Hilfe von Experten

Schon 400 Jahre vor Christi Geburt beschwerte sich der griechische Philosoph Sokrates über die Heranwachsenden: «Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süssspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.» Die Gretchenfrage, welche seit Menschengedenken Eltern und Erzieher beschäftigt, lautet also: Wie verfahren mit dem rebellischen Nachwuchs?

Reichlich Antworten sind in den Regalen von Buchhandlungen zu finden, denn Erziehungsratgeber haben Hochkonjunktur. Schon nach ein paar überflogenen Seiten wird klar: Selbst Experten finden keinen gemeinsamen Konsens und somit keine allgemeingültige Regel. Der Pädagoge Bernhard Bueb, langjähriger Leiter der Internatsschule Schloss Salem, lobt in seinem Bestseller die Disziplin. Diese spielt seiner Meinung nach eine zentrale Rolle bei der Kindererziehung: «Disziplin ist die Vorrausetzung für Glück und Freiheit. Nur wer früh gelernt hat, Verzicht zu üben, Autoritäten anzuerkennen und Verantwortung zu übernehmen, kann später sein Leben in die Hand nehmen.» Anders sieht dies der dänische Familientherapeut Jesper Juul. Er empfiehlt Eltern ihren Kindern auf gleicher Ebene zu begegnen und ihnen Respekt entgegenzubringen. Hängt die Erziehung des pubertierenden Nachwuchses nun davon ab, für wessen Buch man sich entscheidet?

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