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Stress, Erschöpfung, Angst: Wie es Schweizer Jugendlichen geht – und wie du als Elternteil helfen kannst

Viele Jugendliche in der Schweiz fühlen sich gestresst, erschöpft oder haben Angst – oft ohne dass Eltern genau verstehen, was dahintersteckt. Vielleicht merkst du, dass dein Teenager sich verändert, weint, gereizt ist oder in der Schule abrutscht, und du fragst dich, was noch «normal» ist und wann du handeln musst. Dieser Artikel fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen, zeigt Warnzeichen und gibt dir konkrete Ideen, wie du dein Kind im Alltag stärken und in der Schweiz Hilfe finden kannst.

Ein besorgtes Mädchen im Kreise ihrer Freundinnen
Teenager stehen heute vielfach unter Druck © Christa Boaz / Getty Images

Was Studien über das Wohlbefinden Schweizer Teenager sagen

Pro Juventute Jugendstudie 2024 – Kernaussagen

Die Pro Juventute Jugendstudie 2024 zeigt deutlich: Ein grosser Teil der Jugendlichen in der Schweiz erlebt psychische Belastungen. Viele berichten von starkem Schulstress, Zukunftsängsten und dem Gefühl, nicht zu genügen. Besonders häufig genannt werden Druck durch Noten, Übertritts- und Abschlussprüfungen, sowie die Angst, den Erwartungen von Schule, Eltern und sich selbst nicht gerecht zu werden.

Auch soziale Faktoren spielen eine grosse Rolle: Wer sich in der Klasse oder in den sozialen Medien ausgegrenzt fühlt, wer Mobbing erlebt oder ständig Vergleiche mit anderen sieht, ist besonders gefährdet. Jugendliche beschreiben, dass sie «dauernd funktionieren» müssen – in der Schule, in Hobbys, aber auch online. Viele haben das Gefühl, nie ganz abschalten zu können.

Gleichzeitig betonen Jugendliche in der Studie, wie wichtig ihnen die Beziehung zu ihren Eltern ist – auch wenn sie das nach aussen nicht immer zeigen. Eltern, die zuhören, Interesse zeigen und nicht nur nach Leistungen fragen, werden von vielen Jugendlichen als wichtiger Schutzfaktor genannt.

BAG/HBSC – Trends über die Zeit

Die Schweizer Daten aus der HBSC-Studie (Health Behaviour in School-aged Children) unter der Leitung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zeigen über die letzten Jahre einen klaren Trend: Psychische Beschwerden wie Niedergeschlagenheit, Nervosität, Schlafprobleme und anhaltende Müdigkeit haben bei Jugendlichen zugenommen. Besonders betroffen sind Mädchen und Jugendliche mit chronischen Belastungen wie familiären Konflikten oder wirtschaftlichen Sorgen.

Die HBSC-Daten machen auch deutlich: Schulstress ist einer der häufigsten genannten Gründe für psychische Beschwerden. Viele Jugendliche geben an, dass sie sich durch Aufgaben, Prüfungen und Leistungsansprüche überfordert fühlen. Gleichzeitig zeigen die Studien, dass schützende Faktoren – etwa eine gute Beziehung zu Eltern, Freund:innen, Lehrpersonen und geregelte Tagesabläufe – helfen können, mit diesem Druck besser umzugehen.

Zusammengefasst sagen die Studien: Psychische Belastungen bei Jugendlichen sind in der Schweiz kein Randphänomen, sondern betreffen sehr viele. Das heisst nicht, dass jede schlechte Phase gleich eine psychische Krankheit ist – aber es zeigt, wie wichtig es ist, hinzuschauen und früh zu unterstützen.

Warnzeichen – und was noch «normal» ist

In der Pubertät verändern sich Jugendliche stark: Stimmungsschwankungen, Rückzug ins eigene Zimmer, mehr Schlafbedarf und Konflikte mit dir als Elternteil gehören bis zu einem gewissen Grad zur normalen Entwicklung. Entscheidend ist aber, wann und wie lange Veränderungen auftreten und wie stark sie den Alltag beeinträchtigen.

