Don't Trust: Pädophile im Kinder- und Jugendchatroom

Don't Trust: Pädophile im Jugendchat

Schnell wird aus einer unschuldigen Romanze eine Katastrophe für die junge Annie. Bild: Film «Trust - Blindes Vertrauen» (2010) von David Schwimmer, © Millennium Media

Dann kann es so gehen, wie David Schwimmer es in seinem Film «Trust» (2010) anhand der 14-jährigen Annie Cameron schildert. Das Mädchen lernt im Chat einen angeblich 16-jährigen Jungen namens Charlie kennen. Sie glaubt an eine Seelenverwandtschaft. Doch als sie ihn trifft, entpuppt sich der angebliche junge Mann aber als 40-Jähriger. Trotz ihrer Erschütterung lässt sich das gutgläubige Mädchen von Charlie einlullen. Er bringt sie in ein Motel, wo er Annie anschliessend vergewaltigt. Aber Annie glaubt immer noch, dass Charlie sie liebt, sucht Kontakt zu ihm, den er nicht mehr will. Erst nach und nach begreift sie, dass sie für ihn nur ein Spielzeug war, und dass er es auf ihre Unschuld abgesehen hatte. Eine Einsicht, die für sie zu spät kommt.

Sicherheitsregeln für Kinder im Internet

Teenager halten sich viel auf Chatportalen, Facebook und Co. auf. Heute verfügen die meisten Kinder und Jugendlichen auch über Smartphones mit Internetzugang, so dass sie auch ohne die Kontrolle oder die Erlaubnis ihrer Eltern auf diesen Seiten surfen können. Um die Gefahr zu verringern, dass Ihr Kind Opfer eines Pädophilen wird, machen Sie es mit den Internet-Sicherheitsregeln bekannt. Diese finden Sie hier.

 

Die Anonymität des Internets erleichtert es Pädophilen, an vertrauensselige Kinder und Jugendliche heranzukommen. Sie geben sich, wie im Film geschildert, als Gleichaltrige aus, missbrauchen das Vertrauen und die Unerfahrenheit ihrer Opfer. Singlebörsen und Kinderchatrooms sind ein gefundenes Fressen für Pädophile. Dass dies nicht nur im Film so ist, zeigt die Dokumentation «Gefährliche Freundschaften – Internetfalle für Kinder» von Manfred Karremann, die am 11. Oktober 2013 auf ZDF ausgestrahlt wurde. Karremann meldet sich bei knuddels.de als neunjähriges Mädchen an. «Nach ein paar Minuten hatten sich schon zehn, zwanzig Leute mit zweifelhaften Absichten gemeldet», erklärt der Filmemacher, der bekannt für seine Recherchen im pädosexuellen Milieu ist.

Auch zu elf Polizeibeamten, die sich hier als Kinder und Jungendliche zwischen 9 und 15 Jahren ausgaben, wurde schnell von vermeintlichen Jugendlichen Kontakt aufgenommen. «Die meisten geben sich als Kinder oder Jugendliche aus und altern dann sehr schnell - so wie im Film.» Und nicht selten würden im Chat eindeutige Forderungen gestellt. «Es gab nicht wenige, die gleich 'Hi, wie geht's? Zieh' die Hose aus!' schrieben», sagt Karremann.

Machen Sie sich und Ihren Kindern die Gefahren im Internet bewusst!

Die Gefahren im Internet müssen als solche für Kinder und Jugendliche enttarnt werden. Wenn sich an dieser Stelle jemand fragt, wie das gehen soll, hier die Antwort: über Aufklärung. Kinder müssen auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden. Deswegen sollten Eltern sich über dieses Thema informieren. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass Sie Ihrem Kind den Umgang mit dem Internet nicht verbieten können, geschweige denn, dass Sie stets prüfen können, was Ihr Kind im Internet macht. Das wäre kontraproduktiv und ermutigt Kinder und Jugendliche nicht gerade dazu, mit ihren Eltern über eventuelle Vorfälle im Chat oder auf Facebook zu sprechen.

Was Sie prüfen können, ist, dass Internetseiten wie Kinderchats oder ähnliches auf den Jugendschutz hinweisen. Natürlich kann kein Portal zu 100 Prozent garantieren, dass es nur echte User gibt. Gerade deswegen ist es wichtig, dass davor gewarnt, dass es Fake-Profile geben kann. Die Teenager-Singlebörse ersteliebe.ch warnt beispielsweise nicht davor, was sehr fahrlässig ist.

Zudem ist es sehr wichtig, dass Sie Ihrem Kind in einem vernünftigen Gespräch klarmachen, welche Konsequenzen es haben kann, wenn man Fremden oder Freuden im Internet persönliche Daten preisgibt oder (Nackt-)Fotos an diese vermeintlichen Freunde schickt. Im Fall Amanda Todd verfolgte sie das Bild, das der Fremde im Netz verbreitet hatte, überall hin, so dass sie kein normales Leben mehr führen konnte. So etwas wünscht man keinem Kind, und schon gar nicht dem eigenen. Deswegen sollte jeder sein Möglichstes tun, um Kinder und Jugendliche vor solch grauenhaften Erfahrungen zu schützen.

Autor: Katharina Kehler
 

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