Sicherheit im Internet und in sozialen Netzwerken

Fotos von Babys nur passwortgeschützt ins Internet stellen.

Je mehr Fotos und persönliche Daten wie Name oder Adresse von Babys im Internet sind, desto gefährlicher wird es.

Damit Fremde nichts von der Entwicklung Ihres Sohnes mitbekommen, sondern nur diejenigen, die es wirklich etwas angeht, hat Maria* auf Facebook vor der Geburt, allen Personen, die nicht zu ihren wirklichen Freunden gehören, die Freundschaft gekündigt. Nun sind alle Fotos und Informationen nur für Freunde sichtbar. Maria hat auf ihrem Facebook-Profil ein Fotoalbum von Ihrem Sohn Tim* angelegt. Da ist der Kleine zu sehen, wie er das Köpfchen halten kann, wie er seinen ersten Brei testet oder wie er mit dem Urgrossvater spielt.

«Das Album auf Facebook ist ein Friedensangebot und Kompromiss», sagt Maria. Ein Friedensangebot an alle Freunde, die gern an Tims Leben teilhaben wollen, für die Maria aber nicht genug Zeit hat, um persönlich auf deren Nachfragen zu antworten. Ein Kompromiss für Maria und ihren Mann, die ihren Sohn nun online und «öffentlich im kleinen Kreis» präsentieren, anstatt ein klassisches Fotoalbum anzulegen.

Ob sie besorgt sei, dass Fotos über ihren Sohn online sind? Nein, sagt Maria, sie sei nicht besorgt. Sicher könnten die Fotos und Nachrichten von Aussenstehenden gehackt werden. «Doch ich denke, dass diese kaum kommerziell nutzbar sind. Ich denke, da wären meine online Bankdaten sehr viel interessanter und meine verwendete E-Mailadresse auf Facebook ist eine anonyme Spamadresse.»

Was mit Fotos im Netz passiert

Was mit Fotos im Internet passieren kann, erklärt Medienpsychologe Daniel Süss: «Grundsätzlich kann jedes Bild und jede Information, die man ins Netz gestellt hat, irgendwann in einem völlig anderen Kontext wieder auftauchen und von Dritten verwendet werden, ohne dass man davon erfährt.» Es gebe Bilder-Datenbanken, die zum Beispiel Fotos von Babys, die nicht durch Copyright geschützt wurden, anbieten. Wenn die Fotos noch mit Namen oder anderen persönlichen Daten versehen seien, könnten andere Kinder später die Kinder und deren Babyfotos im Internet verspotten. Im Fachjargon heisst das Cyberbullying.

Je mehr persönliche Angaben preisgegeben werden, desto eher können sie zu einem Gesamtbild verknüpft werden. Pädophile nutzen das aus. Sie können Kindern leicht vortäuschen, dass sie es persönlich kennen. Daniel Süss gibt ein Beipiel: Ein Erwachsener könnte vortäuschen, dass er «zusammen in den Kindergarten oder zur Schule gegangen ist oder in der Nachbarschaft gewohnt hat, obwohl dieses Wissen nur aus zusammen gesuchten Informationen konstruiert wurde.» Im schlimmsten Fall kommt es zur sexuellen Belästigung. «Sind die Kinder auf den Fotos geografisch lokalisierbar, sind sie auch physisch in Gefahr», warnt Eliane Schmid, Informationsverantwortliche des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten.

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter