Zum Inhalt
Kind > Teenager

Coole Kippe - wie bleiben Jugendliche Nichtraucher?

In der Pubertät locken viele Versuchungen. Eine davon sind Zigaretten – heute oft auch Vapes oder Nikotinbeutel. Auch wenn die Zahlen rückläufig sind, ist Prävention wichtig, damit Jugendliche Nichtraucher bleiben. Du kannst als Elternteil dazu einen wichtigen Beitrag leisten. 

Jugendliche sollten Nichtraucher bleiben
Immer mehr Jugendliche bleiben Nichtraucher - doch Prävention ist noch immer wichtig. Foto: Milan Marjanovic, iStock, Thinkstock

Die gute Nachricht vorweg: In der Schweiz rauchen immer weniger Jugendliche, das zeigte bereits eine Studie von «Sucht Schweiz». Gleichzeitig verändern sich die Produkte: Was früher vor allem die Zigarette war, ist heute oft «Dampfen» oder ein Nikotinprodukt ohne Rauch. Genau deshalb bleibt Prävention wichtig – damit möglichst viele Jugendliche nikotinfrei bleiben und gar nicht erst in eine Abhängigkeit hineinrutschen.

Ein Leben lang rauchfrei

Du kannst hier einen wichtigen Beitrag leisten. Denn am besten ist es, wenn Jugendliche gar nie mit dem Rauchen anfangen – aufhören ist später meist deutlich schwieriger. Und Studien zeigen: Wer in der Pubertät nicht raucht, fängt als Erwachsene:r kaum mehr damit an.

Einfache Rezepte, wie du Jugendliche vom Rauchen abhalten kannst, gibt es leider nicht. Eines ist jedoch unverzichtbar: «Prävention verlangt von jeder erwachsenen Person eine klare Haltung. Einmischen ist gefragt, denn Wegschauen leistet dem risikohaften Suchtmittelkonsum der Jugendlichen Vorschub», schreiben «Die Stellen für Suchtprävention im Kanton Zürich» in ihrer Broschüre «Trinken, Rauchen und Kiffen bei Jugendlichen».

Tipps, um Nichtraucher zu bleiben

Für Eltern

  • Vertrete eine klar ablehnende Haltung zum Rauchen und zu Nikotinprodukten.
  • Informiere dich und sprich mit deinem Sohn / deiner Tochter über die Probleme des Rauchens. Bleib beharrlich, aber vermeide Belehrungen und schwer erfüllbare Forderungen. 
  • Setze Grenzen, trefft Abmachungen. Dulde das Rauchen deiner Kinder nicht in deinem Zuhause oder Beisein, genauso wenig wie jenes der Freund:innen deines Kindes. Reagiere klar und konsequent bei Regelverletzungen.
  • Unterstütze deinen Sohn / deine Tochter darin, nicht zu rauchen oder damit aufzuhören – auch durch Anreize oder Belohnungen. 
  • Hol dir bei Problemen rechtzeitig fachliche Hilfe und Unterstützung von aussen.

Was heute unter «Rauchen» fällt

Wenn Jugendliche heute über «Rauchen» sprechen, meinen sie oft nicht mehr nur Zigaretten. Gemeint sind häufig auch Produkte, die keinen klassischen Rauch erzeugen – aber trotzdem Nikotin liefern und abhängig machen können. Dazu zählen vor allem E-Zigaretten (Vapes) und Nikotinbeutel (Pouches). Für dich als Elternteil hilft es, diese Unterschiede zu kennen: Dann kannst du gezielter nachfragen, Risiken realistisch einschätzen und klare Regeln formulieren.

Wenn du dich vertiefend informieren möchtest: Auf unserem Portal findest du den Beitrag «Vapes, Nikotinbeutel & Co.» als Ergänzung, der die Produktarten und typische Mythen im Alltag von Jugendlichen genauer einordnet.

Vapes/Einwegvapes: warum sie besonders schnell abhängig machen

Vapes (E-Zigaretten) und besonders Einwegvapes wirken auf viele Jugendliche «harmlos», weil sie süss schmecken, trendy aussehen und nicht nach Rauch riechen. Fachstellen der Suchtprävention betonen aber: Das Risiko liegt nicht nur in den Inhaltsstoffen, sondern vor allem im Nikotin – und in der Art, wie leicht und häufig konsumiert werden kann.

  • Nikotin kann stark abhängig machen: Auch beim Dampfen kann in kurzer Zeit viel Nikotin aufgenommen werden. Das steigert die Gefahr, dass aus «Ausprobieren» rasch regelmässiger Konsum wird.
  • Unterschätzte Konsummenge: Einwegvapes sind sofort einsatzbereit, werden zwischendurch genutzt und sind darum schwerer zu «zählen» als Zigaretten. Viele Jugendliche merken erst spät, wie oft sie tatsächlich konsumieren.
  • Aromen senken die Hemmschwelle: Frucht- und Süssaromen überdecken die typische Schärfe von Nikotin. Das macht den Einstieg leichter, gerade bei jüngeren Jugendlichen.
  • Ein wichtiges Missverständnis: «Kein Rauch» bedeutet nicht «ungefährlich». Für Jugendliche gilt: Am sichersten ist es, gar keine Nikotinprodukte zu verwenden.

Nikotinbeutel (Pouches) & «unsichtbarer» Konsum in Schule/zu Hause

Nikotinbeutel (Pouches) werden unter die Ober- oder Unterlippe gelegt. Das Nikotin wird über die Mundschleimhaut aufgenommen. Weil nichts verbrannt wird und es keinen Dampf gibt, bleibt der Konsum oft «unsichtbar» – und kann in der Schule, auf dem Schulweg oder sogar zu Hause unbemerkt stattfinden.

