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Wie die Kinder Kanada kennen lernen

Mit Aunt Annie können Schüler nur Englisch sprechen.

Die Schüler bereiten einen Trip nach Kanada vor. Aunt Annie findet das «excellent».

Die Kanadierin teilt ein Blatt Papier aus. Darauf sind die schönsten Ausflugsziele ihrer Heimat vermerkt. Die Schüler sollen in Gruppenarbeit einen dreitägigen Trip durch Kanada planen. Kein Problem für die Zwölfjährigen. Schliesslich waren einige Schüler schon selbst dort, wie Jeanette*, die zum Camping in Kanada war oder Brian*, der die Niagara-Fälle schon gesehen hat. Schnell sind die Routen und die Sehenswürdigkeiten, die angeschaut werden sollen, festgelegt. Selbstbewusst gehen die Schüler nach vorn vor die Klasse und stellen ihren Ausflug vor. Auf Englisch, natürlich. Es geht nach Vancouver und Toronto. Eine Gruppe will sogar einen Helikopter ausleihen, um die Niagara Fälle von oben anzuschauen. Neera Steinke lacht. «Excellent, thank you», sagt sie und klatscht fröhlich in die Hände.

Kanada in die Klassenzimmer holen

«Wir können ein bisschen Kanada, Amerika oder England in die Klassenzimmer bringen», sagt Steinke. «Aber Aunt Annie ist immer nur eine Ergänzung zum Englischunterricht.» Als Edith Blum von dem Projekt in der Zeitung las, war sie sofort angetan von der Idee, eine Muttersprachlerin in die Klassenzimmer zu holen. Auch wenn es nur drei Besuche pro Schuljahr sind, so sei es doch motivierend für die Schüler, meint sie: «Aunt Annie ist so ein bisschen wie ein Dessert. Es ist etwas besonderes, worauf sich die Kinder freuen.» Gerade die Erfahrung, dass die Kommunikation mit dem Gast nur auf Englisch funktioniere, sei wichtig. «Ich als Schweizer Englischlehrerin kann nicht so tun, als würde ich die Kinder nicht verstehen, wenn sie mit mir Deutsch sprechen.»

Der zwölfjährige Brian findet es gut, dass die Klasse mit der Tante so viel Sprechen geübt hat. «Ich bin schon ein bisschen traurig, dass Aunt Annie das letzte Mal bei uns war», sagt er. Denn auf den Besuch der Kanadierin habe er sich immer gefreut. Genauso wie sein Freund Michael*, der Lust bekommen hat, selbst mal nach Amerika zu fahren.

*Name von der Redaktion geändert.

Text und Fotos: Angela Zimmerling im Mai 2011

Mehr Informationen zu Aunt Annie

Die Besuche von Aunt Annie basieren auf der ALE (Authentic Learning Experience) Method®, entwickelt von der Schweiz-Amerikanerin Sharon Kroska und dem Schweizer Markus Schulthess. Das neuartige Bildungsangebot bringt die Schüler bewusst in eine Situation, in der sie die englische Sprache verstehen und sprechen müssen. Jede Aunt Annie ist von englischer Muttersprache.

Das Projekt wurde vor 5 Jahren das erste Mal durchgeführt. Im Schuljahr 2010/2011 wurden 111 Klassen in der Zentralschweiz und den Kantonen St. Gallen sowie Zürich von insgesamt acht Aunt Annies besucht. Ziel ist es, bis ins Jahr 2020 das Angebot für rund 1000 Schulklassen auszuweiten.

Die Kosten für 3 Besuche pro Schulklasse und Schuljahr betragen 870 Franken. Einen Teil davon müssen die Schulgemeinden selbst tragen. Ein Grossteil der Kosten wird aber von Unternehmen und Institutionen übernommen.

Mehr Informationen gibt es unter www.auntannie.ch und per E-Mail unter info@alemethod.com.

Quelle: ALE Method

 

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