Wie Eltern Ihre Töchter während der Pubertät unterstützen

Pubertät der Mädchen: Wie Eltern helfen. Die sieben wichtigsten Tipps.

Töchter wollen auch während der Pubertät nicht auf ihre Eltern verzichten. Bild: Alexis Brown - unsplash

1 Lassen Sie Autonomie zu

Abgrenzung ist bei Mädchen in der Pubertät nicht nur normal, sondern ein wichtiger Prozess. Nehmen Sie dieses Streben nach Unabhängigkeit nicht persönlich, auch wenn es vielleicht nicht immer sonderlich charmant formuliert wird. Sätze wie „Mama, du nervst“ bedeuten nicht, dass Ihr Kind Sie nicht liebt, sondern vielmehr, dass das Erwachsenwerden richtig anstrengend ist und es wohl eher das ist, was nervt.

2 Nehmen Sie Ihre Tochter ernst

Der veränderte Stil, neue Körperbewegungen oder Mimiken, die übertrieben oder ungelenk wirken, sind die ersten, holprigen Gehversuche Ihrer Tochter in der Erwachsenenwelt. Als Eltern sollten Sie sich über solche Beobachtungen nicht lustig machen oder wertend kommentieren. Zeigen Sie Ihrer Tochter, dass Sie ihre neue Rolle als Erwachsene anerkennen.

3 Reden Sie offen über Gefahren

Der neue, vielleicht recht aufreizende Kleidungsstil sowie die beginnende Sexualität sind ernste Themen. Mädchen in der Pubertät kommen zwar nicht umhin ihre eigenen Erfahrungen zu machen, Eltern sollten dennoch ihrer schützenden Fürsorge nachkommen dürfen. Doch anstatt Verbote oder Standpauken auszusprechen, sollten Eltern mit ihren Töchtern reden, wie man es mit jungen Erwachsenen am besten tut: offen, bestimmt und ehrlich. Erklären Sie, welche Signalwirkung von einem freizügigen Outfit beispielsweise ausgehen können und welche möglichen Gefahren das mit sich bringen kann. So können auch die Mädchen die Situation besser verstehen und eine Entscheidung treffen. Und natürlich gehören jetzt auch Sex und Verhütung auf den Tisch. Erwachsene reden schliesslich auch darüber - und solche, die es werden wollen, erst Recht.

4 Respektieren Sie aber auch, wenn Ihre Tochter nicht mit Ihnen reden möchte

Wenn Ihre Tochter Ihre Sexualität alleine entdecken möchte, sollten Eltern das auch akzeptieren. Halten Sie die Tür offen für Fragen, aber geben Sie auch Ihrer Tochter ihre Privatsphäre. Sorgen sie für abschliessbare Räume oder klopfen Sie an, bevor Sie das Zimmer Ihrer Tochter betreten. Sollten Sie Ihre Tochter zufällig beim Küssen erwischen oder bei der Selbstbefriedigung, sollten Sie sich möglichst galant zurückziehen. Keinesfalls sollten Sie ihre Tochter dafür rügen. Dass Mädchen während der Pubertät beginnen ihre Sexualität zu erforschen, ist normal und nichts, wofür sie sich zu schämen brauchen.

Lesen Sie auch: Das erste Mal Sex - So öffnen Eltern die Tür für Fragen

Das erste Mal - Wie Eltern mit ihren Teenagerkindern darüber sprechen.

Wenn aus Knutschen mehr wird. Bild: Nathan Walker - unsplash

5 Hinterfragen Sie Schönheitsideale

Teenager neigen dazu, falschen Schönheitsidealen hinterher zu eifern. Eltern können und sollten diesen übertriebenen Körperkult in einem offenen Gespräch durchaus hinterfragen. Wenn die Mädchen merken, dass ihr Idol auch nur ein Mensch ist, das viele Bilder bearbeitet werden und dass auch die vermeintlichen Stars nicht unbedingt ein so perfektes und glückliches Leben führen, wie es aussehen mag, kann das durchaus stärkend auf das Selbstvertrauen wirken.

6 Zeigen Sie die Grenzen auf

Die pubertären Entwicklungen gutzuheissen bedeutet nicht, dass man alles tolerieren muss. Wer mit den Wutausbrüchen, ständigen Provokationen, Schulschwänzen, Alkohol- oder Drogenexperimenten seiner Tochter natürlich nicht einverstanden ist, muss das auch sagen. Allerdings ist eine sachliche Argumentation und ein ruhiger Ton in solchen Gesprächen jetzt wichtiger denn je. Schreien und Strafen wird Sie in diesen Situationen gemeinsam nicht weiterbringen, sondern weiter entfremden. Mädchen in der Pubertät sind junge Erwachsene – und wollen auch so behandelt werden.

7 Verschaffen Sie sich Zeit

Mädchen in der Pubertät können Eltern zur Weissglut treiben. Was dagegen hilft? Sich eine kleine Auszeit zu gönnen! Eltern müssen nicht in der Lage sein, jederzeit die perfekte Antwort parat zu haben. Sagen Sie Ihrer aufgebrachten Tochter ruhig, dass Sie sich vielleicht kurz beruhigen müssen oder Zeit brauchen, um darüber nachzudenken. Das ist erwachsen.

Liebe Väter, so gehen Sie besser mit der Pubertät Ihrer Tochter um

Mit der Verwandlung ihres süssen, unschuldigen Mädchens zu einer attraktiven, jungen Frau, kommen Väter häufig schwer zurecht. Sie wollen ihre Tochter beschützen, die Zeit bewahren, bei der Sexualität noch kein Thema war. Weil das aber natürlich nicht geht, ziehen sich viele Väter (vielleicht auch unbewusst) in der Pubertät eher als Mütter zurück und erreichen damit oft das Gegenteil, von dem, was sie wollen: die Tochter fühlt sich nicht angenommen. Mit diesen Tipps verlieren Sie auch während der Pubertät nicht den Draht zu Ihrer Tochter.
 
Ehrlich bleiben: Es ist Ihnen unangenehm, über die wachsenden Brüste Ihrer Tochter zu sprechen? Oder über Tampongrössen? Dann sagen Sie Ihrer Tochter die Wahrheit. Sagen Sie ihr, dass Sie als Vater zwar nicht desinteressiert sind, sich Mama aber besser damit auskennt.

Vorbild sein: Mädchen in der Pubertät orientieren sich an ihrem Vater. Und zwar vor allem auch, um ein männliches Rollenverständnis zu entwickeln. Väter sollten deshalb versuchen ein gutes Vorbild zu sein. Verhalten Sie sich möglichst so, wie sie es von dem Menschen wünschen, in den sich ihre Tochter vielleicht einmal liebt.

Veränderungen bemerken und gutheissen: Unsichere Mädchen in der Pubertät brauchen elterliche Bestätigung. Auch wenn es Ihnen schwer fallen mag, ignorieren Sie die Entwicklung Ihrer Tochter nicht. Auch gelegentliche Komplimente helfen wie «Wow, ich kann ja richtig stolz sein, dass meine Tochter eine so hübsche, junge Frau wird.» Sätze dieser Art sind nicht unangenehm, sondern stärken das Selbstbild Ihrer Tochter.

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter