Was mit persönlichen Daten in Social Networks passieren kann

Viele Jugendliche haben im Internet ein Profil auf einem sozialen Netzwerk.

Auf einem Social Network im Internet tauschen Jugendliche Neuigkeiten aus. Foto: ©iStockphoto.com/Miroslav Georgijevic

«Grundsätzlich können jedes Bild und jede Information, die man ins Netz gestellt hat, irgendwann in einem völlig anderen Kontext wieder auftauchen und von Dritten verwendet werden, ohne dass man davon erfährt», erklärt Medienpsychologe Daniel Süss (Mehr dazu im Artikel «Baby-Fotos im Internet»). Ein leichtfertiger Umgang mit den privaten Angaben und deren Weitergabe an virtuelle Freunde kann gefährlich werden. Denn nicht immer verbergen sich hinter virtuellen Freunden Menschen, die es gut mit einem meinen. Für Betrüger ist es einfach «in Besitz von Informationen zu gelangen, die einem das Gegenüber in einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht vielleicht nicht mitteilen würde», warnt der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) Hanspeter Thür auf seiner Webseite. Er hat die Risiken der sozialen Netzwerke auf seiner Internetseite aufgelistet, die wir zusammenfassend hier wiedergeben.

Daten bleiben immer erhalten

Informationen und Fotos, die einmal ins Internet gestellt werden, bleiben immer erhalten. Denn selbst wer nach einiger Zeit sein Onlineprofil löscht, kann nicht sicher sein, dass nicht vielleicht ein anderer zuvor schon sein Profil heruntergeladen und die Daten auf seinem PC gespeichert hat. Zudem ist es fast unmöglich alle Daten zu löschen, die man auch auf anderen Seiten, anderen Profilen des Netzwerkes hinterlassen hat. Das Internet kennt kein Vergessen.

Arbeitsweise der Anbieter ist nicht bekannt

Wie die Anbieter der Social Networks mit den persönlichen Daten ihrer User umgehen, ist häufig nicht bekannt. Sie speichern schliesslich nicht nur die eingegebenen Informationen der Nutzer, sondern auch Metadaten wie Verweildauer und grobe geografische Herkunft der IP-Adresse. «Personen- und Metadaten zusammen können ausführliche Persönlichkeitsprofile ergeben, deren Verkauf grosse Gewinne abwerfen dürfte», schreibt der EDÖB

Einstellen von Fotos ist mit Risiken verbunden

Auf vielen Social Network-Plattformen ist es üblich, die Personen auf den Fotos mit Namen zu kennzeichnen. Eine Gesichtserkennungs-Software ermöglicht, diese Personen auch auf Fotos zu identifizieren, auf denen sie lieber anonym bleiben wollen. So kann problemlos das Foto auf einer Firmenwebseite mit dem Foto und dem Lebenslauf auf dem Facebook-Profil in Verbindung gebracht werden.

Zu einem Problem kann auch die automatische Wiedererkennung von Merkmalen im Hintergrund von Fotos werden. Das sogenannte CBIR ermöglicht, dass zum Beispiel eine Person, die sich vor ihrem Wohnhaus fotografieren lässt, lokalisiert werden kann. Nämlich dann, wenn das Haus im Hintergrund mit einer Adresse in Verbindung gebracht werden kann.

Datenschutz für Dritte ist nicht gegeben

Wer ein Profil auf Social Networks erstellt, vernetzt sich mit Freunden. Das kann durch Verlinkungen mit Profilen, E-Mail-Adressen oder Fotos passieren. Auch Personen, die nicht Mitglieder des Netzwerkes sind, werden so vernetzt, ohne, dass deren Erlaubnis eingeholt werden muss. Problematisch kann zum Beispiel das Abgleichen von Telefonadressbüchern sein. So kann das Adressbuch des Mobilfunkgerätes mit Facebook synchronisiert werden. Alle Daten aus dem Adressbuch werden dafür auf dem Social Network gespeichert ohne, dass Dritte davon erfahren.

Daten können missbraucht werden

Die persönlichen Daten im Internet sind keineswegs sicher. Sicherheitslücken können von Hackern ausgenutzt werden, um an die Informationen der Nutzer zu kommen. Zudem können sich Betrüger mit einem erfundenen Namen registrieren und vernetzen. Mittels Phishing-Attacken versuchen sie wichtige Zugangsdaten zum Beispiel zu Bank-Accounts zu erhalten. Zudem besteht die Gefahr, dass die Posteingänge der Nutzer mit Spam-Nachrichten überhäuft werden.

Das Registrieren unter falschem Namen kann auch dazu genutzt werden, einer Person zu schaden. So können sich Schüler anonym über einen anderen leicht lächerlich machen. Bekannt ist das Phänomen unter Cyberbullying. Ebenso problematisch ist das Cyberstalking, das Verfolgen und Belästigen einer Person im Internet. Das kann zudem zu sexueller Belästigung führen.

Ausserdem können Jugendliche im Namen einer anderen Person ein Profil eröffnen und böswillige Nachrichten verbreiten. Es wird von Identitätsdiebstahl gesprochen.

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