Regeln und Grenzen vermitteln

1. Erwünschtes Verhalten beachten:

Wenn Kinder das Erwünschte tun, beachten und anerkennen wir es. Wir zeigen unsere Wertschätzung, indem wir bemerken, wenn sich das Kind kooperationsbereit gezeigt hat oder seine Pflichten erfüllt. So merken sie, dass dies die «richtigen» Verhaltensregeln sind.

Man könnte zum Beispiel dann, wenn ein Kind zufrieden und ruhig spielt, sagen: «Es freut mich, dich so zufrieden spielen zu sehen.» Statt erst dann zu reagieren, wenn das Kind quengelt und gelangweilt an unserem Bein hängt.

Sätze wie folgende drücken unsere Wertschätzung aus: «Ich habe bemerkt, dass du die Fische ohne Aufforderung gefüttert hast.»– «Ich habe gesehen, wie du selber die Idee gehabt hast, mit deinem Bruder abzuwechseln.» – «Ich erlebte dich gestern als sehr hilfsbereit, als du deiner Schwester in die Rollschuhe geholfen hast.» Oft reicht auch ein Lächeln, ein freundlicher Augenkontakt oder Nicken. Ebenso können wir das Kind umarmen oder auf die Schultern klopfen.

Manchmal sind es auch die kleinen Verhaltensänderungen, die wir beachten müssen. Denn Verbesserungen brauchen Zeit. So ist es oft unerlässlich, eine Forderung in kleine Teilschritte aufzuteilen: Zum Beispiel nur die Legosteine aufräumen, statt das ganze Zimmer. Oder die Hose selber anziehen, statt alle Kleider. Alle Bemühungen oder Fortschritte sollen anerkannt werden.

2. Vorbild:

Wir können den Kindern Regeln und richtiges Verhalten vorleben. Denn ein Kind lernt vor allem auch durch Nachahmung, also vom Vorbild der Erziehenden. Dieses hat einen grösseren Einfluss als wir ahnen. Das Kind beobachtet, ob wir rücksichtsvoll über andere Menschen sprechen. Oder wie schnell wir zu einer (Not)lüge greifen und die Wahrheit verdrehen.

In einer ermutigenden Atmosphäre, in der Eltern Kindern mit Respekt begegnen und sie ernst nehmen, werden die Grenzen der Eltern eher akzeptiert. Kinder nehmen ihre Eltern zum Vorbild und respektieren sie und ihre Bedürfnisse ebenso.

3. Welt erklären:

Mit der Entwicklung des Verstandes wird ein Kind auch offen für Erklärungen, weshalb es etwas darf oder nicht. Wenn wir mit dem Kind sprechen und ihm die «Welt erklären», können wir ihm helfen, sich darin zurecht zu finden.

4. Tagesstruktur und Rituale:

Wir können dem Kind eine Tagesstruktur und Rituale vorgeben: Für ein Kind ist es sehr hilfreich, wenn es gewisse Dinge immer wieder machen kann. Wenn wir den Tagesablauf planen und zum Beispiel fixe Essenszeiten einhalten, kann sich ein Kind daran orientieren und sich darauf verlassen. Wenn vor der Gutenachtgeschichte die Zähne geputzt werden, dann gehört das dazu und war schon immer so. Etwas, das immer gleich abläuft, wird viel weniger in Frage gestellt.

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