Tipps zur Erziehung von Zwillingen

Zwillinge sollten individuell erzogen werden.

Auch wenn die Zwillinge sich äusserlich ähneln, sie werden trotzdem unterschiedliche Charaktere entwickeln. Foto: ©iStockphoto.com/franz pfluegl

Sie erwarten Zwillinge? Diese Informationen geben Ihnen erste Anhaltspunkte:

  • Schon während der Schwangerschaft wird Ihnen besondere Aufmerksamkeit zuteil. Denn Mehrlinge werden als Risikoschwangerschaft eingestuft. Dies ist eine Vorsichtsmassnahme, die meisten Zwillinge kommen jedoch gesund zur Welt.
  • Die wichtigste Regel ist: Ihr Nachwuchs ist zwar im gleichen Bauch herangewachsen, dennoch handelt es sich um zwei individuelle Menschen. Eltern sollten jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit behandeln.
  • Obwohl die Kinder gleich alt sind, werden sie unterschiedlich heranwachsen. Ein Kind hat bereits mit einem Jahr genug vom Nuggi, während der Zwillingsbruder diesen noch mit drei Jahren heiss und innig liebt. So wird auch immer ein Kind etwas schneller, früher oder besser können als das andere (sauber werden, laufen, sprechen, Fahrrad fahren). Eltern müssen dies akzeptieren und sollten keine Vergleiche anstellen. Dies ist für eine gesunde Entwicklung kontraproduktiv. So kann eine Rivalität zwischen den beiden aufblühen.
  • Dies ist zwar für die Eltern anstrengend, aber für die Zwillinge sehr wichtig: Ab dem vierten Lebensjahr haben die meisten Kinder schon ein Hobby. Eltern sollten ihre Kinder nicht aus Gewohnheit in einen Sack werfen und sie alles zusammen machen lassen. Vielleicht ist das eine Kind eher musikalisch interessiert und möchte die Musikschule besuchen, während das andere lieber draussen unterwegs ist und mit Freuden die Waldspielgruppe besucht. Die Eltern haben zwar den doppelten Freizeitstress und müssen zweimal fahren, aber Sie möchten ja auch nicht unbedingt jeden Freitagabend mit dem Dudelsackquartett verbringen, nur weil Ihr Partner daran seine Freude hat.
  • Im Kindergarten oder in der Schule ist es eine Überlegung wert, ob sich getrennte Gruppen oder Klassen anbieten. Gerade dann, wenn ein Zwilling sehr viel schüchterner ist. So hat dieser die Chance sich selbst zu behaupten und muss nicht im Schatten des anderen stehen. Ausserdem hat jedes Zwillingskind ein Recht auf eigene Freunde. Treffen bei anderen Kindern, ohne den anderen, sollten selbstverständlich sein.
  • Es ist wichtig, dass Eltern die beiden Kinder individuell erziehen. Natürlich gelten gleiche Regeln, jeder bekommt einen Nachtisch oder beide müssen um die gleiche Zeit ins Bett. Vielleicht braucht aber ein Kind mehr Zuspruch der Eltern, es hat beispielsweise weniger Mut und ist sensibler. Mit diesem Kind muss anders umgegangen werden, als mit dem wilden Bruder, der regelmässig laut wird.
  • Eltern müssen bei der Erziehung von Zwillingen mehr Zeit und Kraft investieren. Die beiden fühlen sich stärker, weil sie zu zweit sind. Ausserdem fühlen sie sich nicht direkt angesprochen, wenn die Mama alle beide gleichzeitig wegen des unordentlichen Kinderzimmers ermahnt. Eltern müssen sich frühzeitig positionieren und als Respektspersonen auftreten. Sonst kann es spätestens in der Pubertät ein böses Erwachen geben.

 

Buch- und Link-Tipps zum Thema Zwillinge

Zwillinge - doppelt so schön & halb so schlimm von Marion von Gratkowski (Taschenbuch -1. Oktober 2010)

Infos für Eltern von Drillingen, Vierlingen und Mehrlingen: www.mehrlingsverein.ch

Übersicht Zwillingselternclubs: www.zwillinge.ch

Zeitschrift für Zwillingseltern www.zeitschrift-zwillinge.de

Text: Natascha Mahle

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