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Handys beim Lernen? So setzt du Lern-Apps sinnvoll ein

Smartphone immer aus am Schreibtisch? Das muss nicht sein. Denn viele Apps helfen Kindern und Teenies beim Lernen und bieten die Möglichkeit, sich spielerisch Wissen anzueignen. Hier findest du nicht nur empfehlenswerte Lern-Apps für die Primarschule, Oberstufe und das Studium, sondern auch einen Elternleitfaden: Wie erkennst du gute Lern-Apps, wie schützt du dein Kind vor Werbung und In-App-Käufen – und wie wird aus «App-Zeit» echte Lernzeit?

Digitales Lernen leicht gemacht: Wir zeigen Ihnen die besten Lern-Apps. Bild: Imgorthand, Getty Images

So erkennen Eltern gute Lern-Apps 

Ob eine Lern-App wirklich hilft, zeigt sich weniger an bunten Animationen als an der Lernlogik dahinter. Wichtig ist: Die App soll deinem Kind das Verstehen erleichtern, dranzubleiben helfen und dich nicht mit versteckten Kosten oder fragwürdigem Tracking überraschen. Wenn du magst, nutze die folgende Checkliste beim Auswählen – oder nimm sie als Gesprächsgrundlage mit deinem Kind.

Didaktik – lernt mein Kind wirklich?

  • Klares Lernziel: Ist erkennbar, was genau geübt wird (z. B. Malreihen, Rechtschreibung, Wortschatz) – und passt das zur Schule?
  • Erklärt statt nur abfragt: Gibt es verständliche Beispiele, Hilfen oder kurze Erklärungen, wenn etwas nicht klappt?
  • Gutes Feedback: Bekommt dein Kind Rückmeldung, warum etwas falsch war – und wie es besser geht?
  • Fehlerkultur: Darf man Fehler machen, ohne «bestraft» zu werden (z. B. Abzugssysteme, Stress-Timer)?
  • Adaptivität: Passt die App den Schwierigkeitsgrad an (leichter/schwieriger), damit es weder überfordert noch langweilig wird?
  • Transfer in den Schulalltag: Unterstützt die App genau die Kompetenzen, die in der Schule gebraucht werden (z. B. Textverständnis, Grundrechenarten), und nicht nur Reaktionsgeschwindigkeit?

Datenschutz – welche Daten fliessen wohin?

  • Ohne Konto nutzbar: Kann dein Kind loslegen, ohne Login, E-Mail oder Telefonnummer?
  • Datensparsam: Fragt die App nur das ab, was fürs Lernen nötig ist (z. B. Fortschritt), und nicht Standort, Kontakte oder Werbe-ID?
  • Berechtigungen nachvollziehbar: Kamera/Mikrofon sind nur dann sinnvoll, wenn es wirklich gebraucht wird (z. B. Aussprachetraining). Sonst: deaktivieren.
  • Transparente Angaben: Sind Datenschutzhinweise verständlich auffindbar und nicht «versteckt»?
  • Tracking minimieren: Gerade bei kostenlosen Apps lohnt es sich, genau hinzuschauen, ob Nutzungsdaten für Werbung/Profilbildung verwendet werden.

Werbung & In-App-Käufe – wie schützt ihr euch?

  • Werbefrei ist ideal: Werbung unterbricht Lernen, lenkt ab und kann zu ungewollten Klicks führen.
  • In-App-Käufe klar erkennbar: Gibt es «Premium»-Inhalte oder Zusatzpakete – und wie deutlich wird das im Alltag?
  • Sichere Geräteeinstellungen: Aktiviere Kauf-Abfragen/Passwort, deaktiviere 1-Klick-Käufe und prüfe Familienfreigaben.
  • Gemeinsame Regel: «Kaufen/Installieren nur zusammen» ist oft wirksamer als reine technische Sperren.

Kostenmodelle – kostenlos, Abo, Schullizenz: was ist fair?

  • Kostenlos kann okay sein, wenn die App werbefrei ist oder transparent finanziert wird.
  • Abo lohnt sich nur, wenn dein Kind es wirklich nutzt (z. B. 3–4x pro Woche) und der Lernfortschritt erkennbar ist.
  • Schullizenz/Klassenlösung kann Vorteile haben (Datenschutz, didaktische Einbettung) – frag bei der Schule nach, ob es Empfehlungen oder Zugänge gibt.

Wenn dein Kind Probleme bei den Hausaufgaben hat, liegt es nicht zwingend am Fach – oft passt die Lernmethode nicht. Gerade in der Primarschule ist der Wechsel vom Spielen zum konzentrierten Üben eine Herausforderung. Lern-Apps können helfen, wenn sie gezielt eingesetzt werden: als Ergänzung, nicht als Ersatz für Erklärungen, gemeinsame Gespräche und echte Pausen.

