Häkeln mit Kindern: Bunte Beutel und dicke Decken

Häkeln ist wieder Trend – ein Trend, von dem sich immer mehr Kinder anstecken lassen. Denn Kinder, die mit der Häkelnadel umgehen können, können sich manchen Wunsch selbst erfüllen. Leicht lassen sich erste Werke wie bunte Beutel und dicke Decken für Kuscheltiere selbst herstellen.

Häkeln mit Kindern: Bunte Beutel und dicke Decken

Aus Wolle lassen sich tolle Dinge selber häkeln. Foto: iStock, Alina555, Thinkstock

Häkeln liegt nicht nur wieder voll im Trend, Häkeln bietet auch vielseitige Möglichkeiten, kreativ zu sein. Was Kinder allein aus Luftmaschen häkeln können, hat bereits der Artikel «Einfach häkeln mit Kindern: Tolle Sachen aus Luftmaschen» beschrieben. Kinder, die bereits Luftmaschen häkeln können, dürfen sich nun an feste Maschen und halbe Stäbchen wagen. Bald schon können sie dann mit etwas Hilfe Decken für Kuscheltiere, Lesezeichen, Täschchen, Beutel und Handyhüllen herstellen. Toll, wenn Eltern sie bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützen. Denn nach Anleitung zu häkeln und dabei Maschen zu zählen, macht Kindern in der Regel wenig Spass.

Die Wende-Luftmasche

Wer liest, verfolgt mit den Augen eine Zeile von links nach rechts. Ist sie zu Ende gelesen, wandern die Augen in die nächste Reihe und beginnen wieder links. Das wissen auch Kinder. Beim Häkeln ist das anders. Gehäkelt wird normalerweise von rechts nach links. Ist eine Reihe fertig gehäkelt, wird das Häkelwerk einfach umgedreht, um wieder von rechts nach links zu häkeln.

Zu Beginn einer Reihe sticht die Häkelnadel allerdings nicht in die erste, sondern in die zweite Masche. Damit dennoch das Werk nicht von Reihe zu Reihe immer schmaler wird, beginnt jede Reihe mit mindestens einer Wendemasche. Sie wird genauso wie eine Luftmasche gemacht. Soll die Reihe mit festen Maschen gehäkelt werden, ist nur eine Wendemasche nötig. Sollen halbe Stäbchen folgen, werden zwei Wendeluftmaschen gemacht.

Feste Maschen und halbe Stäbchen häkeln

Feste Maschen:
Das Kind sticht von vorn nach hinten durch eine Masche durch. Dann zieht es den Faden durch diese Masche. Dadurch sind nun zwei Schlingen auf der Häkelnadel. Nun holt das Kind noch einmal den Faden, den es durch beide Schlingen zieht. Die feste Masche ist fertig!

Halbe Stäbchen:
Zuerst schlingt das Kind den Faden um die Nadel, erst dann sticht es durch die nächste Masche. Es holt den Faden, den es nur durch diese Masche zieht. Danach holt es noch mal den Faden, um ihn durch die restlichen drei Schlingen auf der Nadel zu ziehen.

Häkel-Idee: Ring häkeln

Das Kind häkelt eine Luftmaschenkette, die um den Finger passt und schliesst ihn mit einer Kettmasche. Zu Beginn der neuen Reihe werden zwei Wendemaschen, also Luftmaschen, gehäkelt. Dann geht es mit halben Stäbchen weiter. Die Runde mit einer Kettmasche in die zweite Luftmasche schliessen. Dann die Reihe wiederholen. Faden abschneiden und Fäden vernähen.

 

Lesezeichen häkeln

Mit Kindern häkeln: Ein Lesezeichen häkeln

Lesezeichen häkeln

Ihr Kind ist eine Leseratte? Dann hat es sicher Lust, ein Lesezeichen zu häkeln. Zuerst werden so viele Luftmaschen angeschlagen, wie das Lesezeichen lang sein soll. Dann geht es mit festen Maschen oder halben Stäbchen Reihe für Reihe in die Höhe, bis das Lesezeichen breit genug ist. Die Wendemaschen zu Beginn jeder Reihe nicht vergessen! Fäden abschneiden und vernähen. Besonders hübsch wird das Lesezeichen, wenn das Kind noch ein Luftmaschenband häkelt, an dessen Ende es eine Perle knotet. Ist das Luftmaschenband an das Lesezeichen genäht, ist das Lesezeichen fertig.

Decke für Kuscheltiere

Mit Kindern häkeln: Eine Decke häkeln

Decke häckeln

So hat das Lieblingskuscheltier es nachts schön warm: Mit dicker Wolle und halben Stäbchen entsteht ganz schnell eine warme Decke. Auch hier gilt es, an die Wendemaschen zu Beginn jeder Reihe zu denken! Wer mag, kann alle drei bis vier Reihen die Farbe wechseln. Mit melierter Wolle wird die Decke von ganz alleine bunt.

Häkel-Idee: Kleines Täschchen

Mit Kindern häkeln: Ein Täschchen häkeln

Täschchen häkeln

Was für ein Erfolg, wenn das Kind ein erstes Täschchen gehäkelt hat. Ein Täschchen zu häkeln ist leichter als es scheint. Denn zunächst wird nur ein schmaler, langer Lappen gehäkelt, so lange, bis er doppelt so lang ist, wie das Täschchen hoch werden soll.

Weiter geht es mit der Klappe. Dafür wird einfach die Wendemasche zu Beginn jeder Reihe weggelassen – so wird das Häkelwerk von Reihe zu Reihe immer schmaler. Wenn die Klappe etwa ein Viertel so hoch wie der Rest des Lappens ist, ist sie lang genug. Faden abschneiden, durch die Schlinge ziehen und vernähen.

Jetzt gilt es, das Täschchen zusammen zu häkeln - dabei erhält es gleich einen schönen Rand. Das Kind faltet die Tasche so, dass die Knickkante unten liegt, das Vorderteil also auf dem Rückenteil liegt. Die Klappe ist offen und zeigt nach oben. Unten links in der Ecke sticht das Kind mit der Häkelnadel durch zwei übereinander liegende Maschen hindurch, also durch Vorderteil und Rückenteil. Dann zieht es den Faden durch beide Maschen. Anschliessend sticht es in die nächsten beiden, darüber liegenden Maschen und zieht den Faden wieder durch. So geht es weiter, bis es oben links angekommen ist. Nun umrandet es die Lasche, bevor es den Rand rechts von oben nach unten zusammen häkelt. Faden abschneiden und vernähen.

Sicher möchte das Kind, dass sich das Täschchen verschliessen lässt. Dazu häkelt es in die Rand mitte der Klappe eine Luftmaschenlasche. Auf das Vorderteil näht es einen Knopf.

Text und Bilder: Sigrid Schulze

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