Anerkennen, dass Kinder Bedürfnisse haben

Welche Tipps haben Sie ausserdem für Eltern?

Sie sollten anerkennen, dass Kinder, genauso wie die Erwachsenen, das Bedürfnis nach aussergewöhnlichen Körper- und Bewusstseinszuständen haben. Wenn sie das bejahen, können sie auch darüber sprechen, wie man diesen Zustand erreicht. Psychoaktive Substanzen sind nur eine der Möglichkeiten. Andere erreichen diesen Zustand beim Sport, in einer Beziehung oder beim Lesen. Es fängt schon bei kleinen Kindern auf der «Gigampfi» an, beim Hin- und Herschaukeln. Ich zum Beispiel mache gerne Skitouren. Dieses Anerkennen bringt manchmal schon eine Entspannung in die Diskussion mit Kindern ein. Ich finde es auch sehr wichtig, dass Eltern zu ihren Kindern eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen und aufrecht erhalten. Gerade bei sensiblen Themen ist eine vertrauensvolle Beziehung das A und O.

 

Typen des Konsums Kontext des Nutzens/Gebrauchs Konsumierte Menge Konsum Häufigkeit
experimentell/gelegentlich Neugier variabel ein paar Mal im Leben
Risikoarmer Konsum Zur Entspannung in der Freizeit, vor allem am Abend und in Gruppen Ein paar Joints, weniger als ein Gramm/Monat ein paar Mal/Monat
Problematischer oder riskanter Konsum in der Freizeit und beruflich; vor der Arbeit oder Schule. Alleine, morgens und unter 16 Jahren Zwischen 0,1 und 1 Gramm/Tag ein paar Mal/Woche, abends, besonders intensiv am Wochenende
exzessiv/masslos Berufliche und persönliche Probleme Mehr als 1 Gramm/Tag Mehrmals/Tag

 

 

René Kostka ist Suchberater und PsychologeRené Kostka hat Psychologie studiert und arbeitet seit 1996 als Projektleiter bei der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich. Hier leitet er u.A. Kurse für Jugendliche mit einer Verzeigung wegen Cannabis Konsum. Neben seiner 60 Prozent Anstellung als Projektleiter bei der Stadt, arbeitet René Kostka als selbstständiger Psychotherapeut. Er ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Söhne.

Interview: Anita Stalder im Oktober 2012

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