Tipps von Eltern und Experten

Fitness: Auf dem Trampolin hüpfen, macht Kindern viel Spass.

Auf dem Trampolin hüpfen, macht Kindern viel Spass.

Tipps von sportmuffeligen Eltern

Petra, 28 Jahre

«Ich war als Kind grosser Fan von Anja Fichtel, der erfolgreichen Fechterin. Diese Sportart wollte ich unbedingt lernen. Meine Eltern wollten aber nicht wöchentlich in das Training fahren. Das finde ich bis heute sehr schade, denn für eine andere Sportart konnte ich mich nicht motivieren. Deshalb gewähre ich meiner Tochter auch ein eher aussergewöhnliches Hobby: Sie voltigiert. Ich fahre sie zweimal wöchentlich ins Training, aber das ist es mir wert.»

Maria, 34 Jahre

«Mein Mann und ich sind keine Bewegungsfanatiker. Diese Eigenschaft finden wir beide nicht besonders toll. Deshalb haben wir beschlossen die natürliche Bewegungsfreude unserer vierjährigen Zwillinge zu fördern. Einmal in der Woche suchen wir uns eine Aktivität aus. Im Sommer gehen wir oft Schwimmen, machen eine kleine Bergtour oder leihen uns am Bootsverleih ein Kanu. Im Winter Eislaufen oder Schlitteln. Aber wir waren auch schon beim Schnupperklettern in der Halle. Wir sind beide berufstätig und haben leider keine Zeit, die Kinder regelmässig in einen Kindersportverein zu bringen. Aber durch die Familienaktivitäten hoffen wir dies auszugleichen.»

Thorsten, 36

«Ich halte ehrlich gesagt nichts von Judokursen, Ballettunterricht und Sonstigem. Ich bin der Meinung, erst wenn Kinder selbstständig genug sind, um die Hin- und Rückfahrt organisieren zu können, sollten sie in einem Verein aktiv werden. Unser Sohn spielt auf dem Bolzplatz Fussball, spielt mit den Nachbarskindern Verstecken oder Streethockey. So kann er sich auch körperlich austoben. Nicht alles muss von den Eltern organisiert und koordiniert werden.»

Tipps vom Experten

Stefan Cohn ist Diplom-Sportlehrer und Psychomotorik-Therapeut.

«Man sollte Kinder nicht auf eine Sportart festnageln. Kinder sollen sich orientieren und nicht spezialisieren. Wenn ein Kind schon sehr früh eine bestimmte Sportart ausübt, steht oft die Leistungssteigerung im Vordergrund. Gerade in den ersten sechs Lebensjahren soll die Freude an Bewegung angeregt werden. Dies gelingt am besten spielerisch: Das Spiel ist der Zugang zur Bewegung. In Spielsportgruppen können sich Kinder an verschiedenen Stationen ausprobieren: Mal wird geklettert, gerannt, ein Mannschaftsspiel ausprobiert,…Kinder lernen dabei zu hüpfen, sich zu wälzen, das Gleichgewicht zu halten, usw. Dies sind Bewegungsgrundlagen, die ein Kind entwickeln soll, bevor es die technischen Grundlagen bestimmter Sportarten kennenlernt.

Als konkrete Bewegungsangebote mit Anderen bieten sich freie Spielgruppen oder Waldgruppen an. Hier stehen Spiel und Spass im Vordergrund. Die Kinder begreifen: Leben ist Bewegung. Wenn der Druck und Leistungsgedanke beiseite geschoben werden, stehen die Chancen gut, dass der Nachwuchs eine gesunde Lebensform annimmt und Lust und Freude für Bewegung empfindet.

Das beste Alter zum Erlernen einer speziellen Sportart ist das achte Lebensjahr. Das Kind soll aus Eigenmotivation diese Sportart ausüben und nicht dazu gedrängt werden.»

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