Tipps für Eltern im Umgang mit Baby-Fotos im Internet

Soziale Netzwerke wie Facebook sichern sich nach Aussage von Schmid zudem Rechte am geistigen Eigentum aller Daten, welche die Nutzer in ihre Profile speisen. So verliere man die Herrschaft über die persönlichen Daten sehr schnell. «Die Naivität im Umgang mit persönlichen Daten ist zum Teil erschreckend gross, obwohl verschiedene Vorfälle von Mobbing und Stalking in den letzten Jahren unsere Warnungen bestätigen und beweisen, dass im Internet-Alltag eine gesunde Portion Misstrauen Pflicht ist», sagt Schmid. Gerade Eltern hätten auch diesbezüglich eine besondere Verantwortung ihren Kindern gegenüber. Sie empfiehlt, nur im abgeschlossenen, passwortgeschützten Rahmen persönliche Dinge wie Fotos für Freunde online zu stellen.

«Man sollte sich immer fragen, was mit den Daten angestellt werden könnte, wenn eine Person sie verwendet, die einem schlecht gesinnt ist oder die kommerzielle oder kriminelle Interessen verfolgen würde», ergänzt Medienpsychologe Daniel Süss.

AVG-Chef J.R. Smith, der die Studie zu den Onlineprofilen von Babys und Kleinkindern 2010 in Auftrag gegeben hatte, rät Eltern in einer Meldung der Agentur «Business Wire» ausserdem, sich folgende Frage zu stellen: «Welche Art digitalen Fussabdruck wollen Sie für Ihre Kinder erstellen, und was werden sie in Zukunft von den Informationen halten, die Sie hochladen?»

Tylers Mutter kann sie schon jetzt beantworten: «Ich denke oder hoffe nicht, dass Tyler sich später dafür schämen wird. Ich setzte ja nur schöne und keine peinlichen Bilder von ihm ins Internet. Ich habe auch nicht vor, die Homepage bis ins Teenageralter fortzusetzen. Das wäre ihm vor seinen Freunden sicherlich peinlich, aber Baby- und Kinderfotos findet doch jeder süss.» Auch auf die mögliche Frage ihres Sohnes, warum sie seine Privatsphäre online sichtbar gemacht habe, hätte sie bereits eine Antwort parat: «Ich würde ihm sagen, dass ich diese Homepage eine schöne Idee fand, um die weiter entfernte Familie mit den neusten Bildern und Fortschritten auf dem Laufenden zu halten.» Ausserdem sehe sie selber die Homepage immer wieder gerne an und habe zudem alle Bilder Monat für Monat im Überblick. Später möchte sie die Homepage mit ihrem Sohn gemeinsam ansehen.

Was Tyler von seinen öffentlichen Babyfotos selbst hält, kann er noch nicht sagen. Vielleicht wird er stolz auf die süssen Fotos sein, vielleicht aber verärgert, weil auch Fremde Zugriff auf seine Homepage hatten.

*Namen von der Redaktion geändert.

Text: Angela Zimmerling

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