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Kita- und Kindergarten-Kosten in der Schweiz: So rechnest du realistisch

Kinderbetreuung kostet in der Schweiz viel – und die Übersicht zu behalten, ist alles andere als einfach. Tarife, Subventionen, Betreuungsgutscheine, Steuern: Schnell wird daraus ein Dschungel aus Formularen und Fachbegriffen. Dieser Praxis-Guide hilft dir, die realen Kosten von Kita und Kindergarten zu verstehen, Fördermöglichkeiten zu nutzen und gute Entscheidungen für deine Familie zu treffen.

Ein Ehepaar sitzt mit einem Taschenrechner nebeneinander auf dem Sofa
Die Ermittlung sämtlicher Kita-Kosten ist oft ziemlich aufwändig © Miljan Živković / Getty Images

Was kostet ein Kita-Platz – und warum schwanken die Preise so stark?

In der Schweiz gehören Kita- und Kinderkrippen-Plätze im internationalen Vergleich zu den teuersten. Gleichzeitig unterscheiden sich die Betreuungskosten von Gemeinde zu Gemeinde und sogar von Einrichtung zu Einrichtung deutlich. Das hat weniger mit «Willkür» zu tun, sondern mit der Art, wie Betreuung finanziert und organisiert wird.

Typische Preistreiber: Alter, Betreuungsumfang, Region, Trägerschaft

Grundsätzlich gilt: Eine Kita muss qualifiziertes Personal bezahlen, kindgerechte Räume zur Verfügung stellen und strenge kantonale Vorgaben einhalten. Diese sogenannten Vollkosten wurden etwa von kibesuisse und dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) detailliert beschrieben. Je nachdem, wie diese Kosten gedeckt werden (durch Eltern, Gemeinde oder Kanton), verändert sich dein Elternbeitrag.

Die wichtigsten Faktoren, die deinen Kita-Tarif beeinflussen:

  • Alter des Kindes: Für Kinder unter 18 Monaten braucht es in der Regel mehr Betreuungspersonen pro Kind. Darum sind Plätze für Babys und sehr kleine Kinder oft teurer als für Kinder ab etwa 2–3 Jahren.
  • Betreuungsumfang: Ganztagsbetreuung an 4–5 Tagen pro Woche kostet deutlich mehr als 1–2 Halbtage. Viele Kitas rechnen mit «Betreuungstagen pro Woche × 4,2» (durchschnittliche Wochen pro Monat), andere mit Pauschalen.
  • Region: In Städten und Agglomerationen sind die Löhne, Mieten und Betriebskosten höher – das wirkt sich auf die Kita-Tarife aus. In ländlichen Regionen können die Tarife tiefer sein, dafür ist das Angebot manchmal knapper.
  • Trägerschaft: Gemeinnützige oder öffentlich mitfinanzierte Kitas können Elternbeiträge einkommensabhängig staffeln. Private, rein marktfinanzierte Anbieter verlangen oft höhere, dafür einfachere Pauschalbeträge – zum Beispiel pro Tag oder Monat ohne Subventionen.

Merke: Wenn du Tarife vergleichst, achte immer darauf, was genau im Preis enthalten ist, wie viele Betreuungsstunden ein «Tag» umfasst und ob die Preise bereits subventioniert sind oder nicht. Nur dann kannst du Angebote fair vergleichen.

Was ist im Tarif enthalten – und was kommt obendrauf?

Viele Eltern staunen, wenn am Ende des Monats mehr auf der Rechnung steht als der Grundtarif vermuten lässt. Das liegt daran, dass neben der reinen Betreuung oft zusätzliche Leistungen abgerechnet werden. Im Gespräch mit der Kita lohnt es sich, ganz konkret nachzufragen.

Typische Kostenbestandteile neben dem Grundtarif sind zum Beispiel:

  • Einschreibe- oder Administrationsgebühr: Einmalige oder jährliche Gebühr bei Vertragsabschluss.
  • Verpflegung: Frühstück, Znüni, Mittagessen, Zvieri – mal im Tagestarif enthalten, mal separat verrechnet.
  • Material und Windeln: Bastelmaterial, Hygieneartikel, Windeln; teils inbegriffen, teils pauschal oder effektiv abgerechnet.
  • Ausflüge und spezielle Aktivitäten: Eintritte, Transport oder besondere Projekte.
  • Spätabholen: Wer das Abholzeitfenster überzieht, zahlt oft eine Gebühr pro angefangene Viertelstunde.
  • Schliesswochen und Ferien: Einige Kitas verrechnen Schliesszeiten ganz oder teilweise, andere reduzieren den Monatsbetrag.

