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Leuchtende Glühwürmchen und wer sonst noch zum Leben erwacht in der Nacht

Nachtwanderung: Raus, wenn es dunkel wird!

Die Geschöpfe der Nacht sind faszinierend und vielfältig. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Glühwürmchen tauchen an feuchten Wald- und Wegrändern und an Böschungen und Bahndämmen im Juni und Juli ein bis zwei Stunden nach Sonnenuntergang auf. Trotz ihres Namens sind sie keine Würmer, sondern Käfer. «Die fliegenden Tiere sind Männchen, die Weibchen sitzen als leuchtende Punkte in niedrigem Kraut oder Gras», informiert Bärbel Oftring.

Faszinierende Fledermäuse

Fledermäuse und Delfine haben etwas gemeinsam: Sie orientieren sich, indem sie laute, hochfrequente Schreie ausstossen – unhörbar für unsere Ohren. Je nachdem, wie lange es dauert, bis das Echo zurückkommt, wissen sie, wo sich ein Hindernis oder Beutetier befindet.

Fledermäuse lassen sich im Garten anlocken – mit Hilfe eines Fledermaus-Beetes mit nachtblühenden, nektarreichen Blütenpflanzen. Der Duft von Weissen und Roten Lichtnelken, Echtem Geissblatt und Seifenkraut, Nachtviole und Nachtkerzen zieht Nachtfalter an –Lieblingsspeise der Fledermäuse! Bärbel Oftring erklärt: «Es ist wichtig, keine gezüchteten Sorten, sondern nur reine Arten zu verwenden. Viele Zuchtsorten sind steril, enthalten keinen Nektar, keine Pollen und locken keine Nachtfalter an.»

Schnaufende Igel

Wer schnauft da durch die Nacht? Wer die Ohren spitzt, hört vielleicht einen Igel durch die Gärten streifen, auf der Suche nach Käfern, Larven von Nachtschmetterlingen, Regenwürmern, Schnecken, Hundert- und Tausendfüssern und Spinnen. Weil Igel im Frühjahr und Herbst besonders viel Hunger haben, lassen sie sich leicht anlocken. Stellen Sie jeden Abend Igeltrockenfutter aus dem Zoofachhandel oder alternativ Katzentrockenfutter vor die Tür. Gegen den Durst bekommen Igel Wasser – keine Milch!

Nachtaktive Waldkäuze

Die Eule ist das Symbol der Nacht, der etwa 40 Zentimeter grosse Waldkauz ist ihr häufigster Vertreter. In Gärten mit alten Bäumen, in Parks, auf Friedhöfen und im Wald ist er zu Hause. Wer den wendigen Flieger treffen will, hört am besten genau hin: «Huhu», ruft er laut in die leise Nacht hinein, um eine Partnerin zu finden. «Kju-wick» antwortet das Weibchen. «Zickzickzick» betteln junge Waldkäuze, die noch in der Nisthöhle sitzen, um Futter.

Schwerer Dachs

In der Dämmerung verlässt der Dachs, der grösste und schwerste Marder der Schweiz, seinen Bau. Im Wald und in landwirtschaftlich genutzten Gebieten sucht er nach Reptilien, Eiern, Insekten, Würmern, und Früchten. Ein Dachs lässt sich leicht an seinem auffällig schwarz-weiss gestreiften Kopf erkennen. Übrigens: Eingänge in Dachsbauten sind oft in Hecken versteckt, die auf sandigen Hängen stehen. Dachsbauten werden über viele Generationen benutzt: Sie können weit über 100 Jahre alt sein.

Buchtipp zur Nachtwanderung

Bärbel Oftring: Mit Kindern die Nacht entdecken. Von Fledermaus bis Sternenhimmel

 

Autor: Sigrid Schulze

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