Einige reisen endgültig zurück

In den Auslandsschulen wird den Kindern ein Bezug zur Schweiz vermittelt.

In den Auslandsschulen wird den Kindern ein Bezug zur Schweiz vermittelt.

Vorher steht eine Geschichtsstunde mit Globi an. Auf einer Leinwand projiziert Kern schwarz-weisse Folien mit den Abenteuern des blauen Vogels im Bündner Nationalpark. Nacheinander lesen die Schüler am Lehrerpult Reime vor, Kern erklärt, weshalb der Bartgeier einen Knochen aus schwindelerregender Höhe fallen lässt, oder weshalb ein Kristall nicht schmelzen kann. Solche Geschichten sind fester Bestandteil seines Unterrichts – bei den älteren Schülern auch Dossiers des Schweizer Fernsehens zu Politik, Wirtschaft und sozialen Themen. Schüler Joshua weiss bereits was «CH» bedeutet. «Die Abkürzung für Schweiz natürlich.» Eben war er mit seiner Familie während der Frühlingsferien in Australien, sonst jeden Sommer in der Schweiz bei den Grosseltern. Alisa, ein stilles Mädchen, reist mit ihrer Familie jeweils einmal im Jahr nach Basel. Einige Familien kehren endgültig in die Schweiz zurück.

Zwölf Uhr, der Unterricht ist zu Ende, die elf Kinder huschen davon. Wie lange Kern noch in Japan bleibt, weiss er nicht. Er findet, dass seine Tochter nach dem Abitur in Europa oder der Schweiz studieren sollte, wegen der Sprache. Sie wird bald 17. Diesen Sommer treten gleich mehrere Lehrer ihre Heimreise an. Die Wirtschaftskrise ist auch an der DSTY spürbar, die Schülerzahlen sinken. Kern hofft, dass sie mit den zusätzlichen Klassenzimmern bald wieder steigen. «Aber das ist es eben, was eine solche Schule mit sich bringt. Irgendwann zieht es jeden in die Heimat zurück.»

Text und Fotos: Julian Perrenoud

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