Frag am besten nach einer transparenten Kostenübersicht für ein Jahr. So erkennst du schnell, ob ein scheinbar günstiger Tagestarif durch viele Nebenkosten wieder ansteigt.

Beispielrechnung: 1–3 Betreuungstage pro Woche

Weil jede Gemeinde und jede Kita eigene Tarife hat, kannst du nie einfach eine Zahl übernehmen. Aber eine Rechenlogik hilft dir, deine individuellen Betreuungskosten abzuschätzen.

Ein mögliches Vorgehen:

1. Kläre den Bruttotarif pro Betreuungstag (z.B. CHF 130.– für ein Kind über 18 Monate, Ganztag mit Verpflegung).
2. Frag nach, wie viele Tage pro Monat verrechnet werden (z.B. 4,2 oder 4,3 Wochen, also ca. 21 Tage bei 5 Betreuungs­tagen / Woche).
3. Multipliziere: Betreuungstage pro Woche × Wochenfaktor × Tagestarif.
4. Addiere allfällige Fixkosten wie Einschreibegebühr, Materialpauschale oder Ausflugspauschalen auf das Jahr und teile sie durch 12 für den Monatsdurchschnitt.
5. Prüfe, ob du Subventionen oder Betreuungsgutscheine erhältst und ziehe diese ab.

Beispiel ohne Subventionen (nur zur Illustration, keine Preisgarantie):
– 2 Betreuungstage pro Woche
– Tagestarif: CHF 120.– (inkl. Essen)
– Wochenfaktor 4,2: 2 × 4,2 = 8,4 Betreuungstage / Monat
– 8,4 × CHF 120.– ≈ CHF 1'008.– pro Monat
– Jahrespauschalen (z.B. CHF 240.–) ergeben ca. CHF 20.– zusätzlich pro Monat
Richtwert: ca. CHF 1'030.– pro Monat bei 2 Tagen/Woche, ohne Subventionen.

Sobald deine Gemeinde Subventionen oder Betreuungsgutscheine ausrichtet, kann sich dieser Betrag deutlich reduzieren – teilweise um mehrere Hundert Franken pro Monat. Dazu mehr im Abschnitt zu Subventionen.

Kindergarten in der Schweiz: kostenlos – aber nicht immer gratis

Der Kindergarten ist in allen Kantonen Teil der obligatorischen Schule. Laut der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) ist die obligatorische Schule grundsätzlich unentgeltlich – das gilt auch für den öffentlichen Kindergarten. Dennoch können rund um die Betreuung zusätzliche Kosten entstehen, die du einplanen solltest.

Öffentlicher Kindergarten: Unterricht gratis, Betreuung oft kostenpflichtig

Der eigentliche Kindergartenunterricht ist gratis: Du zahlst weder Schulgeld noch ordentliche Unterrichtsmaterialien. Gemeinden können allerdings Beiträge für besondere Angebote (z.B. Lager, spezielle Ausflüge) erheben; diese sind in der Regel moderat.

Nicht kostenlos ist dagegen häufig die ergänzende Betreuung rund um den Kindergarten, insbesondere zu Randzeiten, über Mittag oder an freien Halbtagen. Ein typisches Beispiel ist die Stadt Zürich: Der Kindergarten als Schule ist kostenlos, aber die schulergänzende Betreuung (Mittagstisch, Horte, Randstunden, Ferienbetreuung) ist kostenpflichtig und einkommensabhängig. Die Stadt stellt dafür einen Online-Beitragsrechner zur Verfügung, mit dem du deinen voraussichtlichen Elternbeitrag abschätzen kannst.

Wichtig ist hier die Unterscheidung zwischen Bildung (Unterricht, unentgeltlich) und Betreuung (ergänzende Tagesstrukturen, in der Regel mit Elternbeiträgen).

Kosten rund um den Kindergarten: Mittagstisch, Hort, Ferienbetreuung

Viele Gemeinden bauen ihre Tagesstrukturen gezielt aus, um Familie und Beruf besser vereinbar zu machen. Für dich als Elternteil bedeutet das meist ein Angebot aus verschiedenen Modulen, die du je nach Bedarf kombinieren kannst.