Lern-App zuhause einführen: 4-Schritte-Routine

Damit eine App nicht zur reinen Bildschirmzeit wird, hilft eine kleine Routine. Sie nimmt Druck raus, schafft Verbindlichkeit und macht Fortschritte sichtbar.

Gemeinsam starten (10 Minuten), dann kurze Solo-Phasen

Starte beim ersten Mal gemeinsam: Du schaust zu, lässt dir zeigen, was das Kind anklickt, und stellst ein paar neugierige Fragen («Was passiert, wenn du das falsch beantwortest?»). Danach reichen kurze Solo-Phasen (z. B. 5–15 Minuten), je nach Alter und Konzentrationsspanne.

Lernziel vereinbaren 

Vereinbart ein konkretes, realistisches Ziel: eine Lektion, zehn Aufgaben, fünf Karteikarten – oder «bis der Timer klingelt». Das schützt vor endlosem Scrollen und hilft deinem Kind, Erfolg zu erleben.

Lernfortschritt sichtbar machen 

Nach jeder Einheit: 30 Sekunden Rückblick. Drei einfache Fragen genügen: «Was war heute leicht?», «Was war schwierig?», «Was übst du morgen weiter?». So wird aus Üben Lernen – und du merkst schnell, ob die App wirklich passt.

Bildschirmzeit & Pausen 

Kurze, fokussierte Einheiten mit echten Pausen funktionieren oft besser als lange Blöcke. Viele Familien fahren gut mit einer Pomodoro-Variante (z. B. 20–25 Minuten lernen, 5 Minuten Pause). Hilfreich ist auch: Benachrichtigungen aus, Flugmodus oder «Nicht stören», und das Handy nur für die Lern-App nutzen.

Wo finde ich in der Schweiz passende Inhalte?

Offizielle/nahe Quellen 

Wenn du Inhalte suchst, die nahe am Unterricht sind, lohnt sich der Blick auf Empfehlungen der Schule oder auf kantonale Angebote. Auch Lehrmittel-nahe Materialien können helfen, damit dein Kind genau das übt, was im Unterricht gerade Thema ist.

Kinderfreundliche Recherche

Für Vorträge, Projekte oder Sachthemen sind kindgerechte Informationsseiten oft besser als eine beliebige Websuche. Gemeinsam recherchieren, kurze Fragen notieren und Quellen vergleichen: Das ist nebenbei Medienkompetenz-Training.

Das sind die besten Lern-Apps für Kinder

Schon Vorschulkinder können mit den richtigen Lern-Apps Rechnen, Lesen und Schreiben lernen. Doch gerade bei jungen Schülern ist es wichtig, dem Alter entsprechende Apps auszuwählen, die sie nicht überfordern. Dasselbe gilt bei älteren Kindern in der Sekundar- oder Oberstufe, die von den Inhalten der Lern-Apps nicht unterfordert sein sollten.

Übringens: Aus pädagogischer Sicht spricht nichts gegen Lern-Apps, die Kindern dabei helfen, schulische Inhalte besser zu verstehen. Der Einsatz von digitalen Lehrmitteln befürwortet selbst die Interkantonalen Lehrmittelzentrale.

Welche Lern-Apps für Kindergartenkinder und Vorschule?

Warum diese Apps? Sie setzen auf spielerisches Kennenlernen von Buchstaben/Zahlen und sind für kurze Einheiten geeignet. Achte trotzdem darauf, dass dein Kind nicht «durchklickt», sondern laut benennt, nachspurt oder mitzählt – das verstärkt den Lerneffekt.

Datenschutz/Ads/Kosten: Gerade bei kostenlosen Kinder-Apps sind Werbung und In-App-Käufe ein Thema. Prüfe vorab, ob ein Login nötig ist, ob Werbung erscheint und ob Käufe möglich sind. Nutze Geräteeinstellungen (Kaufabfrage) und bleib am Anfang dabei.

Mini-Check: Werbefrei? • Login nötig? • In-App-Käufe? • Offline nutzbar?

