Mutterschaftsversicherung in der Schweiz und der Elternzeit in anderen Ländern aufmerksam gemacht. Im Oktober 2010 stellte sie einen umfassenden Bericht zur Elternzeit vor. Die Mutterschaftsversicherung und der in einzelnen Firmen gewährte Vaterschaftsurlaub ist aus familienpolitischer Sicht nach Ansicht der EKFF völlig ungenügend, um das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu lösen.

«Die Deutschschweizer Kantone entwickeln zusammen den Lehrplan 21, der auch Lernziele für den Kindergarten beinhaltet. Er soll ab 2014 vorliegen», erklärt Andrea Z'graggen, Fachreferentin beim Informations- und Dokumentationszentrum der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren. «Der Plan d'études romand für die Westschweiz liegt bereits vor; er wird ab Schuljahr 2011/2012 rollend eingeführt. Auch der Kanton Tessin wird seinen Lehrplan aktualisieren.»

Grundsätzlich gilt: Kinder sollen gemäss ihres Entwicklungsstandes und ihrer Bedürfnisse gefördert werden. Eine Leistungsberurteilung gibt es nicht. Spiel und Spass, Lernen mit allen Sinnen in der Gemeinschaft stehen nach wie vor im Kindergarten im Vordergrund. «Spielen und Lernen sind für Kinder unzertrennbar miteinander verknüpft, denn sie lernen im Spiel», heisst es im Lehrplan Kindergarten des Kantons Luzern.

Und so merkt Emma gar nicht, wie viel sie beim Geruchsspiel lernt: Abwarten, bis sie an der Reihe ist. Düfte unterscheiden. Wie eine Zwiebel riecht. Und was eine Vanillestange ist.

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Text: Sigrid Schulze

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