Typische Module sind zum Beispiel:

Frühbetreuung / Randstunden: Betreuungszeit vor oder nach dem Unterricht.
Mittagstisch: Gemeinsames Essen mit Betreuung, oft mit fester Zeitspanne (z.B. 11.45–13.30 Uhr).
Nachmittags- oder Ganztags-Hort: Betreuung, Spiel, teilweise Aufgabenhilfe.
Ferienbetreuung: Betreuungsangebote während der Schulferien.

Die Tarife werden üblicherweise einkommensabhängig oder als Pauschalen berechnet:

– Bei einkommensabhängigen Tarifen hängt dein Beitrag von steuerbarem Einkommen und Vermögen ab, oft mit einer Skala von minimalem bis maximalem Elternbeitrag.
– Bei Pauschalen zahlst du z.B. einen fixen Betrag pro Modul (Tag, Halbtag, Mittagstisch), teilweise unabhängig vom Einkommen.

Wichtig für deine Planung: Kläre, ob du pro benutztem Tag oder pro gebuchtem Platz zahlst. Viele Horte verrechnen fixe Wochentage, auch wenn dein Kind wegen Ferien oder Krankheit einmal fehlt.

Private Kindergärten: womit Eltern rechnen müssen

Private Kindergärten finanzieren sich nicht über die öffentliche Hand, sondern primär über Schulgeld und zusätzliche Beiträge. Die Preisspanne ist gross: Es gibt kleinere, gemeinnützige Angebote mit moderaten Tarifen und internationale Privatschulen mit sehr hohen Schulgeldern.

Typische Kostenposten bei privaten Kindergärten sind:

Schulgeld (meist pro Semester oder Jahr, manchmal Monatsraten möglich)
Aufnahmegebühren und eventuell Prüfungsgebühren
Material, Verpflegung, Ausflüge (teils im Schulgeld enthalten, teils separat)

Wenn du dir einen privaten Kindergarten anschaust, hilft eine klare Fragenliste für das Gespräch:

– Welche Leistungen sind im Schulgeld enthalten, welche nicht?
– Gibt es Geschwisterrabatte oder Sozialtarife?
– Wie werden zusätzliche Betreuungszeiten vor / nach dem Unterricht verrechnet?
– Wie viele Wochen pro Jahr wird Unterricht angeboten, und wie werden Ferien geregelt?
– Welche Qualifikationen haben die Lehr- und Betreuungspersonen?
– Wie gross sind die Gruppen?
– Welche pädagogische Ausrichtung habt ihr (z.B. Montessori, Waldpädagogik) – und wie zeigt sich das im Alltag?

Subventionen & Betreuungsgutscheine: So findest du heraus, was du bekommst

Ob und wie stark du bei den Betreuungskosten entlastet wirst, hängt stark von deinem Wohnort ab. Der Ausbau von subventionierten Kita-Plätzen ist ein zentrales familienpolitisches Thema. Kibesuisse und das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) betonen in ihren Analysen, dass Subventionen helfen, die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit zu verbessern – insbesondere für Familien mit mittleren und tiefen Einkommen.

Grundprinzip: Objekt- vs. Subjektfinanzierung

In der Schweiz gibt es grob zwei Modelle, wie Kinderbetreuung öffentlich unterstützt wird:

Objektfinanzierung: Die öffentliche Hand (Gemeinde, Kanton, Bund) unterstützt direkt die Kita oder das Betreuungsangebot. Die Kita erhält Subventionen und kann darum reduzierte Elternbeiträge anbieten. Du zahlst dann bereits einen «verbilligten» Tarif, ohne dass du selber einen Gutschein in der Hand hast.

Subjektfinanzierung (Betreuungsgutscheine): Die öffentliche Hand unterstützt direkt die Familien. Du bekommst – bei erfüllten Voraussetzungen – einen Betreuungsgutschein oder eine Beitragsreduktion, die du bei einer anerkannten Kita/Tagesfamilie einlösen kannst. Die Kita stellt dann die volle Rechnung, und der Gutschein reduziert deinen Elternbeitrag.

Beide Modelle existieren in der Schweiz nebeneinander, oft auch kombiniert. Wichtig ist für dich zu wissen: Subventioniert wird in der Regel nicht «Luxusbetreuung», sondern anerkannt qualitätsgesicherte Angebote, die kantonalen Vorgaben entsprechen.

