Facebook Pixel

Das läuft! Kindervelos im Test

Das erste Velo ist oft auch die erste Freiheit. Gerade deshalb sollte es solide gebaut und sicher sein. Zusammen mit Experten machen wir den Kindervelo-Test.

Kindervelos im Test: Darauf sollten Eltern beim Kauf achten

 Bild: iStock

Etwa mit zwei Jahren und sobald die Füsse auf den Boden reichen ist ein Kind bereit, auf dem Laufrad oder Trottinett die ersten Fahrversuche zu machen. Und das ist auch unbedingt zu empfehlen. Denn wer fleissig übt, trainiert alle die Fähigkeiten, die es später zum Velofahren braucht.

Wenn es das Gleichgewicht gut halten gelernt und gleichzeitig schon Beine und Hände koordinieren kann, denken Sie zurecht an das erste, richtige Kindervelo. Wenn ihr Kind dabei noch Geschwindigkeiten und Abstände gut einschätzen kann und schnell zu reagieren weiss, ist es Zeit für das wahrscheinlich schönste Geschenk: das erste Velo.

Aber worauf sollten Eltern beim Kauf achten? Wir haben mit dem Verkehrsclub Schweiz (VCS) und Daniel Bachofner vom Verband Pro Velo Schweiz gesprochen. Wer das erste Kindervelo mit einer Grösse von 14 bis zu 20 Zoll kaufen will, sollte es diesem Kindervelo-Test unterziehen.

Kindervelo-Test: Das braucht ein gutes Kindervelo

Kindervelos im Test: Stützräder sind nicht empfehlenswert.

Stützräder fallen im Kindervelo-Test durch. Bild: iStock


1 Keine Stützräder

«Stützräder sind nicht empfehlenswert». Der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) rät dringend von Kindervelos mit Stützrädern ab. Denn sie trainieren weder den Gleichgewichtssinn, noch sind sie immer eine sichere Stütze. Stützräder verhindern, dass das Kind in Kurve sein Gewicht verlagert – und führen so immer wieder zu Stürzen. Deshalb sagt der Verkehrsclub: «Lieber erst aufs Velo umsteigen, wenn das Kind in der Lage ist, das Gleichgewicht ohne Stützräder zu halten.

2 Leichtgewicht

Viele Kindervelos sind leider viel zu schwer. Je schwerer das Velo, umso mehr Kraft braucht das Kind um sein Velo fortzubewegen. Etwa sieben bis acht Kilogramm gelten als leicht. Tipp: Schauen Sie sich nach soliden Alurahmen um.

3 Rücktritt-Bremse

Daniel Bachofner von Pro Velo Schweiz empfiehlt aus zwei Gründen eine gute Rücktritt-Bremse für Kindervelos: Zum einen könnten Kinder die Rücktritt-Bremse leichter bedienen, zum anderen sei sie wirkungsvoll. «Bremsgriffe am Lenker für kleine Kinderhände oft unerreichbar».

4 Gute Sitzposition

Sattel und Lenker des Kindervelos müssen sich in der Höhe einstellen lassen, damit sie sich bestmöglich der Statur des Kindes anpassen. Wichtig ist auch, dass sich der Lenker nicht zu weit vorn befindet, damit das Kind sein Körpergewicht nicht zu stark auf dem Lenker abstützen muss. Ein Test hilft die richtige Lenkerposition zu bestimmen: «Nimmt das Kind eine Hand vom Lenker, ohne seine Sitzposition verlagern zu müssen, sitzt es gut», erklärt Daniel Bachofner von Pro Velo.

Kindervelo-Test: Diese Modelle überzeugen

Das sind die Testsieger im Kindervelo-Test.

Im Bild: 1 Orbea MX 2 S'COOL XXlite18 3 Puky Kinder ZL 12-1 4 Puky Kinder ZL 18-1

Orbea MX schnitt beim Kindervelo-Test 2019 bei Experten Testen mit «sehr gut» ab. Pluspunkte bekam das Kindervelo vor allem für sein geringes Gewicht, den kurzen Kettenstreben  und die leichte Lenkung. 

Auch das S'COOL XXlite18 erfreut die Tester. Die gute Verarbeitung, die hohe Qualität und die hohe Robustheit fielen besonders positiv ins Gewicht. 

Auf die ersten Ränge gelangten auch Puky Kinder ZL 12-1 und Puky Kinder ZL 18-1. Sie wurden vor allem wegen ihrer guten Stabilität gelobt.

