Situation in der Schweiz

Frauen mit Behinderung müssen viele Hürden überwinden, wenn sie Mutter werden möchten.

Frauen mit Behinderung müssen viele Hürden überwinden, wenn sie ein Kind bekommen möchten.

In der Schweiz leben laut Angie Hagemann von Avanti Donne geschätzte 225.000 Frauen mit einschneidenden Beeinträchtigungen. Wie viele von ihnen Mütter sind, ist nicht bekannt. Über eine Kämpferinnennatur müssen Mütter mit Behinderung sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz verfügen. «Der Versicherungsschutz ist insgesamt unbefriedigend. Insbesondere, da eine behinderte Frau durch eine Schwangerschaft unter Umständen finanziell schlechter gestellt wird. Hinzu kommt der psychosoziale Rechtfertigungsdruck», erklärt Hagemann die Situation behinderter Mütter in der Schweiz.

Wie schafft frau das bloss?

Wie kann man all diese finanziellen und sozialen Hürden als Mutter mit Behinderung überhaupt bewältigen? «Man muss hartnäckig sein und immer wieder Widerspruch einlegen», rät Kerstin Weiss. Bis ihr jüngstes Kind 12 Jahre alt ist, wird sie, dank viel Durchsetzungskraft, noch Assistenz für ihre Kinder finanziert bekommen. Und dann? «Dann sind die Kinder gross genug. Dann müssen sie alles selbst können», sagt Weiss mit einem zynischen Unterton in der Stimme.

Recht so!

Missen möchte Kerstin Weiß ihre gut organisierte Grossfamilie an keinem einzigen Tag. Jede Frau hat das Recht auf Mutterschaft. Jede Frau hat das Recht an der Erziehung ihres Kindes. Und jede Frau, die den Wunsch und die Möglichkeit hat Mutter zu sein, sollte dabei bestmöglich unterstützt werden. Rechtlich, finanziell und sozial.

Quelle: Stiftung MyHandicap www.myhandicap.ch

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