  • Schwer zu erkennen: Es gibt keinen Rauchgeruch, keine Wolken, keine typischen Utensilien wie Feuerzeug oder Aschenbecher.
  • Schneller Effekt: Viele Produkte wirken rasch. Je nach Produkt kann der Nikotinkick stark ausfallen – damit steigt auch das Risiko für Übelkeit, Schwindel oder Herzklopfen, besonders bei Anfänger:innen.
  • «Harmlos»-Mythos: Dass Pouches «nur im Mund» sind, lässt Risiken kleiner wirken. Tatsächlich bleibt Nikotin ein Suchtstoff – und kann dazu führen, dass Jugendliche später auch andere Produkte konsumieren.

Wenn du einen Verdacht hast, hilft oft ein ruhiger, neugieriger Einstieg statt Kontrolle. Das Ziel ist, ins Gespräch zu kommen, ohne dass dein Teenager sofort dichtmacht.

Recht & Jugendschutz in der Schweiz

Gesetze ersetzen keine Erziehung – aber sie geben dir Rückenwind für klare Regeln. In der Schweiz wurde der Jugendschutz rund um Tabak- und Nikotinprodukte in den letzten Jahren verschärft. Massgeblich ist das Tabakproduktegesetz (TabPG). 

Mindestalter 18 seit 01.10.2024 – was das für Eltern bedeutet

Seit dem 01.10.2024 gilt schweizweit: Verkauf von Tabak- und Nikotinprodukten an unter 18-Jährige ist verboten. Das betrifft nicht nur Zigaretten, sondern auch viele neuere Produkte wie E-Zigaretten/Vapes sowie Nikotinbeutel. Ziel ist, Jugendlichen den Zugang zu Nikotin zu erschweren und den Einstieg zu verhindern.

Was du daraus für deinen Alltag mitnehmen kannst:

  • Du kannst dich auf das Gesetz berufen: «Das ist nicht nur meine Regel – es ist in der Schweiz unter 18 auch gesetzlich nicht erlaubt.»
  • Klare Familienregeln werden leichter: Wenn du sagst «Bei uns zu Hause ist es nikotinfrei», passt das zur gesellschaftlichen Richtung des Jugendschutzes.
  • Bleib realistisch: Trotz Gesetz kommen Jugendliche manchmal über Kolleg:innen oder Onlinekanäle an Produkte. Umso wichtiger sind Beziehung, Gespräch und klare Grenzen.

Wenn dein Teenager schon konsumiert

Wenn dein Kind bereits raucht, vaped oder Pouches nutzt, ist das ein Schock – und gleichzeitig eine Chance, rechtzeitig gegenzusteuern. Entscheidend ist jetzt weniger der «perfekte» Satz, sondern dass du dranbleibst: ruhig, klar und unterstützend.

Mini-Fahrplan: Gespräch – Regeln – Unterstützung – Hilfe

1) Gespräch: Such dir einen ruhigen Moment. Starte nicht mit Vorwürfen, sondern mit Beobachtung und Sorge. Konkrete Sätze, die oft gut funktionieren:

  • «Ich habe den Eindruck, dass du manchmal vaped/rauchst. Ich will dich nicht fertig machen – ich mache mir Sorgen und möchte verstehen, was dahinter steckt.»
  • «Wie ist das bei euch in der Schule/Clique mit Vapes oder Nikotinbeuteln? Ist das gerade ein Thema?»
  • «Was bringt dir das in dem Moment – Entspannung, dazugehören, Langeweile? Lass uns gemeinsam schauen, was dir sonst helfen könnte.»

2) Regeln: Sag klar, wofür du stehst. Formuliere wenige, umsetzbare Regeln (z.B. nikotinfrei zu Hause, nicht im Auto, nicht vor Geschwistern) und lege Konsequenzen fest, die du auch wirklich einhalten kannst.

3) Unterstützung: Frag dein Kind, was es braucht, um weniger zu konsumieren oder aufzuhören. Hilfreich können sein: Stressabbau-Alternativen, Sport/Bewegung, kurze «Wenn-dann»-Pläne für Gruppendruck (z.B. «Wenn mir jemand eine Vape anbietet, dann sage ich: Nein, ich will das nicht – ich bin raus.»).

4) Hilfe: Wenn du merkst, dass dein Teenager nicht mehr ohne Nikotin kann, heimlich konsumiert oder das Thema bei euch immer wieder eskaliert, hol früh Unterstützung. Das entlastet euch beide und erhöht die Chance, dass es nicht chronisch wird.

Für rauchende Eltern

  • Sprich mit deinem Kind auch über die negativen Seiten deines eigenen Tabakkonsums.
  • Rauche nicht in der Gegenwart deiner Kinder. 
  • Rauche nicht innerhalb der Wohnung oder im Auto. 
  • Bitte auch deine Gäste, nicht zu rauchen. 

Des Weiteren wird geraten, dass du dir Zeit nimmst für dein Kind, ihm zuhörst und es ernst nimmst. Das bringt oft viel mehr, als strikte Regeln zu verhängen, die dann doch nicht eingehalten werden.

Laden Sie die Broschüre «Trinken, Rauchen und Kiffen bei Jugendlichen» von «Die Stellen für Suchtprävention im Kanton Zürich» kostenlos herunter.

0 Kommentare

?

Meistgelesene Artikel

Anmelden oder Registrieren

Melde dich kostenlos an und diskutiere mit anderen Eltern und speichere deine Artikel.
Anmelden Registrieren

Speichere deine Artikel

Logge dich ein oder erstelle einen Account und du kannst deine Artikel für später speichern.
Anmelden Registrieren