Anspruch & Voraussetzungen – was häufig zählt

Ob du Anspruch auf vergünstigte Kita-Tarife oder Betreuungsgutscheine hast, ist kantonal und kommunal unterschiedlich geregelt. Dennoch gibt es Kriterien, die fast überall eine Rolle spielen:

Einkommen und Vermögen: Die meisten Gemeinden richten die Höhe der Subvention nach dem steuerbaren Einkommen aus, teilweise unter Einbezug des Vermögens. Je tiefer das Einkommen, desto höher oft die Unterstützung – bis zu einem Mindest-Elternbeitrag.
Wohnsitz: In der Regel musst du mit deinem Kind in der Gemeinde wohnen, die die Subventionen ausrichtet.
Arbeitspensum oder Ausbildung: Viele Modelle setzen voraus, dass beide Elternteile (oder der alleinerziehende Elternteil) ein bestimmtes Arbeitspensum haben, in Ausbildung sind oder aktiv eine Stelle suchen. Ziel ist, Erwerbstätigkeit zu ermöglichen oder zu sichern.
Alter des Kindes: Meist gilt die Förderung für Kinder im Vorschulalter, teils auch für Kindergarten- und Primarschulkinder in Tagesstrukturen.
Anerkannte Betreuung: Nur Angebote mit kantonaler Bewilligung (z.B. anerkannte Kitas, Tagesfamilienorganisationen, schulergänzende Betreuung) werden berücksichtigt.

Da die Regelungen sich laufend weiterentwickeln, lohnt es sich immer, die aktuellen Informationen deiner Gemeinde oder deines Kantons zu prüfen.

Schritt-für-Schritt: So gehst du in deiner Gemeinde vor

Um herauszufinden, ob du Subventionen oder Betreuungsgutscheine erhältst, kannst du so vorgehen:

1. Suche auf der Website deiner Gemeinde oder deines Wohnkantons nach Begriffen wie «Betreuungsgutscheine», «Subventionierte Kinderbetreuung», «Kita Beitrag Gemeinde XY» oder «Tagesstrukturen Elternbeiträge».
2. Schau nach, ob es einen Beitragsrechner gibt. Städte wie Zürich bieten Online-Tools an, mit denen du – anhand von Einkommen und Betreuungsumfang – deinen voraussichtlichen Elternbeitrag berechnen kannst.
3. Prüfe die Voraussetzungen und Fristen: Ab wann gilt ein Beitrag? Muss der Antrag jährlich erneuert werden? Werden rückwirkend Beiträge ausbezahlt?
4. Sammle die nötigen Unterlagen (z.B. aktuelle Steuerveranlagung, Lohnausweise, Mietvertrag, Arbeitsverträge, Ausbildungsbestätigungen) – Gemeinden veröffentlichen dazu meist Checklisten.
5. Melde dich bei der zuständigen Fachstelle (z.B. Abteilung Bildung, Familie, Soziales), wenn du unsicher bist. Kurze telefonische Rückfragen sind völlig normal und helfen, Fehler im Gesuch zu vermeiden.

Auch wenn der Prozess zuerst bürokratisch wirkt: Für viele Familien macht der Unterschied zwischen Volltarif und subventioniertem Tarif mehrere Tausend Franken pro Jahr aus. Es lohnt sich fast immer, nachzufragen.

Steuern: Kinderbetreuungskosten abziehen – kurz & korrekt

Neben Subventionen kannst du einen Teil der Kinderbetreuungskosten steuerlich geltend machen. Die genaue Ausgestaltung wird laufend angepasst, unter anderem um Erwerbsarbeit – insbesondere von Zweitelternteilen – attraktiver zu machen. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) stellt die aktuellen Regeln zur Verfügung.

Direkte Bundessteuer: Kinderdrittbetreuungskosten-Abzug

Für die direkte Bundessteuer können Eltern, die erwerbstätig sind, sich in Ausbildung befinden oder invalid sind, Drittbetreuungskosten für ihre Kinder abziehen, also Kosten für Betreuungsangebote ausserhalb der Familie (z.B. Kita, Tagesfamilie, Hort). Der maximal abzugsfähige Betrag pro Kind und Jahr ist gesetzlich festgelegt und wurde in den letzten Jahren angepasst, um der Realität der Betreuungskosten besser zu entsprechen. Die genauen und jeweils aktuellen Maximalbeträge kannst du direkt bei der ESTV nachlesen.

