Chaos oder aufgeräumt: Regeln helfen

aufgeräumt mit Kinder

Kinder brauchen ihren Platz zum Spielen. Bild: BananaStock-Thinkstock

So viel Chaos darf sein

Sinnvoll ist es, im Familienrat zu besprechen, wo gespielt werden darf. Nur im Kinderzimmer – oder auch im Wohnzimmer? Dabei ist zu berücksichtigen, dass Kinder gerne da spielen, wo die Eltern in der Nähe sind. Wann wird das Kinderzimmer wieder aufgeräumt, wann werden andere Räume wieder in Ordnung gebracht? Regeln tun gut. So könnte zum Beispiel vereinbart werden: Die Spielsachen im Kinderzimmer werden einmal pro Woche sortiert, im Wohnzimmer muss dagegen jeden Abend aufgeräumt werden.

Klar, dass Ausnahmen die Regel bestätigen dürfen. Sicher würde es einem Kind das Herz brechen, die tolle Konstruktion aus Bauklötzen, die am Nachmittag gebaut hat, am Abend wieder einreissen zu müssen – vor allem dann, wenn das Projekt am nächsten Tag fortgesetzt werden soll. Wenn sich allerdings keiner mehr für den Turm interessiert, ist die Zeit gekommen, die Klötze zurück in die Kiste zu werfen. Zurück bleibt ein Foto des Turms samt Erbauer als Andenken.

Halbwegs aufgeräumt ist besser als gar nicht aufgeräumt

Perfekte Ordnung kann von Kindern nicht erwartet werden. Mit dem Satz «Räum jetzt mal endlich auf!» sind Kinder in der Regel überfordert. Kindergartenkinder können allenfalls beim Aufräumen ein bisschen mithelfen. Auch Primarschulkindern fällt es schwer, Ordnung zu schaffen. Da kann es sinnvoll sein, in der Nähe zu bleiben und mit sanftem Nachdruck und ein paar Hinweisen weiter zu helfen. Grundsätzlich gilt: Halbwegs aufgeräumt ist besser als gar nicht aufgeräumt. Wer sein Kind motivieren will, Dinge zu sortieren, erkennt seine Bemühungen an, anstatt hervorzuheben, was noch nicht gelungen ist.

Oft allerdings halten sich Kinder nicht an die vorgegebene Ordnung – sie haben ganz andere Vorstellungen, welches Spielzeug an welche Stelle gehört. «Kinder haben durchaus Ordnungssinn», sagt Dr. Ulrich Herrmann, emeritierter Professor für Pädagogik in Tübingen. «Sie schaffen sich aber eine eigene Ordnung!» Zumindest in einem Teil ihres eigenen Zimmers sollten Kinder die Möglichkeit haben, ihre eigenen Ordnungsvorstellungen zu entwickeln. Die Erfahrung lehrt: Kinder finden viel wieder – vorausgesetzt, die Erwachsene räumen ihre Sachen nicht weg.

Schnell aufgeräumt:

  • Spielzeugkisten anschaffen: Spielzeugkisten erleichtern das Aufräumen. Mit Hilfe von Aufklebern können die Kinder erkennen, welches Spielzeug in welche Kiste gehört.
  • Spielzeug ausmisten: Das grösste Chaos entsteht in überfüllten Zimmern. Sinnvoll ist es deshalb, mit dem Kind zusammen regelmässig auszumisten. Womit seit Monaten nicht gespielt wurde, kann für eine Zeit in den Keller wandern. An langweiligen Tagen kann es dann wieder neu entdeckt werden. Was grundsätzlich uninteressant ist, lässt sich verschenken oder verkaufen.
  • Spielerisch vorgehen: Aufräumen muss keine ernste Angelegenheit sein! Wenn sich alle vorstellen, das Zimmer sei ein Heissluftballon, der zu sinken droht, weil er überladen ist, macht das Aufräumen mehr Spass!

Buchtipp zum Aufräumen

Aufräumen? Mach ich morgen! Geschichten von Monty Maulwurf. Von Susanne Mais und Greta Carolat. Arena-Verlag.

 

Autor: Sigrid Schulze

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