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Fragen im Vorstellungsgespräch

Jugendliche bekommen einen Ausbildungsplatz, wenn sie gut vorbereitet auf das Vorstellungsgespräch sind.

Nur wer mit seinem Auftreten den Chef überzeugt, hat die Chance auf einen Ausbildungsplatz. Foto: ©iStockphoto.com/ Kuzma

Auf Fragen vorbereitet sein

Der (vielleicht) zukünftige Arbeitgeber will mehr über Ihr Kind erfahren und wird deshalb einige Fragen stellen. Diese sollte es nicht erst spontan während des Gesprächs beantworten, sondern im Vorfeld schon die Antwort parat haben. Es wird ganz bestimmt gefragt, was seine Stärken sind. Bereitet sich der Jugendliche nicht vor, wird er lange überlegen müssen. Der Sohn wird abwägen, ob er in seinem Fussballverein besonders teamfähig ist, ob er nur wegen seiner Begeisterung fürs Computerschrauben besonders technisch begabt ist oder ob Spülmaschine ausräumen als fleissig ausgelegt werden kann.

Dieses Resümieren braucht Zeit. Sekunden, die sein Gesprächspartner als unvorbereitet und unentschlossen deutet. Wenn er stattdessen ruhig und selbstbewusst erklären kann: «Meine Stärken liegen im sprachlichen und kommunikativen Bereich. Ich lese seit meiner Kindheit sehr viel und habe deshalb einen grossen Wortschatz. Weil ich in der Theatergruppe bin, habe ich keine Probleme vor anderen zu sprechen oder auf meine Mitmenschen zuzugehen. Ich war schon immer offen und interessiert und habe gerne Menschen um mich rum.» Hat er einen positiven Eindruck hinterlassen. Natürlich sollten seine Stärken zum Beruf passen. Wenn er sich als Goldschmied bewirbt und von ihm Fingerfertigkeit und ruhiges Arbeiten erwartet wird, wäre es unpassend zu sagen: «Meine Stärke liegt im Anpacken. Ich habe Power und muss mich körperlich austoben können, sonst werde ich hippelig. Ich kann Arbeiten wie ein Bär und bin am liebsten den ganzen Tag draussen.»

Er soll sich am besten eine Woche vor dem Termin passende Antworten zu den gängigsten Fragen überlegen. Es kann helfen Familienmitglieder oder Freunde um Rat zu fragen. Sie kennen ihn und können so mitteilen, wie sie ihn erleben und worin sie seine Stärken und Schwächen sehen.

Wichtige Fragen sind:

  • Welche Vorkenntnisse/Erfahrungen haben Sie in dieser Branche gesammelt?
  • Warum haben Sie sich gerade bei uns beworben? Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?
  • Welche Stärken/Voraussetzungen/Basics bringen Sie für diesen Beruf mit?
  • Warum sind Ihre Noten im Fach xy so schlecht?
  • Haben Sie sich noch in anderen Betrieben beworben? Haben Sie sich auch in anderen Berufen beworben? Wie passen diese beiden Berufe zusammen?
  • Im Anschluss hat der Jugendliche die Möglichkeit dem Chef Fragen zu stellen. Überlegt werden sollten zwei, drei sinnvolle, aussagekräftige Fragen. Dies zeugt von Interesse und Engagement.

 

Pünktlich zum Vorstellungsgespräch kommen

Was sonst noch wichtig ist: Pünktlichkeit, Pünktlichkeit, Pünktlichkeit! Fünf Minuten Verspätung sind im Privaten banal, aber beim Vorstellungsgespräch bereits eine Katastrophe. Dies wird automatisch schlecht bewertet, Ihr Kind ist zudem verunsichert und kommt gehetzt an. Dies ist kein guter Start für den Beginn seiner beruflichen Laufbahn. Erkundigen Sie sich vorher gemeinsam, wo sich der Betrieb befindet. Ausserdem sollte ein Zeitpuffer eingeplant werden, denn die Bahn kommt zu spät, das Büro wird nicht auf Anhieb gefunden oder Ihr Kind muss aus Nervosität vorher noch auf Toilette. Und ganz wichtig: Handy ausschalten! Es kommt nicht gut, wenn der Bewerber seriös rüberkommen möchte und mitten im Gespräch schallt der neue, witzige Furzklingelton aus seinem Gerät. Eine Mappe mit den wichtigsten Unterlagen muss mitgeführt werden: das neuste Zeugnis oder eine neue Bescheinigung über das ehrenamtliche Engagement in der Theater-AG, die Praktikumsbescheinigung.

Alles rund um das Vorstellungsgespräch: Links und Buch-Tipps

  • Duden Praxis - Das erfolgreiche Vorstellungsgespräch von Angelika Rodatus
  • Training Vorstellungsgespräch: Vorbereitung - Fragen und Antworten - Körpersprache und Rhetorik von Jürgen Hesse
  • www.berufsberatung.ch: Fragenraster zum Vorstellungsgespräch

 

Text: Natascha Mahle

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