Was Pflegekinder brauchen

Pflegekinder haben normale Probleme wie alle anderen Kinder auch. Aber sie haben auch andere Bedürfnisse als ein Kind, das im sicheren Bezugsrahmen seiner eigenen Familie aufwächst. Es ist ein Kind auf Zeit und muss sich in verschiedenen Welten bewegen. Das kann Auswirkungen auf das Urvertrauen und seine Entwicklung haben.

Was Pflegekinder brauchen

  • Zugehörigkeit und Sicherheit
  • Liebe, Verständnis und Geborgenheit
  • Bezugpersonen
  • Freiheit im Ausdruck der Gefühle und Hilfe bei deren Bewältigung
  • Anregungen für Lernprozesse, Unterstützung und Anerkennung
  • Ernährung und Gesunderhaltung
  • Körperkontakt und Pflege
  • Subtiler Umgang mit Fragen der Sexualität
  • Kleidung und Spielsachen
  • Platz zum Bewegen und Spielen

Die Konfrontation mit Trennung, Verlust, Neuorientierung und Anpassung stellt hohe Anforderungen an die Kinder. Manche Pflegkinder sind zudem seelisch verletzte Kinder, die besonders viel Aufmerksamkeit, Zuwendung, Geduld und Auseinandersetzung benötigen. «Ein Heilungsprozess ist manchmal nur mit begleitenden Therapien möglich», heisst es bei der Pflegekinder-Aktion Zürich. Umso gravierender, dass diese Kinder kein Mitspracherecht darüber eingeräumt wird, was mit ihnen geschieht.

Der richtige Platz

Für Pflegekinder ist es von grosser Bedeutung, dass sie an den richtigen Platz kommen und dass sie dort so lange wie möglich bleiben können. Deshalb wird ein möglicher Pflegeplatz sorgfältig abgeklärt. Wenn die Abklärung positiv ist, kommt man auf die Liste der abgeklärten Pflegeplätze. Da das Pflegekinderwesen kommunal und nur in wenigen Fällen kantonal organisiert ist, kann es aber sehr lange dauern, bis ein Kind dann tatsächlich platziert wird. Die Bewilligung wird erst dann erfolgen, wenn das Amt, eine Beiständin, ein Vormund oder die Eltern des Kindes selbst das Kind an diesen Pflegeplatz in Pflege geben wollen.

Falls die Gemeindeverwaltung oder der Sozialdienst nichts mit dem Angebot, ein Pflegekind aufzunehmen, anfangen kann, kann die Pflegekinderaktion weiterhelfen. Diese haben Adressen von regionalen Projekten, die immer wieder geeignete Plätze für Kinder suchen.

Voraussetzungen für Pflegefamilien

  • Freude am Zusammenleben mit Kindern und in der Lage sein, für ihre Belange einzutreten
  • Genug Raum für ein (weiteres) Kind haben
  • Die Partnerschaft sollte stabil sein
  • Die gesamte Familie sollte bereite sein, mit einem Kind aus fremdem Lebensumfeld leben zu wollen
  • Pflegekinder haben ein Recht auf Umgang mit ihrer Herkunftsfamilie
  • Grund- und Ausbildungskurs besuchen, bzw. Fortbildung und gegebenenfalls Supervision
  • Bereitschaft, mit Fachpersonen zusammenzuarbeiten
  • Geordnete finanzielle Verhältnisse
  • Gesund und belastbar

Detaillierte Beschreibung der Rechte und Pflichten der Pflegeeltern.

Viele Tipps, Infos und Ratgeber wie auch Kurse zu Pflegeverhältnissen können über eins nicht hinwegtäuschen: Es gibt keine Gelinggarantie für Pflegeverhältnisse. Viele Pflegeverhältnisse scheitern und werden abgebrochen. Insbesondere als schwierig erweist sich die Pubertät, hier liegt der Anteil aufgrund einer älteren Studie überdurchschnittlich hoch. Aber auch hier fehlen konkrete Zahlen, Statistiken gibt es keine.

Doch vielfach glücken auch die Beziehungen zwischen Pflegekindern und ihren Pflegeeltern. Viele Pflegekinder sehen die Pflegefamilie als ihre Eltern an, weil sie die gesamte Palette der Elternrolle übernehmen. Diese Bindungen halten ein Leben lang.

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