Rückzug, Schlaf, Leistungseinbruch

Es hilft, dir ein inneres «Ampelsystem» vorzustellen:

Grüner Bereich – meist noch im Rahmen der normalen Entwicklung:

Dein Teenager

  • ist gelegentlich gereizt, launisch oder «zickt» herum, findet aber zwischendurch wieder in gute Stimmung
  • verbringt viel Zeit im Zimmer oder online, hat aber weiterhin Kontakt zu Freund:innen und geht Hobbys nach
  • schläft am Wochenende länger und ist morgens müde, steht aber grundsätzlich auf und geht zur Schule
  • hat vor Prüfungen Stress oder Lampenfieber, kann nachher aber wieder entspannen

Gelber Bereich – genau hinschauen und das Gespräch suchen:

Hier beobachtest du zum Beispiel, dass dein Kind seit mehreren Wochen

  • sich deutlich mehr zurückzieht und kaum noch mit der Familie spricht
  • aktiv Dinge meidet, die früher Freude gemacht haben (Sport, Musik, Treffen mit Freund:innen)
  • häufig Schlafprobleme hat – schwer einschläft, in der Nacht aufwacht oder morgens kaum aus dem Bett kommt
  • konzentriert wirkt, aber zunehmend schulische Schwierigkeiten und einen spürbaren Leistungseinbruch zeigt
  • häufig über Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder andere körperliche Beschwerden klagt, ohne klare medizinische Ursache

In dieser «gelben» Phase lohnt es sich, früh das Gespräch zu suchen, gemeinsam nach Entlastung zu schauen und bei Bedarf fachliche Hilfe einzubeziehen. Je früher du reagierst, desto eher kann sich eine Belastung wieder zurückbilden, bevor sie sich verfestigt.

Roter Bereich – rasch handeln und Hilfe holen:

Ein «rotes» Warnsignal ist, wenn dein Teenager über mehrere Wochen kaum noch Freude an etwas hat, sich stark verändert oder der Alltag massiv beeinträchtigt ist, zum Beispiel:

  • anhaltende niedergeschlagene Stimmung, Hoffnungslosigkeit, ständiges Weinen oder völlige innere Leere
  • deutlicher sozialer Rückzug: kaum Kontakt zu Freund:innen, kaum Verlassen des Zimmers oder der Wohnung
  • massive Schlafstörungen, starke Appetitveränderungen, deutlicher Gewichtsverlust oder -zunahme
  • starker Leistungsabfall, häufiges Fernbleiben von der Schule, Schulverweigerung
  • häufige Aussagen wie «Es bringt ja alles nichts», «Ich kann das nicht mehr», «Ohne mich wäre es besser»

Solche Anzeichen können auf eine depressive Episode oder eine Angststörung hinweisen. Spätestens jetzt braucht es professionelle Unterstützung, etwa über die Hausärzt:in, Kinder- und Jugendpsychiatrie oder andere spezialisierte Stellen. Du musst diese Einschätzung nicht alleine treffen – lieber einmal mehr fachlichen Rat einholen.

Selbstverletzung/Suizidgedanken – rote Flaggen

Selbstverletzendes Verhalten (z.B. Schneiden, Verbrennen, Schlagen gegen den eigenen Körper) ist immer ein ernstes Warnsignal. Jugendliche berichten oft, dass sie damit versuchen, innere Spannungen zu reduzieren oder Gefühle wie Leere, Wut oder Trauer zu regulieren, die sich anders kaum aushalten lassen. Auch wenn Selbstverletzungen nicht mit einer klaren Suizidabsicht verbunden sind, ist das Risiko für spätere Suizidversuche erhöht.

