Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen

Miriam Eisenhauer ist Ernährungsberaterin.

Miriam Eisenhauer (Master of Science Ökotrophologe und Ernährungsberater/DGE) betreibt seit 2005 eine eigene Praxis in Frankfurt am Main/Deutschland.

Ihr Angebot umfasst unter anderem personenzentrierte Ernährungsberatung, Ernährungsunterricht, Seminare, Workshops, Vorträge, Gesundheitsförderung in Gemeinschaftseinrichtungen (Schule, Jugendzentrum, Kita, Hort usw.) und Betriebliche Gesundheitsförderung.

Mehr Informationen über Miriam Eisenhauer gibt es unter www.ernaehrungsberatung-eisenhauer.de

Foto: privat

Mit welchen Essstörungen werden Sie am häufigsten in Ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen konfrontiert?

Übergewicht und Adipositas sind die am häufigsten auftretenden Fälle, manchmal bedingt durch Binge Eating, häufig aber einfach durch zu energiereiche Ernährung und Bewegungsmangel. Die Gründe sind vielschichtig, aber ich beobachte oft, dass viele Betroffene aus Trennungsfamilien kommen. Das sind aber wie gesagt nur meine Beobachtungen aus der Praxis. Ich berufe mich hierbei nicht auf Studienergebnisse. Im Rahmen meiner Tätigkeiten in der Vorsorge, also der Gesundheitsförderung in Kindertageseinrichtungen, spielt die soziale Herkunft die grösste Rolle. Wenn Eltern bezüglich gesunder Ernährung nicht oder falsch aufgeklärt sind und ihren Kindern minderwertiges Essen servieren – im Sinne von stark zucker- und fetthaltig - dann kommt es zu Übergewicht und Adipositas und den damit verbundenen Erkrankungen. Folgen von Adipositas im Wachstumsalter sind unter anderem die Beeinträchtigung des Haltungsapparates, Knochen- und Gelekdeformierungen, sowie Atemwegsbeeinträchtigung, ganz abgesehen von der psychischen Belastung durch Hänseleien und sozialem Ausschluss.

Wenn ich mein Kind vom Babyalter ab an gesunde Ernährung gewöhne und es mit einbeziehe, kann so späteren Problemen beim Essverhalten und Übergewicht vorgebeugt werden?

Auf jeden Fall. Es geht darum gesunde Ernährung in der Familie zu etablieren. Drei bis fünf Mahlzeiten täglich, frisch, gesund, mit Freude gemeinsam zubereitet und verzehrt. So wird ihnen der Wert des Essens vermittelt und die Mahlzeiten werden wichtig. Man trifft sich am Tisch, erlebt Gemeinschaft und Kommunikation. Auch der Umgang mit Süssigkeiten gehört dazu. Diese sind lecker. Sie sollten jedoch als etwas Besonderes angesehen und nur hin und wieder als Nachspeise bewusst genossen werden. Nicht etwa vor dem Fernseher aus Langeweile oder bei Traurigkeit. Süssigkeiten sollten daher auch niemals als Belohnung oder Trost eingesetzt werden, sonst können falsche Konditionierungen entstehen. Gesunde Ernährung sollte von den Eltern und weiteren Erziehern mehr vorgelebt und weniger propagiert werden.

Interview: Natascha Mahle

 

Buch-Tipps zum Thema Essstörungen

  • Kinderernährung gesund & richtig: Essen am Familientisch genießen von Gabi Eugster
  • Wege aus der Essstörung: Magersucht und Bulimie: Wie sie entstehen und behandelt werden. So finden Sie zu einem normalen Essverhalten zurück von Monika Gerlinghoff

 

 

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