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Wenn das Kind in den Kindergarten kommt

Zu den Flügeln…

Ihr Kind kommt in den Kindergarten – der Ablösungsprozess von Zuhause hat nun definitiv begonnen. Am leichtesten merken Sie dies bei Schimpfworten, beim Lügen und Stehlen. Seien Sie nicht zu sehr besorgt: Dies ist typisch in dieser Altersgruppe. Kinder ahmen alles nach, was andere tun. Sie erweitern die eigenen Grenzen und merken jetzt, dass man andere bewusst täuschen kann. Es ist wichtig, dass Eltern die Gründe für dieses Verhalten kennen. Genauso wichtig ist es aber, möglichst rasch und bestimmt darauf zu reagieren.

Kommt Ihr Kind in die Schule, gehören Hausaufgaben und ein volles Freizeitprogramm zur Tagesordnung. Lassen Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, seine eigenen Erfahrungen zu machen. Dann etwa, wenn es seine Hausaufgaben schludrig macht. Die Konfrontation mit der Lehrperson kann eine wichtige Erfahrung sein. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht ständig unter Stress steht – 1 bis 2 fixe Freizeitaktivitäten, etwa Sport und Musikunterricht, sind genug.

Der Medienkonsum sollte nicht mehr als 1 Stunde täglich dauern. Halten Sie sich an folgende Regel: Sie als Eltern bestimmen, was, wann und wie lange Ihr Kind am Bildschirm konsumiert. Übrigens: Ab und zu ein bisschen Langeweile ist gesund!

Kinder mitbestimmen lassen

Lassen Sie Ihr Kind eine wichtige Rolle im Familienleben einnehmen. Dazu gehört, dass es bei Entscheidungen mitbestimmen darf. So wird sein Engagement grösser, auch etwas zum Familienwohl beizusteuern.

Für eine positive Eltern- Kind-Beziehung sind folgende Punkte förderlich:

  • Zeigen Sie ein echtes Interesse an seiner Welt:
    Was machst du? Warum gefällt dir das? Wen magst du? Hören Sie gut zu, fragen Sie nach und teilen Sie auch Ihre Meinung mit.
  • Unterstützen Sie es beim Probleme lösen:
    Bieten Sie Ihre Hilfe an, finden Sie gemeinsam nach Lösungen, ermutigen Sie Ihr Kind zur Selbstständigkeit.
  • Treffen Sie verbindliche Abmachungen:
    Halten Sie (schriftlich) fest, welche Regeln wofür gelten und welche Konsequenzen bei Nichteinhaltung folgen.

Blick in die Zukunft

Bald schon beginnt die Pubertät, die zweite Trotzphase. Noch einmal geht es darum, die eigenen Grenzen auszuloten und zu erweitern. Die Pubertät kann hohe Wellen schlagen, oder auch ganz ruhig dahinplätschern. Bleiben Sie in jedem Fall an Ihrem Kind dran, halten Sie die Beziehung zu ihm aufrecht und lassen Sie zugleich langsam los. Machen Sie Ihrem Kind Folgendes klar: Mehr Freiheiten bedeuten auch mehr Pflichten. Auf dass es seine Flügel ausbreite und fliegen lerne.

Text: Sarah Renold

 

Zur Autorin

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Sarah Renold ist pädagogische Psychologin. Sie arbeitet als selbständige Erziehungsberaterin und Coach von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie ist Mitglied des Beobachter Erziehungsberatungs- Teams. Sarah Renold ist verheiratet und hat zwei Kinder. www.sarahrenold.ch

 

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