Gewaltfreie Kommunikation im Alltag

Im Fokus steht die Sensibilisierung für die Kommunikation im Familienleben. Wie sprechen wir miteinander? Wie werden Wünsche formuliert? Wie zeigen wir, wenn uns was nicht passt? Wie streiten wir? Negative Kommunikation kann sehr leicht umgewandelt und positiv verändert werden. Die Gewaltfreie Kommunikation setzt dabei auf

  • Beobachtung,
  • Gefühl,
  • Bedürfnis und die
  • Bitte.

Das Beispiel verdeutlicht wie diese Erkenntnisse im Alltag praktisch umgesetzt werden können:

Die Mutter kommt nach Hause. Die Arbeitsfläche in der Küche ist belagert: Kaffeepulver, Zuckerdose, Milch, Kekse und gebrauchte Tassen. Sie reagiert verärgert und blafft ihre Tochter an: «Wie kann man nur so stinkfaul und egoistisch sein? Du warst den ganzen Tag zuhause und jetzt soll ich nach dem Arbeiten noch deine Sachen wegräumen!» Die Tochter wird ebenfalls sauer: «Du bist keine fünf Minuten hier und schon gehst du mir auf die Nerven.» Und schon ist ein Streit im Gange, zwei Wölfe beissen sich ineinander fest und verletzen sich durch die Aussagen nur gegenseitig.

So kann die Situation verändert und verbessert werden

Im ersten Schritt stellt die Mutter die Situation fest - eine unordentliche Küche (Beobachtung). Darüber ist sie verärgert (Gefühl). Sie möchte es nach dem Arbeiten gemütlich haben, in einer unordentlichen Wohnung fühlt sie sich nicht wohl (Bedürfnis). Mit dieser Feststellung tritt sie an die Tochter heran: «Die Küche ist unordentlich. Wenn ich nach Hause komme, habe ich es gerne sauber, sonst fühle ich mich nicht wohl. Kannst du das bitte wegräumen?»

Beispiele für Gewaltfreie Kommunikation im Alltag

Das Kind kritzelt auf der ungelesenen Tageszeitung. Falsch: «Musst du jetzt wieder meine Zeitung vermalen?» Richtig: «Mal bitte nicht auf meiner Zeitung, die will ich noch lesen. Mal doch lieber auf deinem Zeichenblock.» Anregung: Anstatt zu sagen, was eine Person nicht tun soll, ist es besser zu sagen, was diese Person machen kann.

Die Ehefrau hat ein berufliches Projekt verbockt und ist deprimiert. Der Partner gibt Tipps, was sie hätte besser machen sollen. Darauf reagiert sie so: Falsch: «Sei doch nicht immer so besserwisserisch.» Richtig: «Bitte lass uns nicht darüber reden, wie ich es hätte machen können. Sondern nimm mich einfach in den Arm!» Anregung: Es ist besser klar zu kommunizieren und einer Person zu sagen, was sie tun soll, anstatt zu sagen, was sie nicht machen soll.

Gewaltfreie Kommunikation ist nicht nur ein Versuch die Erziehung der Kinder positiv und wertschätzend anzugehen, sondern auch eine Möglichkeit für Paare, besser zu kommunizieren und so den anderen verstehen lernen. Auch im Berufsleben wird Gewaltfreie Kommunikation angewendet, Mitarbeiter und Führungskräfte werden in Trainings und Coachings darin fit gemacht.

Diese Methode ist ein Versuch und bietet die Chance sich mit der eigenen Kommunikation auseinanderzusetzen. Dennoch ist es kein Allheilmittel, privat wie beruflich ist und wird jeder mit Menschen konfrontiert, bei denen die Chemie nicht stimmt. Sich mit diesen Gegenübern auseinanderzusetzen ist ein Balanceakt. Gewaltfreie Kommunikation kann helfen.

Text: Natascha Mahle

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