Pilotprojekt: Familienfreundlich = wettbewerbsfähig

Während sich grosse Unternehmen eigene Kinderkrippen und Vaterschaftsurlaub leisten können, enthalten sich kleine Unternehmen oftmals noch einer familienfreundlichen Personalpolitik. Dabei geht es nicht um ein paar Tage Vaterschaftsurlaub, sondern um Flexibilität, die Eltern während des ganzen Vorschul- und Schulalters ihrer Kinder brauchen: Also das ganze Programm aus flexiblen Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit, Jobsharing, Telearbeit. Auch wenn nach Professor Norbert Thom, Direktor des Instituts für Betriebswirtschaftslehre der Universität Bern «Jobsharing ein Gebot ökonomischer Klugheit» ist, tun sich noch viele KMU schwer mit der Umsetzung einer selbigen.

Doch es gibt vereinzelte Lichtblicke. Bei der Aufgabe, die Personalpolitik von Unternehmen familienfreundlicher zu gestalten, werden ab April 2009 10 bis 12 Klein- und Mittelunternehmen im Kanton Aargau unterstützt. Sie sollen die Chance erhalten, familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu schaffen und damit nicht zuletzt auch ihre Zukunftsfähigkeit zu verbessern.

Ganz nach der Direktive von Bundesrätin Doris Leuthard, die 2007 im Vorwort des KMU-Handbuches «Beruf und Familie» vom SECO schrieb: «Die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine politische Priorität unseres Landes. Die Unternehmen spielen eine wichtige Rolle bei der Realisierung von Fortschritten in diesem Bereich, vor allem durch die Schaffung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen.»

Also: Unternehmen vor! Es ist doch so: Mehr Krippenplätze entheben die Firmen nicht eigentlich ihrer Menschenpflicht zur Familienfreundlichkeit. Sie würden - in den derzeit herrschenden Zeiten des Fachkräftemangels - nicht zuletzt auch Nachwuchsförderung für die eigene Firma betreiben. Langfristig gedacht.

Text: Kathrin Fischer

Familienfreundliche Unternehmen können Sie hier finden und bewerten: http://jobundfamilie.ch

 

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