Wichtig ist die Unterscheidung vom allgemeinen Kinderabzug (für den Unterhalt des Kindes), der unabhängig von Betreuungskosten gewährt wird. Der Abzug für Kinderdrittbetreuungskosten kommt zusätzlich dazu, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Welche Belege brauchst du?

Damit du Betreuungskosten steuerlich abziehen kannst, musst du sie in der Regel belegen können. Folgende Unterlagen sind typisch:

– Jahresrechnungen oder Monatsrechnungen der Kita, des Hortes oder der Tagesfamilienorganisation, aus denen Zeitraum, Kind und Betreuungsumfang hervorgehen.
– Zahlungsbelege (z.B. Kontoauszüge, Daueraufträge), wenn dies von der Steuerbehörde verlangt wird.
– Verträge oder Bestätigungen des Betreuungsanbieters, die den Betreuungsumfang erläutern.

Viele Steuerverwaltungen akzeptieren eine Jahresbestätigung der Kita oder Tagesfamilienorganisation, in der die total geleisteten Elternbeiträge aufgeführt sind. Du kannst aktiv danach fragen – viele Institutionen stellen diese automatisch aus.

Hinweis: Dieser Abschnitt ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Bei Unsicherheiten lohnt sich ein Anruf bei der kantonalen Steuerverwaltung oder bei einer Fachperson.

Kantonal unterschiedlich: so findest du die richtige Regel

Neben der direkten Bundessteuer kennen auch die Kantone eigene Regelungen zu den Kinderbetreuungskosten. Höhe der maximalen Abzüge, Voraussetzungen und Formulare können sich deutlich unterscheiden.

Um die für dich gültigen Regeln zu finden, kannst du so vorgehen:

– Suche nach «Steuerverwaltung Kanton XY Kinderbetreuungskosten» oder «Abzug Drittbetreuung Kanton XY».
– Nutze allfällige kantonale Info-Portale (z.B. «TaxInfo»), die häufig verständliche Erklärtexte und Beispiele anbieten.
– Schau im Wegweiser zur Steuererklärung, den dir dein Kanton jährlich zustellt. Meist ist dort ein eigener Abschnitt zu Kinder- oder Drittbetreuungskosten enthalten.

Da Steuerrecht sich ändern kann, lohnt es sich, die Informationen jährlich kurz zu überprüfen – besonders, wenn sich bei dir Betreuungsumfang oder Arbeitspensum verändert haben.

So senkst du die Kosten ohne Qualitätsverlust

Kinderbetreuung ist nicht einfach eine Dienstleistung, sondern ein wichtiger Entwicklungsraum: Studien aus der Frühpädagogik zeigen, dass qualitativ gute frühe Bildung und Betreuung die kindliche Entwicklung, insbesondere Sprache, soziale Kompetenzen und Selbstregulation, positiv unterstützen können. Das betonen u.a. pädiatrische Fachgesellschaften in der Schweiz. Gleichzeitig darf die finanzielle Belastung für Familien nicht ausufern. Einige Strategien helfen, Kosten zu reduzieren, ohne bei der Qualität Abstriche zu machen.

Betreuung clever kombinieren (Kita + Tagesfamilie + Grosseltern)

Viele Familien nutzen eine Betreuungskombination, um flexibel zu bleiben und Kosten zu optimieren. Mögliche Modelle sind:

– Mehrere Tage Kita oder Hort (mit klar strukturiertem pädagogischem Angebot) plus einzelne Halbtage bei einer Tagesfamilie.
– Kita/Hort-Betreuung an den Tagen mit längeren Arbeitszeiten, dafür Grosseltern oder andere Vertrauenspersonen an kürzeren Arbeitstagen.
– Nur Kernzeiten in fremdbetreuter Struktur (z.B. Mittagstisch, Nachmittagsmodul) statt ganzer Tage.

Dabei lohnt es sich, auf eine gute Abstimmung und Belastung zu achten:

– Überfordere Grosseltern oder andere Bezugspersonen nicht, nur um Kosten zu sparen – auch sie brauchen Erholungsphasen.
– Achte darauf, dass dein Kind nicht ständig zwischen zu vielen unterschiedlichen Betreuungssettings wechselt. Kinder profitieren von verlässlichen Bezugspersonen und wiederkehrenden Routinen.
– Halte organisatorische Absprachen schriftlich fest (z.B. wer wann betreut, wer im Notfall erreichbar ist).