5 Reflektoren

Kleine Kinder seien weder allein im Dunkeln noch auf der Strasse unterwegs. Deshalb benötige ein Lern- und Spielvelo eigentlich noch keine Velolampen, sagt Bachofner. Wichtig sei aber, dass das Kind auf dem Velo von anderen gut wahrgenommen werden kann. Reflektoren, aber auch Signalwesten an Kleidung und Radspeichen erfüllen genau diesen Zweck.

6 Klingel

Mit einer Veloklingel oder auch einer Veloglocke kann das Kind auf sich aufmerksam machen. Lustig für Kinder sind auch Lenkerhupen, in Form von Fröschen oder Kühen, die quaken und muhen. Klassische Drucklufthupen passieren den Kindervelo-Test dagegen nicht.

7 Kettenschutz nicht nötig

Ein geschlossener Kettenkasten oder ein gutes Schutzblech bewahrt zwar Hosenbeine und Schnürsenkel davor, sich zwischen Kette und Kettenblatt zu verfangen, sei aber auch anfällig. Sie brächen bei Stürzen schnell ab und machen schwierig eine abgesprungene Kette wieder aufzuziehen, findet Bachofner: «Vermutlich ist es einfacher, ein Schnappband für die Hose und Schuhe ohne Schnürsenkel zu verwenden.»

8 Schaltung überflüssig

Kindervelos brauchen keine Gangschaltung, denn noch legt das Kind keine langen Strecken zurück. Zudem muss es sich für den Anfang auf andere Dinge konzentrieren. Auf die Pedale treten, Lenken und Bremsen sind beim ersten Velo bereits Herausforderung genug.

Lesen Sie auch: Wie Kinder am besten Velo fahren lernen

Welche Verkehrsregeln gelten für Kindervelos?

Kinder im Vorschulalter rollen und radeln am sichersten im Hof, auf dem Spielplatz oder im Park. «Vom Gesetz her gelten Kindervelos als «fahrzeugähnliche Geräte - genauso wie zum Beispiel Rollschuhe, Inline-Skates, Trottinet, Skateboard und Kickboard», erklärt Daniel Bachofner, Leiter Verkehrssicherheit und Dienste von Pro Velo Schweiz in Bern. Weil Kindervelos also Spielzeuge sind, dürfen Kinder mit ihnen auf dem Bürgersteig fahren.

«Kommen die Kinder ins Schulalter, so wird das Kindervelo zum Velo und es gelten die gleichen Bestimmungen wie für alle Velos», erklärt Daniel Bachofner. Dann sind sie Strassenfahrzeuge gemäss VTS.

Tipps für den Kindervelokauf.

Leider wächst das erste Kindervelo oft nicht so schnell mit. Bild: iStock

Der Fachhandel bietet qualitativ gut verarbeitete Kindervelos ab rund 200 Franken an. Da das Kind im Alter von sechs Jahren bald schon ein grösseres Rad braucht, greift die Ausgabe tief ins Budget. Mit diesen vier Tipps lohnt sich der Velokauf noch mehr.

Vier Tipps für die Wahl des richtigen Kindervelos

1 Fahrrad in geschlechtsneutraler Farbe kaufen

Eine besonders gute Ausnutzung hat die Investition in ein Fahrrad, wenn es später an jüngere Geschwister weitergeben werden kann. Wer Sohn und Tochter hat, sollte daher eine Farbe wählen, die nicht geschlechtsspezifisch, ist – statt rosa oder blau lieber rot, orange oder grün.

2 Umrüstbares Modell wählen

Beim Kauf eines Laufrades kann langfristig Geld sparen, wer ein Modell wählt, das sich mit Tretkurbel, Kette und Pedale nachrüsten lässt. Sicher, hier liegt der Preis noch höher als bei einem üblichen Modell – doch dafür fällt der Kauf eines Kindervelos weg.

3 Gebraucht kaufen

Ein Kindervelo muss nicht neu sein, um gut zu sein. Wer möglichst wenig Geld ausgeben möchte, kann auf Kinder-Flohmärkten oder lokalen Gebrauchtbörsen nach einem gut erhaltenen Modell zum kleinen Preis suchen. Auch im Internet lässt sich manches Fahrrad günstig per Kleinanzeige finden oder ersteigern. Klar, dass ein Fahrrad, auch wenn es gebraucht ist, in technisch einwandfreiem Zustand sein muss. Das lässt sich in der Fahrradwerkstatt überprüfen.

4 Neu kaufen, gebraucht verkaufen

Auch der umgekehrte Weg ist sinnvoll: Neu kaufen, später gebraucht verkaufen. Sinnvoll zu beachten: Markenräder haben einen deutlich höheren Wiederverkaufswert!

Services & Newsletter