Gewaltfreie Erziehung

Auch wenn das Schlagen eines Kindes heute nicht mehr akzeptiert ist, gibt es in einigen Familien keine gewaltfreie Erziehung. Dies zeigen nach Angaben der Stiftung Kinderschutz Schweiz Untersuchungen, die ergeben haben, dass Kinder noch immer am häufigsten mit einer Ohrfeige bestraft werden.

«Körperstrafen sind keine wirksamen Erziehungsmittel, auch wenn sie einer erwachsenen Person kurzfristig dazu dienen mögen, sich durchzusetzen», heisst es bei der Stiftung Kinderschutz Schweiz. Wenn Kinder und Jugendliche innerhalb der Familie seelische und körperliche Gewalt erleben, ist dies tragisch, denn die Familie sollte ein Schutzraum sein. Es ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche Liebe, Fürsorge und Unterstützung erfahren sollten. Negative Erlebnisse schaden der Entwicklung. Betroffene Kinder haben oft mit längerfristigen Auswirkungen zu kämpfen: depressive Verstimmungen, Vertrauensverlust, geringes Selbstbewusstsein, und im schlimmsten Fall kommt ein selbstschädigendes Verhalten wie Essstörungen oder Drogenmissbrauch hinzu.

Eltern sollten bei der Kindererziehung auf ihren gesunden Menschenverstand hören. Eine Erziehung, die dem Kind keine Grenzen aufzeigt, ist ebenso wenig sinnvoll wie eine Pädagogik, die absoluten Gehorsam voraussetzt. Kinder verkraften einen Wutschrei des Vaters, wenn sie seine Nerven überstrapazieren. Ebenso verkraftet ein Jugendlicher ein elterliches Verbot die «Party des Jahres» besuchen zu dürfen, weil er sich vorher unverschämt und ausfallend verhalten hat. Eltern sollen oder müssen sogar auf nicht akzeptables Verhalten ihrer Kinder reagieren. Nur so können Werte und soziales Verhalten vermittelt werden.

Positive Erziehung

Als Richtschnur gilt eine Methode aus der Erziehungswissenschaft, die positive Erziehung genannt wird. Kinder und Jugendliche sollen durch positive Reaktionen der Eltern oder Erzieher zu erwünschtem Verhalten animiert werden. Diese positive Erziehung verfolgt fünf Grundprinzipien:

  1. Für eine sichere und interessante Umgebung sorgen
  2. Kinder zum Lernen anregen
  3. Konsequentes Verhalten
  4. Angemessene Erwartungen
  5. Die eigenen Bedürfnisse nicht vernachlässigen

 

Manche Eltern sind in der Kindererziehung aus unterschiedlichsten Gründen überfordert. Ist dies der Fall, gibt es zahlreiche Stellen, die kostenlos helfend und unterstützend zur Seite stehen. Es ist keine Bankrotterklärung als Mutter oder Vater versagt zu haben, sondern ein positives Eingeständnis: Ich habe momentan Schwierigkeiten. Dies möchte ich ändern und suche meiner Familie und mir zuliebe Hilfe.

Erste Ansprechpartner sind Jugendämter und Erziehungsberatungsstellen vor Ort oder auch der Kinderarzt.

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