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Ich und TikTok: Eine Zehnjährige erzählt – Filter, Follower, Elternkontrolle

TikTok gehört bei Kindern und Jugendlichen zu den beliebtesten Apps. Aber was ist daran so cool? Die zehnjährige Sara hat es 2019 für uns aufgeschrieben: was sie dort macht, welche Filter sie mag, und warum ihre Eltern ab und zu ihr Profil anschauen. Ihr Bericht steht hier unverändert. Dazu ordnet die Redaktion ein, was Eltern heute wissen sollten: von der Altersgrenze bis zum begleiteten Modus.

Kinder und Jugendliche nutzen immer häufiger TikTok.
Die zehnjährige Sara nutzte die Video-App TikTok regelmässig, als sie diesen Bericht 2019 schrieb. Foto: Redaktion Familienleben

Was ich auf TikTok mache

Ich mache am liebsten Videos zu Musik, zu der man auch tanzen kann. Immer wieder gibt es auch sogenannte Trends. Dabei hat es zu einer bestimmten Musik einen Tanz, den man mitmachen kann. Der Nachteil von diesen Trends ist, dass – wenn man den Tanz dann mal kann – man ihn die ganze Zeit tanzen will, inklusive in der Schule oder bei den Hobbys 😊

Was ist cool an TikTok und warum

Mir gefällt TikTok, weil es eine riesige Auswahl an Songs und Sounds hat (inklusive Comedy). Auf der sogenannten For You Page (Für dich Seite) kann man Videos von anderen Leuten anschauen (die ein öffentliches Konto haben). Wenn ich einen Sound sehe, der mir gefällt, speichere ich ihn sofort, damit ich ihn behalten kann.

Tipps, Tricks & Sicherheit

Ein Tipp von mir ist, dass man die TikToks, also die eigenen Videos, immer bei gutem Licht machen sollte. Sonst sieht das ziemlich halbschlau aus, am besten wäre es bei Sonne. Meine liebsten Portrait-Filter sind: S12, B8 & V4 (diese sind alle etwas blass mit leichtem Rosa). Ich finde V1 und V3 die besten Schwarz-Weiss-Filter (V3 geht eher in die Silbertöne und ist hell und V1 ist dunkel mit etwas Farbe drin). Ich mag es am liebsten slowmo-TikToks zu machen – bei diesen ist die Musik normal, das Video wird aber in Zeitlupe abgespielt.

Meine Eltern schauen mein Konto manchmal auch an. Manchmal ist das ziemlich nervig, aber mich nervt es jetzt auch nicht tierisch.

Selber habe ich auch schon darüber nachgedacht, dass es nicht nur liebe Leute auf dieser App gibt und darum auch mal jemand einen bösen Kommentar schreiben kann. Somit war ich auch einverstanden, als mein Papa und meine Mama gesagt haben, ich sollte ein privates Konto haben. Ich finde es so auch besser, weil ich jetzt bei allen, die mir eine Anfrage zum Folgen schicken und die ich nicht kenne, einfach nein sagen kann. Mir folgen nur meine Kolleginnen oder Leute, denen ich vertraue.

Meine Eltern schauen mein Konto manchmal auch an, etwa jede zweite Woche, manchmal auch nur einmal im Monat. Ihnen ist es wichtig, dass sie wissen, wer mir alles folgt und was ich für Videos mache. Manchmal ist das ziemlich nervig, aber mich nervt es jetzt auch nicht tierisch.

Einordnung der Redaktion: Was Eltern wissen sollten

Saras Bericht ist von 2019 und beschreibt ihre eigene Nutzung. Vier Punkte gehören aus heutiger Sicht dazu.

  • Altersgrenze 13 Jahre. TikTok darf laut den eigenen Nutzungsbedingungen erst ab 13 Jahren genutzt werden.[1] Dieselbe Grenze gilt bei Instagram, Snapchat und WhatsApp. Sie soll Kinder vor ungeeigneten Inhalten, unerwünschten Kontakten und problematischer Werbung schützen.[2] Sara war zehn, als sie diesen Bericht schrieb.
  • Begleiteter Modus. Mit dem «begleiteten Modus» (Family Pairing) verbindest du dein Konto mit dem deines Kindes. Damit lassen sich Zeitlimits setzen, die Sichtbarkeit des Kontos einstellen und Direktnachrichten regeln. Solche Einstellungen helfen, ersetzen aber keine Gespräche über Risiken.[2] Wie das bei den einzelnen Diensten aussieht, zeigt unser Plattform-Check für Eltern.
  • Reden schlägt kontrollieren. Saras Bericht zeigt, wie ein Gespräch wirkt: Sie hat dem privaten Konto selbst zugestimmt, weil sie den Grund verstanden hat. Ein Konto, das ein Kind mitträgt, ist stabiler als eine Einstellung, die es umgehen will.
  • Wenn etwas passiert. Böse Kommentare, Mobbing oder unangenehme Kontakte sind kein Grund, das Handy wegzunehmen, sondern einer, darüber zu reden. Kinder und Jugendliche erreichen die Beratung 147 rund um die Uhr, kostenlos und vertraulich; der Anruf erscheint nicht auf der Telefonrechnung.[3] Eltern bekommen bei der Pro Juventute Elternberatung ebenfalls rund um die Uhr und kostenlos Auskunft.[4]

Meine Zeit auf TikTok

Ich verbringe am Tag nicht so mega viel Zeit mit TikTok. Manchmal mache ich eins pro Tag, aber eher weniger, manchmal mache ich auch Videos mit Kolleginnen. Im Durchschnitt verbringe ich etwa 15 Minuten am Tag mit TikTok.

Wie viel Zeit angemessen ist, entscheidet ihr als Familie. Wie das ohne täglichen Streit gelingt, steht in unserem Text zur Bildschirmzeit ohne Streit.

Wie TikTok funktioniert und wie du das Konto deines Kindes sicher einrichtest, erklären wir Schritt für Schritt.

Quellen

  1. TikTok: Nutzungsbedingungen, Ziff. 4.3 Mindestalter (abgerufen am 24.08.2026)
  2. Jugend und Medien, nationale Plattform zur Förderung von Medienkompetenzen: Soziale Netzwerke – Altersfreigaben und Schutzmöglichkeiten (abgerufen am 24.08.2026)
  3. Pro Juventute: 147 – Beratung und Hilfe für Kinder und Jugendliche (abgerufen am 24.08.2026)
  4. Pro Juventute: Elternberatung (abgerufen am 24.08.2026)

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