Verträge prüfen: die 10 häufigsten Kostenfallen

Bevor du einen Kita-, Hort- oder Kindergartenvertrag unterschreibst, lohnt sich ein genauer Blick in die Unterlagen. Viele spätere Überraschungen lassen sich so vermeiden.

Eine kurze Checkliste:

1. Kündigungsfrist und Mindestvertragsdauer: Wie lange bist du gebunden? Wie weit im Voraus musst du kündigen?
2. Ferien und Schliesszeiten: Wie viele Wochen ist die Einrichtung geschlossen? Musst du in dieser Zeit voll, reduziert oder gar nicht zahlen?
3. Krankheit des Kindes: Gibt es Gutschriften oder bleibt der Beitrag gleich – auch bei längerer Abwesenheit?
4. Mehrkosten für Spätabholen: Wie hoch sind die Gebühren pro angefangener Zeitspanne?
5. Verpflegungskosten: Sind alle Mahlzeiten im Tarif enthalten?
6. Ausflüge und spezielle Aktivitäten: Sind diese pauschal abgedeckt oder kommen jährliche Zusatzrechnungen?
7. Anpassung der Tarife: Darf die Kita die Tarife während des laufenden Schuljahres erhöhen?
8. Geschwisterrabatte: Gibt es Reduktionen, wenn mehrere Kinder gleichzeitig betreut werden?
9. Regelung bei Pensumanpassung: Kannst du Betreuungstage reduzieren oder erhöhen – und mit welcher Frist?
10. Subventionen und Gutscheine: Ist die Kita berechtigt, Betreuungsgutscheine anzunehmen? Unterstützt sie dich beim Antrag?

Wenn du unsicher bist: 7 Fragen an die Kita oder Schule

Es ist völlig in Ordnung – und verantwortungsvoll –, kritische Fragen zu stellen. Eine gute Kita oder Schule wird deine Fragen ernst nehmen und transparent antworten.

Diese sieben Fragen kannst du dir notieren und zum Gespräch mitnehmen:

1. Wie setzen sich die Betreuungskosten konkret zusammen (Grundtarif, Nebenkosten, jährliche Pauschalen)?
2. Wie verändert sich der Tarif, wenn sich unser Einkommen ändert oder wir mehr/weniger Betreuung brauchen?
3. Welche Qualifikationen und Weiterbildungsmöglichkeiten haben die Betreuungspersonen?
4. Wie gross sind die Gruppen und wie ist das Verhältnis von Betreuungspersonen zu Kindern in der jeweiligen Altersgruppe?
5. Wie sieht ein typischer Tagesablauf aus – und wie werden Ruhephasen, Spiel und Förderangebote ausbalanciert?
6. Wie informiert ihr Eltern über Veränderungen der Tarife oder der Subventionspraxis?
7. An wen kann ich mich wenden, wenn ich finanzielle Schwierigkeiten habe – gibt es interne Lösungen oder Beratungsstellen?

Glossar: Kita, Krippe, Hort, Tagesstruktur, Betreuungsgutschein

Damit du dich im Begriffsdschungel besser zurechtfindest, eine kurze Übersicht:

Kita / Kinderkrippe: Institutionelle Betreuungseinrichtung für Kinder im Vorschulalter (oft ab 3 Monaten bis Kindergarteneintritt). Der Alltag ist strukturiert, mit festen Betreuungszeiten, Gruppen und pädagogischem Konzept.

Hort / schulergänzende Betreuung: Betreuung für Kindergarten- und Schulkinder vor und nach dem Unterricht, über Mittag und teilweise in den Ferien. Je nach Gemeinde unter verschiedenem Namen (z.B. «Tagesstrukturen», «Tagesschule»).

Tagesstruktur: Sammelbegriff für kombinierte Bildungs- und Betreuungsangebote rund um den Schulalltag, z.B. Unterricht, Mittagstisch, Randstunden- und Nachmittagsbetreuung.

Betreuungsgutschein: Finanzielle Unterstützung, die Familien direkt erhalten, um einen Teil der Betreuungskosten zu decken. Der Gutschein wird bei einer anerkannten Betreuungseinrichtung eingelöst; die Einrichtung rechnet den Restbetrag mit der Familie ab.

Betreuungskosten Kind / Kinderbetreuungskosten: Alle Kosten, die für institutionelle oder organisierte Betreuung (Kita, Hort, Tagesfamilienorganisation, anerkannte Tagesstrukturen) anfallen. Diese können unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich abziehbar sein.

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