Unbedingt ernst nehmen solltest du insbesondere, wenn dein Teenager:

  • Spuren von Schnitten, Verbrennungen oder Verletzungen zeigt, die nicht erklärt werden können oder «Unfällen» zugeschrieben werden, die nicht recht passen
  • klare Suizidäusserungen macht («Ich will nicht mehr leben», «Es wäre besser, ich wäre weg»)
  • Suizidgedanken äussert oder von Plänen, Methoden oder Abschiedsszenarien spricht
  • plötzlich sehr ruhig wirkt, nachdem es zuvor starke Verzweiflung gab (dies kann ein Warnzeichen sein, dass ein Entschluss gefasst wurde)

Fachgesellschaften betonen, dass Nachfragen nach Suizidgedanken kein zusätzliches Risiko erzeugt. Im Gegenteil: Offenes, ruhiges Nachfragen («Hast du manchmal Gedanken, dir etwas anzutun?») kann entlastend wirken und ist ein wichtiger Schritt, um Hilfe zu organisieren.

Bei akuter Gefahr – wenn dein Kind konkrete Suizidpläne äussert, sich selbst stark verletzt oder du die Situation nicht mehr einschätzen kannst – ist es wichtig, sofort Hilfe zu holen (Notruf 144, psychiatrische Notfallstelle, Kinder- und Jugendnotfall). In der Schweiz steht Jugendlichen rund um die Uhr die Notrufnummer «147» zur Verfügung, bei der sie anonym Unterstützung und Beratung erhalten können.

Was Eltern im Alltag tun können

Du kannst nicht alle Belastungen deines Teenagers wegnehmen – aber du kannst entscheidend dazu beitragen, wie gut dein Kind damit umgehen kann. Studien zeigen, dass eine verlässliche Beziehung zu Eltern, klare Strukturen, ausreichend Schlaf und Bewegung starke Schutzfaktoren für die psychische Gesundheit sind.

Beziehung, Struktur, Schlaf, Bewegung

Beziehung: Da sein, auch wenn es unbequem wird

Jugendliche brauchen das Gefühl, angenommen zu sein – mit ihren Stärken und Schwächen. Das bedeutet nicht, dass du alles gutheissen musst, aber dass du innerlich verfügbar bleibst.

Hilfreich kann sein, wenn du:

  • regelmässig kurze Momente der Nähe einbaust (gemeinsames Essen, Autofahrt, Spaziergang, ein kurzes «Wie war dein Tag?» ohne Erwartung eines grossen Gesprächs)
  • zuhörst, ohne sofort zu bewerten oder Lösungen zu präsentieren («Magst du mir erzählen, was los ist?» statt «Du musst einfach …»)
  • Gefühle spiegelst («Ich habe das Gefühl, du bist gerade sehr erschöpft/enttäuscht/verunsichert – stimmt das?»)
  • klar signalisierst: «Du bist mir wichtiger als deine Leistungen. Wir finden gemeinsam einen Weg.»

Struktur: Sicherheit im Alltag

Ein gewisser Rahmen hilft dem Gehirn, Stress besser zu regulieren. Überlege gemeinsam mit deinem Teenager:

Wie kann ein typischer Tag aussehen mit

  • festen Aufsteh- und Zubettgehzeiten (auch am Wochenende nicht komplett anders)
  • klaren Lernzeiten und geplanten Pausen
  • verlässlichen Familienzeiten (z.B. gemeinsames Abendessen an mehreren Tagen pro Woche)
  • abgesprochenen Medienzeiten, insbesondere vor dem Schlafen

Wichtig ist, dass du diese Struktur nicht einfach «verordnest», sondern möglichst gemeinsam mit deinem Teenager aushandelst. So steigt die Bereitschaft, sich daran zu halten.

Schlaf: Der unterschätzte Faktor

In der Pubertät verschiebt sich der innere Schlafrhythmus nach hinten – viele Jugendliche werden abends später müde und würden morgens gerne länger schlafen. Wenn sie zu wenig Schlaf bekommen, verstärkt das Müdigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und depressive Symptome.

Unterstützen kannst du zum Beispiel, indem du

darauf achtest, dass

  • dein Teenager insgesamt genügend Schlaf bekommt (meist 8–10 Stunden pro Nacht im Jugendalter)
  • Bildschirme in der letzten Stunde vor dem Schlafen reduziert werden oder auf «Nachtmodus» gestellt sind
  • das Bett vor allem zum Schlafen genutzt wird und nicht als permanenter Lern- oder Gamingplatz
  • spätnachmittags/abends auf grosse Mengen Koffein (Energy Drinks, starker Kaffee) verzichtet wird

Perfekt wird es nie – aber jede kleine Verbesserung im Schlaf kann sich deutlich auf die Stimmung auswirken.