Mit diesen Lern-Apps können Eltern ihre Kinder spielerisch auf die Schulzeit vorbereiten:

  • Die kostenlose «ABC Spiele»-App ist eine liebevoll gestaltete Lern-App, mit der Kleinkinder ab drei Jahren spielerisch das Alphabet lernen. Die Spiele sind in Rubriken aufgeteilt: «Wir lernen Wörter lesen» oder «Wir lernen Buchstaben schreiben» sind zwei tolle Spiele auf der Spiel ABC-App. 
  • Auch bei der kostenlosen App «Spiel ABC» mit Willi Wiberg geht es darum, das Alphabet spielerisch kennenzulernen. Willi hat dabei seine ganz eigenen Methoden: So verfügt er über einen Buchstabenzeichner oder zeigt den Kids seine Wortmaschine. 
  • Die Montessori App für Kinder ab vier Jahren ist eine kunterbunte, kostenlose Lern-App, welche Kindern den Umgang mit Buchstaben und Zahlen näher bringt. 

Mit persönlichen Daten richtig umgehen

Werbung oder unangemessene Inhalte sind immer Gefahren bei kostenlosen Apps, denn durch Werbeinhalte werden die Apps mitfinanziert. Auch besteht die Gefahr, dass die Links in den scheinbar kostenfreien Spielen auf weitere – wiederum kostenpflichtige – Spiele führen und dein Kind sich unbemerkt zum Kauf einer App verpflichtet. Achte auf einen hohen Datenschutzstandard und eventuelle In-App-Käufe. Setze dich mit den Apps auseinander. Sei bei der Installation dabei und erkläre deinem Kind, dass es sich bei Fragen jederzeit an dich wenden kann.

Lern-Apps für die Primarschule

Warum diese Apps? Sie decken zentrale Schulfächer ab oder fördern wichtige Grundlagen (z. B. Sprach-/Mathekompetenzen, logisches Denken). Für Primarschulkinder ist besonders wichtig, dass Erklärungen altersgerecht sind und das Üben nicht in Stress (Timer, Vergleiche) ausartet.

Datenschutz/Ads/Kosten: Achte darauf, ob die App werbefrei ist und ob ein Konto nötig ist. Prüfe ausserdem, ob es In-App-Käufe gibt und ob dein Kind auch offline üben kann (praktisch unterwegs, und weniger Ablenkung).

Mini-Check: Werbefrei? • Login nötig? • In-App-Käufe? • Offline nutzbar?

  • Über 100’000 Aufgaben, 200 Übungsanleitungen und Dutzende Erklär-Videos und Lernspiele gibt’s in der «Anton»-App. Sie ist kostenlos für Android und iOS verfügbar und gehört zu den beliebtesten Lern-Apps für Vorschule, Grundschule und Gymnasium. Ob Deutsch, Mathematik oder Biologie: Mit der Anton-App macht Lernen Spass. Ein wichtiger Pluspunkt: Die App ist werbefrei.
  • Diese Apps haben weniger mit den gewöhnlichen Schulfächern zu tun, steigern jedoch die Kreativität der Primarschulkinder: die Rede ist von den Apps Scratch und ScratchJr. Hiermit lernen Kinder beim Programmieren ihre eigenen interaktiven Geschichten und Spiele neue Fähigkeiten. Sie nutzen dabei Mathematik und Sprache in einem spielerischen Kontext und fördern dadurch die Entwicklung ihrer Rechen- und Lesefähigkeit. 

Lern-Apps für die Mittel- und Oberstufe 

Warum diese Apps? In der Oberstufe geht es oft um Effizienz: Vokabeln sitzen, Stoff wiederholen, Prüfungen vorbereiten – und dabei Motivation halten. Tools wie Sprachenlernen, Karteikarten und Fokus-Timer können helfen, wenn sie strukturiert genutzt werden (kurz, regelmässig, mit Pausen).

Datenschutz/Ads/Kosten: Prüfe besonders bei Accounts (Login) und Community-Funktionen, welche Daten hinterlegt werden müssen. Bei Gratis-Apps: genau hinschauen, ob Werbung oder kostenpflichtige Upgrades das Lernen ständig unterbrechen.

Mini-Check: Werbefrei? • Login nötig? • In-App-Käufe? • Offline nutzbar?

  • Die kostenlose Duolingo-App hat schon mehrere Auszeichnungen als beste kostenlose Sprachlern-App erhalten. Mit Duolingo lernen Teenies in der Oberstufe strukturiert und professionell eine neue Sprache oder verbessern ihre Kenntnisse in Englisch, Italienisch, Französisch oder Spanisch.
  • Karteikarten sind ein gutes Tool für effizientes Lernen, gerade wenn es um Fremdsprachen geht. Deshalb dreht sich bei der Quizlet-App (fast) alles um Karteikärtchen. In der App können Kinder bestehende Lernsets zu allen möglichen Themen verwenden oder neue Sets selbst zusammenstellen. So kann sich dein Kind zielgerichtet auf die nächste Prüfung vorbereiten. Der Download der App ist kostenlos im App Store oder bei Google Play erhältlich.
  • Fokussiert lernen geht nur, wenn auch Pausen eingelegt werden. Die «Tide» App sorgt dafür, dass Schüler im aufregenden Schulalltag einen Ausgleich finden.  Wer nach der sogenannten Pomodoro-Technik lernt (25 Minuten fokussiert arbeiten, 5 Minuten Pause), hat mit der kostenlosen «Tide» App eine grosse Auswahl an beruhigenden Soundeffekten – die übrigens auch für Meditationen oder bei Schlafstörungen geeignet ist. 

