«Wir wollten nie in Saus und Braus leben»

Für die Familie Fischer war immer klar, dass sie nicht in Saus und Braus leben wollen – aber jeden Rappen umdrehen, wollten sie auch nicht. Damit sie finanziell abgesichert sind, hat Mario Fischer neben dem Trainerjob noch einen Nebenjob. Beim Midnight Move in Buchs leitet er einmal pro Woche das nächtliche Fussball-Training mit Jugendlichen. Vor kurzem erfuhr Mario Fischer, dass er beim FCZ befördert wird. Diese Beförderung ist optimal, weil er mehr verdient, ohne öfter präsent sein zu müssen. Aus Zeitgründen wird Mario Fischer in Zukunft nur noch als FCZ- Trainer unterwegs sein. Familie Fischer zieht jedes Jahr im Mai Bilanz. Bis jetzt sehe es sehr gut aus. Die Angst vor finanziellen Problemen war unbegründet.

Eine Woche im Leben von Familie Fischer

Mario Fischer ist meistens zu Hause, ausser an drei Abenden in der Woche und tagsüber am Wochenende, wenn das Training oder Spiele und Turniere auf dem Plan stehen. Die Papierarbeit für seinen Trainerjob erledigt er zu Hause, im Home Office. Dienstag und Mittwoch sind seine fixen Kindertage, weil seine Frau dann als Buchhalterin arbeitet. Das gilt auch für die Nächte von Montag auf Dienstag und von Dienstag auf Mittwoch. Wenn ein Kind in der Nacht wach wird, muss er aus dem Bett und es beruhigen. Er betont, dass 24 Stunden für die Kinder da zu sein, nicht so einfach sei wie sich das viele Männer vorstellen. Es sei mit dem Stress bei der Arbeit kaum zu vergleichen. Man müsse sich niemandem gegenüber rechtfertigen, aber man habe auch wirklich keine Sekunde Ruhe. Es sei wie 24 Stunden Pikettdienst.

Bis auf Dienstag und Mittwoch, den Arbeitstagen seiner Frau, wechseln sich die Fischers mit dem Früh-Aufstehen ab, damit jeder mal ausschlafen kann. Wer an der Reihe ist, frühstückt mit den Kindern und schickt den fünfjährigen Sohn in den Kindergarten. Nur schon die Tatsache, dass beide mal ausschlafen können, sei Lebensqualität für sie. Auch mit dem Ins-Bett-Bringen wechseln sie sich ab, ergänzt der Teilzeitman. Den Kindern sei es egal, wer was mache.

«Sie ist der Chef»

Ähnliches gilt für die Arbeit im Haushalt. «Da wechseln wir uns ab. Nein, eigentlich stimmt das nicht. Sie ist der Chef.» Mario Fischer lacht verschmitzt. Einen Mann könne man seiner Meinung nach nicht an ein Bügeleisen ranlassen. Die Aufteilung müsse Sinn machen. Staubsaugen, Wäsche waschen oder die Fenster putzen könne er auch. Man müsse aber selbst auf die Idee kommen, dass die Fensterscheiben wieder einmal geputzt werden könnten. Für seine Frau war es am Anfang nicht leicht, die Hausarbeiten abzugeben. Wenn Mario Fischer seine Frau fragte, was er tun könne, hat sie oft gesagt: «Nichts, ich mache das, wenn ich zu Hause bin.» Sie hat Zeit gebraucht, bis sie die Hausarbeiten abgeben konnte.

Normalerweise besprechen Mario Fischer und seine Frau am Vorabend, wer am nächsten Tag welche Aufgaben übernimmt. «Aber ich finde es ist normal, dass beide alles machen. Wenn beide dieselben Vorstellungen haben, geht das ganz einfach. Das Einkaufen erledigt aber zum Beispiel immer meine Frau. Sie managt unser Haushaltsbudget und hat die Übersicht. Jetzt muss sie die Kinder nicht mehr mitnehmen, das macht es viel leichter.»

«Mein Sohn ist wahrscheinlich das einzige Kind, das den M-Budget Hamburger isst»

Dienstag und Mittwoch, wenn Mario Fischer alleine mit den Kindern ist, steht er mit ihnen auf und sie frühstücken gemeinsam. Danach geht der Sohn in den Kindergarten. Dann gibt es einen Schoppen für seine Tochter und sie schläft noch einmal. Diese Zeit wird genutzt, um Haushaltsarbeiten zu erledigen. Manchmal holt Mario Fischer zusammen mit seiner Tochter seinen Sohn vor dem Mittag vom Kindergarten ab. Dann gibt es ein gemeinsames Mittagessen. «Meine Frau kocht besser. Bei mir gibt es die einfacheren Sachen, die die Kinder gerne haben, aber vielleicht nicht so oft essen sollten», sagt er und schmunzelt. «Das ist aber auch so ein bisschen unser Highlight. Mein Sohn ist wahrscheinlich das einzige Kind, das den Migros-Budget Hamburger essen kann, sonst mag den ja keiner. Am Nachmittag darf der Grosse immer eine halbe Stunde fernsehen. Im Anschluss daran gehen wir raus oder machen Spiele.» Die Kleine schlafe am Nachmittag noch, dann habe er Zeit für seinen Sohn. Am Mittwochabend geht Mario Fischer ins Training und bringt seine Kinder zu einer der Grosis. Ein Highlight für die Kinder ist, dass Mario Fischers Mutter auf einem Bauernhof lebt. Die Zeit auf Grosis Bauernhof gefällt den Kindern besonders gut.

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