Die Rollschuhe sind zurück

Es gibt sie bereits ab Grösse 21 für Kleinkinder: Die schnellen Rollschuhe aus den 80ern sind bei Jung und Alt wieder in. Die sportliche Bewegung fördert Ausdauer und Gleichgewicht.

Die Rollschuhe sind im Trend

Die Rollschuhe feiern ein Comeback und sind wieder in. Foto: AaronAmatt, iStock, Thinkstock

Erinnerungen an die ersten Rollschuhe lösen nostalgische Gefühle aus. «Discoroller» hiessen die leichten Rollschuhe der 80er. Sie lösten die metallenen Rollschuhe der 70er ab, die schwer an den Füssen hingen und deren harte Räder einen Höllenkrach auf dem Asphalt verursachten.

Rollschuhe feiern Revival

Auch Kinder von heute wollen rollen. «Wir rollen zurück in die 80er», titelte die Aargauer Zeitung. «Ob auf Partys oder im Sport, Rollschuhfahren feiert sein Comeback.» Lange Zeit hatten die Inliner, bei denen die Rollen in einer Linie hintereinander angeordnet sind, die Rollschuhe verdrängt. Der Vorteil der klassischen Rollschuhe auf zwei Achsen mit jeweils zwei Rädern: Sie sind weniger wackelig. Dennoch müssen Sie und Ihre Kinder eine Weile üben.

Geschichte der Rollschuhe

Schon vor 150 Jahren hatten Menschen Spass an Rollschuhen. Wahrscheinlich war es der belgische Instrumentenbauer Joseph Merlin, der die ersten Rollschuhe erfand. «Rollschuhe waren Spass- und Sportartikel des 19. Jahrhunderts», heisst es auf den Seiten des Deutschen Museums in München. 1880 gab es in London bereits 70, in Paris 40 Rollschuhbahnen, dazu Rollschuhhallen in allen Grossstädten. Nicht nur Kinder rollten und rollten. Erwachsene trafen sich auf Rollschuh-Tanzveranstaltungen.

Rollschuhe kaufen für Kinder: Darauf sollten Sie achten

Bevor Sie Ihren Kindern erste Rollschuhe kaufen, sollten sie bereits über ein gewisses Gleichgewicht verfügen und sicher Roller fahren können. Rollschuhe eignen sich für die meisten Kinder ab vier Jahren. Rollschuhe sollten – wie Inline Skates und Schlittschuhe – über einen stabilen Schuh verfügen, der gut belüftet und grössenverstellbar ist.

Wer versucht, Rollschuhe zu fahren, muss damit rechnen, auch mal unsanft auf dem Hosenboden oder den Knien zu landen. Um abgeschürfte Knie und Ellenbogen zu vermeiden, sollten Kinder und Erwachsene auf die richtige Schutzkleidung achten. Dazu gehören Schützer für Handgelenke und Handballen, Knieschützer und Ellenbogenschützer. Und klar, der Sturzhelm gehört auf den Kopf.

Zur Sicherheit gehört auch, dass die Rollschuhe richtig eingestellt sind. «Bei verstellbaren Rollschuhen ist die Grösse dann richtig eingestellt, wenn die Vorderachse unter dem Fussballen liegt. Alle Schrauben und Muttern sind fest anzuziehen», informiert das Sportartikel-Unternehmen Hudora. Wichtig ist, nasse, sandige und unebene Wege zu meiden. «Passen Sie Ihre Geschwindigkeit an, fahren Sie vorausschauend und seien Sie bremsbereit», rät die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) in Bern.

Erste Übungen für Kinder und Erwachsene

Kinder hangeln sich zunächst gerne an Zäunen und Mauern entlang, an denen sie sich festhalten können. Wenn sie sich etwas sicherer fühlen, erhöhen sie von selbst die Anforderungen. «Von einer Laterne bis zu nächsten» heisst es dann zum Beispiel. Gut, wenn die rettende Laterne erreicht ist, die anfangs noch oft erschöpft umarmt wird! Auch am Arm von Mama oder Papa fühlen sich Kinder auf Rollschuhen sicher.

Erwachsene suchen sich am besten anfangs eine kurze Strecke, die ihnen durch ein Geländer oder einen Zaun Halt bietet. Wer sich schon etwas sicherer fühlt, kann Balance-Übungen einbauen. Während des langsamen Fahrens mal in die Hocke zu gehen und wieder aufzustehen, fördert das Gleichgewicht. Ein paar Sekunden auf einem Bein dahin zu gleiten, scheint am Anfang noch schwer zu sein, wird aber nach einigen Trainingseinheiten immer leichter. Der Stopper vorn am Rollschuh eignet sich, um sich mit einem Fuss abzustossen.

Das Wichtigste am Rollschuhfahren ist nicht, in Schwung zu kommen, sondern im Notfall bremsen zu können. Jeder Rollschuh verfügt über einen Stopper zum Bremsen. Um ihn zu nutzen, gilt es, zunächst etwas in die Knie zu gehen. Dann sollt ein Bein nach vorn, während der Fuss die Spitze anhebt. Jetzt schleift der Stopper über den Asphalt und bremst. Erste Erfahrungen im Bremsen lassen sich am besten am Geländer üben.

Rollschuhe halten fit

Wem es gelingt, auf Rollschuhen sicher zu stehen, gewinnt ein Hobby, das den Körper fit hält, die Ausdauer und das Gleichgewicht fördert. Muskeln im ganzen Körper werden trainiert. Dazu zählen Muskelgruppen in den Beinen und im Po und die Muskulatur im unteren Rücken. Auch die Arme sind mächtig im Einsatz, um Schwung zu nehmen und Gleichgewicht zu halten. Wer sich auf Rollschuhen sicher fühlt, dem öffnen sich neue Sportarten: Rollkunstlauf, Inliner Skating, Schlittschuhfahren, Hockey spielen, Skaten und Speed-Skaten zum Beispiel.

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