Kinderturnen fördert ein bewegtes Leben von Anfang an

Rennen, hüpfen, schaukeln, balancieren: Kinder macht es viel Freude, sich zu bewegen. Spannende Bewegungsmöglichkeiten gibt es beim Kinderturnen, das Turnvereine und Sportschulen in der Schweiz für alle Altersstufen anbieten. Spielerisch werden hier alle motorischen Grundfertigkeiten geschult.

Kinderturnen: Waghalsige Übungen machen Spass.

Im Kinderturnen kommen auch häufig grosse Freundschaften zustande.
Foto: Tatyana Chernyak, Hemera, Thinkstock

Kinder brauchen Bewegung. Motorik, Körpergefühl, Kraft und Ausdauer lassen sich besonders beim Kinderturnen schulen. «Im Kinderturnen wird in spielerischer Form das ganzheitliche und vielseitige Bewegen geweckt und gefördert», erklärt der Zürcher Turnverein. Darüber hinaus bietet Kinderturnen die Möglichkeit, soziale Fähigkeiten einzuüben. Denn bei der regelmässig stattfindenden Gruppenstunde lassen sich leicht Freundschaften schliessen. Ausserdem gilt es, sich bei schwierigen Übungen gegenseitig zu unterstützen und zu helfen. Gleichzeitig lernen Kinder spielerisch, Regeln einzuhalten. Wichtigstes Ziel des Kinderturnens aber ist es, Freude an der Bewegung zu vermitteln.

Kinderturnen startet früh

Kinder können schon früh mit dem Kinderturnen beginnen. Geeignet sind sie bereits dann für den Gruppenunterricht, wenn sie sicher laufen können. Bis die Kinder drei Jahre alt sind, begleitet ein Elternteil das Kind. «Eltern-Kind-Turnen» heisst das Kinderturnen dann.

Eltern-Kind-Turnen für die ganz Kleinen

Meist beginnt das Eltern-Kind-Turnen mit ein paar fröhlichen Liedern und Bewegungsspielen. Spiele mit Kleingeräten wie Bällen und Reifen folgen. Danach dürfen die Kinder die Gerätelandschaft mit ihren vielen verschiedenen Stationen erforschen. Da gilt es zum Beispiel, eine schräge Bank hinaufzukriechen, die an einer Seite an der Sprossenwand befestigt ist. Dann geht es Sprosse für Sprosse die Wand hinunter. Wer sich traut, kann aber auch direkt auf die dicke, weiche Matte springen oder sich im Fall von Mama oder Papa auffangen lassen.

Alle Stationen in der Bewegungslandschaft haben verschiedene Schwierigkeitsgrade und fördern bestimmte Fähigkeiten. Hier gilt es zu klettern, dort zu springen. An einer anderen Station wird balanciert oder geschaukelt. Besonderen Spass haben Kinder dort, wo sie sich weder unter- noch überfordert fühlen. So wählen sie meist selbst aus, an welcher Station sie sich ausprobieren wollen. Der Elternteil, der das Kind begleitet, unterstützt und hilft dabei.

Kleinkinderturnen ab dreieinhalb Jahren

Sobald Kinder etwa dreieinhalb Jahre alt sind, turnen sie beim Kleinkinderturnen ohne die Eltern. Das Kleinkinderturnen findet dann bereits in einer richtigen Turnhalle statt. Oft dürfen Eltern in der Turnhalle zuschauen, wenn ihr Kind unter Trennungsschmerz leidet.

Der Aufbau der Stunde beginnt oft mit einem Sitzkreis in der Mitte der Halle. «Wer ist heute da? Wer nicht?», fragt der Übungsleiter. Jedes Kind darf seinen Namen sagen, damit er sich bei den anderen Kindern einprägt. Kurze Kennenlern-Spiele lassen das Eis untereinander brechen. Danach gilt es, sich bei Ball- und Mannschaftsspielen warm zu machen. Dabei entwickeln die Kinder Grundfähigkeiten wie Ballrollen, Fangen, Werfen, Hüpfen. Anschliessend lockt ein Parcours die Kinder, der mit seinen klassischen Turngeräten wie Kasten, Barren, Trampolin und Schwebebalken den Kindern höhere Herausforderungen als beim Eltern-Kind-Turnen bietet.

Kinderturnen für Schulkinder

Wer so lange schon turnt, macht oft gern weiter. Im Alter von etwa sechs Jahren wird aus dem Kleinkinderturnen das Kinderturnen, bei dem weiterhin eine ganzheitliche Förderung ohne Leistungsdruck im Vordergrund steht. Ein bunter Mix aus Spielen, Turnen an Geräten und Übungen am Boden sowie Entspannungsübungen am Ende prägen das Kinderturnen. Dabei werden die Grundfertigkeiten wie Ballrollen, Fangen, Werfen, Balancieren, Klettern, Schwingen, Hüpfen und Springen weiter ausgebaut und gefestigt.

Hier können Sie einen Eindruck vom Kinderturnen erhalten:

Kinderturnen: Welche Angebote es gibt

Viele Turnvereine bieten Kinderturnen für viele Altersstufen an. Die Kosten richten sich nach den Vereinsbeiträgen und fallen entsprechend unterschiedlich aus. Ein Jahresbeitrag für ein Kind pro Vereinsjahr liegt in etwa zwischen 40 und 130 Franken für das Kinderturnen. In der Regel ist darüber hinaus eine einmalige Aufnahmegebühr zu zahlen. Viele Turnvereine bieten günstige Familienmitgliedschaften an. Auch Sportschulen haben Kinderturn-Kurse im Programm.

Kinderturnen: Übungen für zu Hause

Geschicklichkeit
Stellen Sie und Ihr Kind sich gegenüber neben eine Wand. Dabei halten Sie beide ein Tuch an vier Ecken fest. Nun gilt es, einen kleinen, weichen Ball mit Hilfe des Tuches gegen die Wand zu schleudern und mit dem Tuch wieder aufzufangen.

Kraft für die Arme und Körperspannung
Ihr Kind stellt sich auf alle Viere. Fassen Sie nun Ihr Kind an die Waden und ziehen Sie die Beine ein Stückchen hoch. Nun versucht ihr Kind, mit waagerechtem Oberkörper auf den Händen zu laufen. «Schubkarre», wird diese Übung genannt.

Kraft für den Rücken
Schwimmen Sie mit Ihrem Kind in Bauchlage um die Wette.

Motorik
Bauen Sie für Ihr Kind einen Bewegungsparcours im Wohn- oder Kinderzimmer auf. Hoch geht es von einem Hocker auf den Tisch, auf dessen gegenüberliegender Seite das Kind auf eine Matte hopst. Dann gilt es, von Kissen zu Kissen zu springen, über ein am Boden liegendes Seil zu balancieren und durch einen Reigen zu krabbeln.

Auch zu Musik lässt sich hervorragend bewegen, wie dieses Video zeigt:

Hier finden Sie Angebote zum Kinderturnen: www.lotse.zh.ch

 

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