Bewegung: Stress abbauen, Körper spüren

Körperliche Aktivität hilft, Stresshormone abzubauen, den Schlaf zu verbessern und positive Gefühle zu fördern. Das muss kein Leistungssport sein. Hilfreich sind zum Beispiel:

Spaziergänge, Fahrradfahren, Tanzen, Teamsport, aber auch täglich ein kurzer Weg zu Fuss zur Schule oder ein Basketballkorb auf dem Pausenplatz. Wichtig ist weniger das «Was» als das «Wie oft»: lieber regelmässig und niedrigschwellig als selten und perfekt. Wenn du selbst aktiv bist und Bewegung vorlebst, erhöht das die Chance, dass dein Teenager mitzieht – auch wenn er oder sie es nicht zugeben wird.

Gespräche: 10 Fragen, die nicht wie ein Verhör klingen

Viele Eltern haben Angst, etwas Falsches zu sagen. Entscheidend ist weniger die perfekte Formulierung, sondern deine Haltung: interessiert, zugewandt, nicht wertend. Statt Suggestivfragen («Dir geht es doch gut, oder?») helfen offene Fragen, die Raum geben.

Zehn mögliche Einstiege, die du an dein Kind anpassen kannst:

  1. «In letzter Zeit habe ich das Gefühl, du bist sehr erschöpft. Wie erlebst du das selbst?»
  2. «Wenn du deinen Alltag auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten würdest – wie anstrengend ist er gerade für dich?»
  3. «Was sind im Moment die drei Dinge, die dich am meisten stressen?»
  4. «Gibt es etwas, das dir in letzter Zeit besonders Sorgen macht, auch wenn es dir vielleicht klein oder peinlich vorkommt?»
  5. «Wann hast du dich in den letzten Wochen richtig wohl oder zufrieden gefühlt – auch wenn es nur kurz war?»
  6. «Was hilft dir am meisten, wenn du gestresst oder traurig bist? Gibt es etwas, das ich tun kann, das dir wirklich nützt?»
  7. «Wie erlebst du die Erwartungen von Schule, uns Eltern, Freund:innen – was ist dir zu viel?»
  8. «Wenn du etwas an deinem Alltag ändern könntest, damit es dir besser geht – was wäre das?»
  9. «Hast du manchmal Gedanken wie ‘Es wird nie besser’ oder ‘Ich mag nicht mehr’? Wenn ja, würde ich das gerne verstehen.»
  10. «Möchtest du lieber, dass ich dir Vorschläge mache, oder soll ich einfach zuhören und da sein?»

Versuche, nicht alles in ein einziges «grosses Gespräch» zu packen. Viele kleine, entspannte Gesprächsmomente (beim Kochen, Autofahren, Spazieren) sind oft hilfreicher als ein angekündigtes «Wir müssen reden». Wenn dein Teenager nicht sprechen will, kannst du trotzdem signalisieren: «Okay, ich dränge dich nicht. Aber ich bin da, wenn du bereit bist.»

Hilfe in der Schweiz

Du musst die Situation nicht alleine tragen. In der Schweiz gibt es verschiedene Anlaufstellen, die dich und dein Kind unterstützen können – von niederschwelliger Beratung bis zu spezialisierter Therapie. Es ist kein Zeichen von Schwäche, Hilfe zu suchen, sondern ein aktiver Schritt, Verantwortung zu übernehmen.

147 & Krisenhilfe

Die Notrufnummer «147» ist ein wichtiges Angebot für Kinder und Jugendliche in der Schweiz. Sie können dort jederzeit kostenlos und anonym anrufen, chatten oder schreiben. Berater:innen hören zu, nehmen Sorgen ernst und helfen, nächste Schritte zu klären. Für viele Jugendliche ist es einfacher, zuerst mit einer neutralen Fachperson zu sprechen, bevor sie sich Eltern öffnen.

