Diagnose und Behandlung

Der Arzt legt bei einer Depression die Behandlung fest

Beratungsstellen und Kinder- und Jugendtherapeuten sind gute und kompetente Anlaufstellen. Foto: KatarzynaBialasiewicz, iStock, Thinkstock

Diagnose einer Depression

Eltern oder Erzieher tun sich manchmal schwer das veränderte Verhalten einzuordnen. War das Kind schon immer etwas schüchtern, ist das kein Grund sich plötzlich darüber Sorgen zu machen. Bestimmte Umstände, wie ein Umzug oder der Tod eines Haustieres belasten Kinder. Trauriges Verhalten oder Zurückgezogenheit ist jetzt normal.

Gibt es allerdings keinen besonderen Grund und das Lieblingsspielzeug bleibt trotzdem in der Ecke liegen, das Kind empfindet keine Freude mehr und lacht sehr selten, sollten sich Mutter und Vater untereinander austauschen:

  • Ist dem Partner dasselbe aufgefallen?
  • Wie empfindet er das Kind?
  • Wie sieht es die Erzieherin im Kindergarten?

Eltern sollen auf ihr Gefühl hören, ob es gut oder förderlich ist, den Nachwuchs auf das veränderte Verhalten anzusprechen. Ein Fünfjähriges versteht die Frage seiner Mutter - Ich sehe dich nicht mehr oft lachen, du sitzt oft auf dem Bett und möchtest nichts spielen. Macht dich was traurig? – und kann darauf antworten.

Vielleicht steckt nur eine Kleinigkeit dahinter wie dass die Lieblingserzieherin den Kindergarten verlässt oder die beste Freundin im Kindergarten lieber mit einem anderen Kind spielt. Diese Gründe sind für rationell denkende Erwachsene Bagatellen, sie verstehen die Dramatik dahinter nicht. Kinder in diesem Alter leben in einem kleinen Kosmos: die Familie und der Kindergarten. Verändert sich dort etwas, sind sie leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dies ist mit der Situation eines Erwachsenen vergleichbar, wenn in der Firma viele Stellen abgebaut werden.

Behandlung von Depressionen bei Kindern

Viele Eltern, deren Kind sich stark verändert hat oder schon immer typische Anzeichen von Depressionen aufweist, werden mit Skepsis vonseiten des Fachpersonals konfrontiert. Manche Erzieher oder Lehrer haben wenig Ahnung von depressiven Kindern und Jugendlichen, manche Hausärzte sind der Meinung «aus dem Verhalten wächst das Kind raus». Eltern sollten auch hier auf ihre Intuition hören. Sie kennen das Kind am besten, sehen und erleben es täglich, deshalb haben sie eine wichtige Rolle in Sachen Diagnose und Genesung. Beratungsstellen und Kinder- und Jugendtherapeuten sind gute und kompetente Anlaufstellen.

Steht die Diagnose erst mal fest, haben betroffene Eltern einen Anhaltspunkt, sie wissen nun, was mit ihrem Kind los ist. Nun können sie sich mit der Heilung und Unterstützung beschäftigen. Es ist sehr wichtig, dass Eltern über genügend Kenntnisse bezüglich der Erkrankung verfügen, nur so können sie angemessen reagieren. Fachbücher, Gespräche mit dem Facharzt oder anderen Betroffenen sind eine gute Hilfe. Ein förderliches Verhalten von Eltern ist freilich nur ein Baustein von vielen. Der Arzt legt die richtige Behandlung fest, die Möglichkeiten sind vielfältig: Gespräche beim Kinder- und Jugendtherapeut, Klinikaufenthalt oder medikamentöse Behandlung. Eine professionelle Behandlung ist sehr wichtig, dennoch sollte die Krankheit nicht zum vorherrschenden Thema werden. Mit Spass und Lebensfreude kann das Kind zusätzlich unterstützt werden. Möglichkeiten dazu sind: Gemeinsame Besuche im Schwimmbad, die Anschaffung eines Haustiers, eine neue Sportart, lernen eines Instruments oder lustige Spieleabende.

Weitere Tipps zum Thema Depression

  • Buch-Tipp: Christine Nevermann: Depressionen im Kindes- und Jugendalter
  • Als erste Anlaufstellen eignet sich der Kinder- oder Hausarzt. Er hat Adressen uns Ansprechpartner aus Ihrer umliegenden Gegend.
  • Beim Elternotruf gibt es Hilfestellung bei Ängsten und Sorgen der Eltern, sowie bei konkreten Problemen mit den Kindern.

Autor: Natascha Mahle

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