Erziehung: Förderung kann schnell zur Überforderung werden

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr: Viele Eltern versuchen deshalb, ihre Kinder von klein auf zu fördern und zu fordern, was aber auch schnell zur Überforderung werden kann. Eine Studie aus den USA untersuchte die Folgen von intensiver Frühförderung.

Erziehung: Förderung kann schnell zur Überforderung werden

Wenn der Papi mehr Freude hat als der Sohn. Foto: Fuse, Thinkstock


Klavierunterricht, Logiktraining oder zweisprachige Erziehung - es gibt etliche Förderprogramme für Kinder. Und viele Studien stützen die These, dass frühkindliche Förderung der Grundstein für die Zukunft der Kinder ist. Eine neue Studie aus den USA zeigt aber, dass übertriebene Förderung auch eine gegenteilige Wirkung erzielen kann, wie liliput-lounge.de zu Beginn der Woche berichtete. Laut Jaime Grutzendler, Professor für Neurologie und Neurobiologie von der Yale University, erzielt die ständige Überforderung des kindlichen Gehirns den gleichen Effekt wie bei einem vernachlässigten Kind. Untersucht wurde dies an Babymäusen, bei denen sich die Lernfähigkeit nach drei Monaten Reizüberflutung enorm reduzierte. Diese Resultate können auch auf den Menschen übertragen werden.

Gesunder Menschenverstand gegen Überforderung

Damit es nicht zur Überforderung kommt, sollten sich die Eltern bewusst mit ihrem Kind und seinen Bedürfnissen auseinandersetzen. Dies empfiehlt Rainer Gillessen, Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin: «Lassen Sie Ihrem Kind Zeit zur Entwicklung und fordern Sie keine Leistungen, die es nur schwer oder gar nicht bewältigen kann. Sie würden nicht seine Intelligenz, sondern Verhaltensstörungen fördern.» Den fussballfanatischen Knaben täglich ans Klavier zu setzen, wirkt sich also nicht unbedingt positiv aus seine Entwicklung aus. Förderung macht nur Sinn, wenn sie dem Kind auch Spass macht.

Überforderung: intakte Familie hilft

Für den Bildungserfolg der Kinder ist laut Margrit Stamm, emeritierte Professorin an der Universität Fribourg, kein Indikator so wichtig wie die Sozialisation in der Familie – zwischen 20 und 25 Prozent der Leistungsunterschiede von Schulkindern gehe auf diese zurück. Wenn sich also das Kind in seinem Umfeld wohlfühlt und auf seine Bedürfnisse eingegangen wird, sind die besten Voraussetzungen für eine gute Entwicklung gegeben.


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