Du kannst deinem Teenager zum Beispiel sagen: «Wenn du mit mir gerade nicht reden magst, ist das okay. Mir ist aber wichtig, dass du mit jemandem sprichst. Es gibt die Nummer 147, da sitzen Leute, die sich auskennen und dir zuhören.»

Auch für dich als Elternteil gibt es Telefon- und Onlineberatungen, bei denen du anonym Fragen stellen und deine Situation schildern kannst. Dort erhältst du Einschätzungen, wie dringlich weitere Schritte sind, und Hinweise auf Angebote in deiner Region.

Schule (Schulsozialarbeit) & Hausärzt:in

Die Schule ist nicht nur ein Ort von Leistung und Stress, sondern kann auch ein wichtiger Partner bei der Entlastung sein. Viele Schulen in der Schweiz verfügen über Schulsozialarbeit oder schulpsychologische Dienste. Diese Fachpersonen kennen typische Belastungen von Jugendlichen, können Gespräche mit deinem Kind anbieten und – mit Einverständnis – auch mit dir und der Schule nach Lösungen suchen (z.B. Anpassung des Lernpensums, Prüfungsentlastung, Unterstützung bei Mobbing).

Die Hausärzt:in oder Kinderärzt:in ist oft eine gute erste medizinische Anlaufstelle. Sie kann:

  • körperliche Ursachen von Erschöpfung, Schlafstörungen oder Schmerzen abklären
  • eine erste Einschätzung der psychischen Situation deines Kindes geben
  • bei Bedarf an spezialisierte Kinder- und Jugendpsychiatrie oder Psychotherapie weiterverweisen
  • dich zu Fragen rund um Schule, Sport, Medienkonsum und Alltag beraten

Nimm zu einem solchen Termin möglichst konkrete Beobachtungen mit: Seit wann gibt es welche Veränderungen? Wie stark sind Schlaf, Appetit, Schule, soziale Kontakte betroffen? So kann die Fachperson die Situation besser einordnen.

KJPP/KJPD & Therapieplätze – Erwartungen managen

Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienste (KJPD/KJPP) sowie niedergelassene Psychotherapeut:innen sind auf die Behandlung von psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter spezialisiert. Bei Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, schweren Belastungsreaktionen oder Suizidalität sind sie wichtige Partner.

In der Praxis gibt es allerdings häufig Wartezeiten für Therapieplätze. Das kann sich frustrierend anfühlen, wenn es deinem Kind schlecht geht. Einige Punkte, die dir helfen können, mit der Situation umzugehen:

  • Früh dran sein: Warte nicht, bis die Situation völlig eskaliert ist. Wenn du merkst, dass dein Teenager seit einigen Wochen deutlich leidet, kannst du bereits jetzt Kontakt zu Fachstellen aufnehmen.
  • Mehrere Stellen anfragen: Frage bei verschiedenen Praxen/Kliniken an und erkundige dich, ob es Wartelisten oder Notfallsprechstunden gibt.
  • Überbrückende Unterstützung nutzen: Während du auf einen Platz wartest, können Schulsozialarbeit, Beratungsstellen, Jugendberatungen und die Hausärzt:in unterstützen.
  • Rolle der Eltern: Auch wenn dein Kind in Therapie ist, bleibst du eine wichtige Bezugsperson. Oft wünschen Fachpersonen, dass Eltern in den Prozess einbezogen werden, um den Alltag zu entlasten und Veränderungen zu unterstützen.

Was du realistisch erwarten kannst: Eine Therapie löst nicht alle Probleme von heute auf morgen, aber sie bietet einen geschützten Raum, in dem dein Teenager lernen kann, Gefühle besser zu verstehen, mit Stress umzugehen und andere Sichtweisen zu entwickeln. Oft braucht es einige Wochen, bis erste Veränderungen spürbar werden.

Wichtig ist, dass du dir als Mutter oder Vater bewusst machst: Du bist nicht schuld an jeder psychischen Krise deines Kindes – aber du kannst eine entscheidende Ressource auf dem Weg durch diese Krise sein. Es ist ein Zeichen von Stärke, wenn du Unterstützung annimmst, deine eigenen Grenzen achtest und dir selbst ebenfalls Pausen zugestehst.

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