So schützen Sie die Privatsphäre in Social Networks

Fotos von Jugendlichen sind oft im Internet zu finden.

Wer auf seinem Facebook-Profil Fotos veröffentlicht, sollte nicht die Namen der Personen dazuschreiben. Foto: ©iStockphoto.com/FineCollection

Die wichtigsten Tipps im Überblick

  • Pseudonyme wählen
  • Nur Freunden Zugriff auf das Profil gestatten
  • Keine heiklen Inhalte veröffentlichen
  • Keine Daten von Dritten hochladen
  • Verschiedene Passwörter und Logins benutzen
  • Datenschutzrichtlinien der Anbieter überprüfen

Eine gesunde Portion Misstrauen

«Die Naivität im Umgang mit persönlichen Daten ist zum Teil erschreckend gross, obwohl verschiedene Vorfälle von Mobbing und Stalking in den letzten Jahren unsere Warnungen bestätigen und beweisen, dass im Internet-Alltag eine gesunde Portion Misstrauen Pflicht ist», sagt Eliane Schmid, Informationsverantwortliche des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten.

Ihre Daten sollten daher nur einem beschränkten Personenkreis, nämlich Ihren Freunden, zugänglich sein. Legen Sie in den Einstellungen fest, wer Ihre Seite sehen darf. Fremden Personen sollte kein Zutritt zum Profil gegeben werden. Kinder sollten gut überlegen, mit wem sie sich vernetzen.

Überlegen Sie genau, welche persönlichen Daten Sie oder Ihr Kind angeben wollen. Es ist auch möglich, sich unter einem Pseudonym anzumelden. Am besten ist es, so wenig wie möglich private Daten anzugeben.

Informieren Sie sich auch über die Datenschutzrichtlinien der Anbieter. Hat der Anbieter ein Datenschutz- und –sicherheitsgütesiegel?

Wie Sie die Privatsphäre Optionen aktivieren können, erfahren Sie im Video.

Keine heiklen Informationen veröffentlichen

«Man sollte nur ins Netz stellen, was man ohne schlechtes Gefühl auch im Schulhaus an die öffentliche Wand hängen würde. Bilder, die nur für den engsten Freundeskreis bestimmt sind, Fotos von Partys, auf denen jemand betrunken, in einer peinlichen Situation oder leicht bekleidet ist, gehören sicher nicht auf eine solche Site», sagt Medienpsychologe Daniel Süss (mehr dazu im Interview mit Daniel Süss).

Die Schweizerische Kriminalprävention gibt dazu den Tipp, einmal über eine Suchmaschine herauszufinden, welche Angaben von einem selbst oder dem Kind bereits im Internet veröffentlicht wurden. Dazu können Sie zum Beispiel bei Google oder 123people.ch Namen, E-Mail-Adresse oder die besuchte Schule eingeben. Es ist manchmal erstaunlich, in welchem Kontext Bilder oder private Daten wieder auftauchen. Schauen Sie sich die Ergebnisse gemeinsam mit ihren Kindern an und fragen Sie, ob es Ihrem Kind angenehm wäre, wenn diese Daten auch im Schulhaus aushängen würden oder ein zukünftiger Arbeitgeber lesen würde.

Kinder sollten wissen, dass sie nicht ungefragt Fotos und Informationen von anderen hochladen können. Das Markieren von Personen auf Fotos sollte gar nicht oder nur mit Erlaubnis der auf dem Foto zu sehenden Personen erfolgen.


 

Text: Angela Zimmerling, April 2011

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