Ideen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Männer, die Teilzeit arbeiten, können mit ihren Kindern mehr Zeit verbringen.

Für Väter gibt es keinen gesetzlich geregelten Vaterschaftsurlaub. Foto: © Pavel Losevsky - Fotolia.com

Elternzeit für Väter und Mütter

Die Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen (EKFF) hat deshalb schon im Oktober 2010 die Einführung einer gesetzlich geregelten Elternzeit von 24 Wochen gefordert, die sowohl von Vätern als auch von Müttern in Anspruch genommen werden könnte. Die EKFF hofft, dass die «Elternzeit auch bei geringem Männeranteil ein allmähliches Umdenken begünstigen und längerfristig zu einer egalitären Rollenverteilung beitragen (kann). Sie stärkt die Verhandlungsposition der Väter als Arbeitnehmende mit familiären Verpflichtungen.»

Solche Vorschläge für die Einführung eines Eltern- oder Vaterschaftsurlaubs haben in der Schweiz aber einen schweren Stand. Der Arbeitgeberverband kritisierte die hohen Kosten des Modells. Auch die parlamentarische Initiative der Grünen Fraktion für die Einführung eines Elternurlaubs nach dem Modell der EKFF wurde jetzt abgelehnt. Etwas anders sieht es beim eigenverantwortlichen Modell von «männer.ch» aus. Es sieht vor, dass Männer und Frauen ähnlich wie bei der Altersvorsorge mit einem frei wählbaren Prozentsatz ihres Lohnes oder jährlichen Zahlungen ein Elternzeitguthaben ansparen, das steuerlich begünstigt wird. Kommt ein Baby zur Welt, können sie das Guthaben nutzen, um die Arbeitszeit zu reduzieren oder Ferien zu nehmen.

Ruth Derrer Balladore vom Arbeitgeberverband bestätigte kürzlich der «NZZ», dass dem Verband das eigenverantwortliche Modell deutlich besser behage. «Gegen eine private Versicherung habe ich nichts einzuwenden», sagte sie. Auch politisch könnte das Modell besser ankommen. Der Ständerat unterstützt den Vorschlag und hat im Herbst 2011 ein entsprechendes Postulat an den Bundesrat überwiesen. Dieser will nun das «vorgeschlagene Modell einer vertieften Analyse zu unterziehen, da es gewisse neue und interessante Ansätze enthält», heisst es in der Stellungnahme Bundesrates.

Gute Erfahrungen werden derzeit auch mit Väterforen gemacht. Die Fachstelle «UND» gibt Männern eine Plattform, um sich untereinander und mit Führungskräften zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie auszutauschen. Männer erfahren mehr über väterfreundliche Arbeitszeitmodelle und wie sie mehr Zeit für die Betreuung ihrer Kinder, für die Hausarbeit und für sich selber gewinnen können. Derzeit bieten Unternehmen wie die Swisscom oder die Stadtverwaltung Winterthur solche Väterforen an.

Autor: Angela Zimmerling im März 2012

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