Lern-Apps fürs Studium

Warum diese Apps? Im Studium geht es häufig um Selbstorganisation, Wiederholen grosser Stoffmengen und das strukturierte Aufbereiten von Inhalten. Mathe-Training, Mindmaps und Sprachenlernen sind typische «Hebel», die vielen Studierenden helfen können – vor allem, wenn sie regelmässig in kleinen Portionen genutzt werden.

Datenschutz/Ads/Kosten: Viele Tools setzen auf Accounts, Cloud-Speicherung oder Community-Funktionen. Prüfe, ob du Inhalte offline speichern kannst, und ob ein Abo nötig wird, sobald du die App intensiver nutzt.

Mini-Check: Werbefrei? • Login nötig? • In-App-Käufe? • Offline nutzbar?

  • In der kostenlosen «Massmatics»-App dreht sich alles um Mathematik für Studenten. Egal ob Betriebsökonomie, Maschinenbau oder Psychologie: Mit Massmatics können Studenten fast aller Studiengänge ihre Mathematikkenntnisse verbessern. 
  • Planungssicherheit und ein strukturiertes Denken sind das A und O im Studium. Die App «Mindly» hilft Usern, ihre Gedanken, Notizen und Projekte zu organisieren und eignet sich bestens fürs Brainstorming und das Erstelen von Mind Maps in der Gruppe. 
  • Neue Sprachen zu lernen fällt nicht allen leicht. Die «Memrise»-App verschafft Abhilfe. Ob Englisch, Spanisch oder Chinesisch: Die Lektionen werden mit Videos von Muttersprachlern geschmückt, sodass die Benutzer alltägliche Sätze aus erster Hand erlernen! 

Die besten Lernplattformen

Neben den praktischen Apps gibt es auch verschiedene Lernplattformen im Internet, welche Kinder beim Lernen unterstützen. Mit mehreren Tausend spannenden Erklär-Videos, interaktiven Übungen und Vorlagen für Klassenarbeiten unterstützt die Seite «Learnattack» Schulkinder von der 4. Klasse bis zum Schulabschluss beim erfolgreichen Lernen.
Für Studenten ist die Lernplattform Studysmarter eine gute Wahl. Auf «Studysmarter» können Studenten ihre eigenen Zusammenfassungen erfassen und diese mit der Community teilen.

Wie sinnvoll sind Lern-Apps?

Kinder und Studierende lernen unterschiedlich. Entscheidend ist, dass dein Kind eine Lernform findet, die zu ihm passt und die es über längere Zeit durchhalten kann. Lern-Apps können dabei unterstützen, weil sie kleine Lerneinheiten ermöglichen und direkt Feedback geben. Am besten funktionieren sie, wenn sie in den Alltag eingebettet sind: mit klaren Zielen, kurzen Pausen und einem kurzen Gespräch darüber, was wirklich hängen geblieben ist.

Wichtig ist auch ein realistischer Blick: Eine App ersetzt keine gute Erklärung durch Lehrer:in, Eltern oder Nachhilfe – sie kann aber Üben vereinfachen, Wiederholungen attraktiver machen und Selbstvertrauen aufbauen («Ich kann das doch!»).

Nützliche Funktionen, die Eltern kennen sollten

Gerade, wenn dein Kind sein erstes Smartphone hat, können technische Hilfsmittel wie Einkaufssperren oder Zeitbeschränkungen für Eltern hilfreich sein. So behältst du den Medienkonsum im Blick und reduzierst das Risiko, dass dein Kind auf unangebrachte Inhalte zugreift oder aus Versehen Geld ausgibt.

Bevor du jedoch Sperren oder Beschränkungen auf dem Handy deines Kindes einrichtest, sprich mit ihm. Erkläre, welche Funktionen du kontrollierst und weshalb. Vertrauen gehört zu den wichtigsten Hilfsmitteln für eine gesunde Mediennutzung – und klare Regeln sind leichter einzuhalten, wenn dein Kind sie versteht.

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