Beziehungen zu den Eltern pflegen

Unterricht in der Waldschule bedeutet auch mit anzufassen.

Während der freien Spielzeit können die Kinder ihrer Phantasie freien Lauf lassen.

Der Verein naturspielwald und die Lehrerinnen sind nicht die einzigen, die sich für die Waldschule engagieren. Auch die Eltern sind mit eingebunden. Jeden Tag begleitet ein Elternteil die Kinder im Bus und wenn an der Waldschule mal etwas umgebaut werden muss, dann helfen die Eltern mit.

Die Einbindung der Mütter und Väter ist eine Grundvoraussetzung und wichtiger Bestandteil des Konzepts. Die Waldschule ist für die Eltern zwar zeitintensiver als eine normale Schule. Doch Mütter wie Ursula Staubli machen das gern: «Die Waldschule ist für meine beiden Kinder Noe und Chiara genau das Richtige», sagt sie. Und selbst, wenn die Kleider der zwei nach einem Regentag im Wald vor Dreck stehen und sie Mühe hat, alles wieder sauber zu bekommen, ist sie überzeugt: «Der Aufwand lohnt sich, denn die Vorteile der Waldschule überwiegen deutlich.»

«Im Wald macht Schule viel mehr Spass» – Schüler Noe

Und diese Vorteile zeigen die Kinder anscheinend auch anhand ihrer Entwicklung, wenn sie in eine normale Schule wechseln. «Wir hören immer wieder, dass unsere ehemaligen Schüler über ein sehr gutes Konzentrationsvermögen und eine gute Wahrnehmung ihrer Umwelt verfügen. Ausserdem denken sie lösungsorientiert und sind sehr kreativ», sagt Lehrerin Sibylle Egloff.

Auch von den Kindern würde keines die freie Natur mit einer normalen Schule tauschen. Denn obwohl die Primarschüler unter ihnen zusätzlich zweimal wöchentlich im nahegelegenen Dorf Münzlihausen in dem Raum eines Schulhauses unterrichtet werden, lernen sie lieber im Freien. «Im Wald macht Schule viel mehr Spass als im Klassenzimmer.» sagt Schüler Noe.

Mehr Informationen zur Waldschule Baden

Im März 2000 begann das Projekt naturspielwald mit einer Waldspielgruppe. Wegen stetig steigender Nachfrage folgte 2004 der Waldkindergarten. Schnell wurde jedoch klar, dass das Angebot sich erweitern sollte. So wurde 2008 die Waldschule ins Leben gerufen. Heute sind rund 170 Kinder als sogenannte «Füxe», Waldspielgruppenkinder, Kindergärtler oder Schüler im Wald unterwegs.

Die Waldschule schliesst Kinder vom Kindergartenalter bis in die zweite Klasse ein. Danach müssen sie auf eine andere Schule wechseln. Die Altersspanne ist bewusst so gesetzt. «In diesem Alter können die Kinder gut miteinander und auch voneinander lernen. Bei grösseren Altersunterschieden wird der gemeinsame Unterricht schwieriger», erklärt Verena Speiser, Präsidentin des Vereins Naturspielwald (Anmerkung der Redaktion: Verena Speiser ist aktuell nicht mehr Präsidentin des Vereins).

Weitere Informationen finden sich auch auf der Webseite des Vereins.

Text und Fotos: Bianca Sellnow, August 2010, aktualisiert im Oktober 2017

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