Facebook Pixel

Hinfallen und wieder aufstehen: Auch Scheitern will gelernt sein

Kinder probieren gern neue Dinge aus und lernen ständig dazu. Zu diesem Lernprozess gehört aber auch, dass sie hin und wieder bei gewissen Aufgaben scheitern. Daher müssen sie lernen, mit Fehlern besser umzugehen. Wie Sie Ihren Kindern beibringen, sich nicht vom Ziel abbringen zu lassen.

Kinder müssen lernen, auf gesunde Weise mit Misserfolgen umzugehen.

Um Kindern beizubringen, wie sie mit ihren Misserfolgen umgehen sollen, gibt es einfache Schritte. Bild: LumiNola, Getty Images

Manche Dinge gelingen nicht beim ersten Anlauf und das ist auch völlig normal. Manchmal aber gelingen sie auch nicht beim zweiten oder dritten Anlauf. Es treten dann negative Gefühle auf, die Kinder verlieren womöglich die Lust am Lernen und Ausprobieren oder aber zweifeln an sich selbst. Hier ist es umso wichtiger, dass Eltern ihren Kindern beibringen, mit negativen Emotionen wie Frust und Angst umzugehen.

Die Sichtweise ist entscheidend

Die Lösung besteht darin, zunächst die Weise zu ändern, in der Sie einen Fehler sehen. Was ist ein Fehler? Wenn man ohne Gefühle über sie nachdenkt, tun sie nicht weh. Ohne Emotionen sind Fehler oder Misserfolge nichts anderes als Feedback. Mit diesen Schritten können wir die Art, wie unsere Kinder Fehler sehen, mildern und schliesslich ändern. So wird nicht nur ihr Selbstbewusstsein gestärkt, sondern sie lernen, später auch noch als Erwachsene gesund mit Fehlschlägen umzugehen.

Vier Schritte, Fehler und Misserfolge zu bewältigen

1. Emotionen nicht gewinnen lassen

Es kann schon mal Tränen, Wut, Frustration, Traurigkeit und sogar Verzweiflung geben. Vielleicht wird Ihr Kind auch keine Lust mehr haben, einen weiteren Anlauf zu wagen. Lasst all diese Emotionen gerne zu. Doch trotzdem ist es wichtig, dass Kinder lernen, das Ziel vor Augen zu behalten und die Chance zu erkennen, dass man es noch erreichen kann. Somit lernen sie auch, Durchhaltevermögen zu haben, und beweisen Willenskraft. Wer nicht aufgibt, gewinnt Vertrauen in sich und ist umso mehr froh, wenn das Ziel doch noch beim weiteren Mal erreicht wird.

2. Misserfolge feiern

So albern das auch scheinen mag, es funktioniert wirklich. Dies ist etwas, was Blair Singer in einigen seiner Arbeiten zum Umgang mit Misserfolgen lehrt. In dem Moment, in dem Sie die Misserfolge feiern, als wären sie Gewinne, ändern Sie die Art und Weise, wie sich ein Misserfolg anfühlt. Werfen Sie also Ihre Hände in die Luft und feiern Sie, als hätten Sie gewonnen. So ändern Sie die Art und Weise, wie Sie Fehler wahrnehmen. Dies wird Ihr Kind wahrscheinlich verwirren. Wenn ja, ist das grossartig. Es wird genug Raum für Emotionen geschaffen, um den nächsten Schritt umzusetzen.

3. Nach vorne schauen

Wann ist der beste Zeitpunkt, um an einem Fehler zu arbeiten? So schnell wie möglich! Gleich nach dem Feiern. Bei grösseren Misserfolgen – wie einem fehlgeschlagenen Test – braucht es eine kurze Analyse. Wo liegt der Haken? Sobald dieser feststeht, kann das neue Ziel gesteckt werden und ab dann wird nur noch nach vorne geschaut. Lassen Sie sich nicht von früheren Fehlern beirren, auch Ihr Kind muss das lernen, um besser mit vergangennen Dingen abschliessen zu können.

4. Den Prozess würdigen

Die meisten Menschen ignorieren den Prozess und konzentrieren sich nur auf das Endziel. Dies ist ein Fehler an sich. Jeder Schritt, den ihr euch in Richtung des Ziels vornimmt, ist es wert, gewürdigt zu werden. Je mehr wir unsere Kinder dazu bringen, sich auf den Prozess zu konzentrieren und sich in ihn zu verlieben, desto schneller erreichen sie ihr Ziel. Ausserdem motiviert jeder noch so kleine Schritt das Kind, weiterhin das Ziel erreichen zu wollen.

Laura Müdespacher Goldenbody

Branka Rezan ist Autorin, Lehrerin und Mutter und betreibt ihren eigenen Blog. Auf kidster.ch gibt sie Tipps, wie Eltern ihre Kinder unterstützen und weiterbringen. Ein wichtiger Teil davon ist, dass Sie Kindern das Growth Mindset vermittelt, eine positive Denkweise, die das Leben und Handeln der Kinder prägt. Branka Rezan schreibt und gestaltet Mitmach-Bücher, die dieses Mindset fördern. Kinder sollen die Welt erkunden und entdecken. Und dafür will Branka sie motivieren und stärken!