Drei weitere Lebensaufgaben: Liebe, Spiritualität und ich mit mir

Die Liebe

Wohl keine Lebensaufgabe fordert uns so sehr wie die der Liebe. Die einen träumen von der romantischen Liebe, vom Gemeinsam-Alt-Werden. Manchen scheint ebendies zu gelingen, im Guten wie im Schlechten. Andere leiden, weil die Liebe ausbleibt oder abhanden gekommen ist. Uns allen aber ist gemeinsam: Wir wollen geliebt werden und Liebe schenken. Und wenn uns die Liebe – eine Lebensaufgabe für zwei – gelingt, dann ist unser Glück vollkommen.

Um die Liebe geht es auch im Interview mit der Paartherapeutin und Buchautorin - von «Lieben ein Leben lang» - Elisabeth Schlumpf

Video: SRF, Aeschbacher vom 2.10.2008

Zwei weitere Lebensaufgaben: Spiritualität & ich mit mir

Rudolf Dreikurs ergänzte die drei Lebensaufgaben um zwei weitere: Die Spiritualität und die Beziehung des Menschen zu sich selbst. Diese zwei Lebensaufgaben sind in fast jeder Lebensphase von Bedeutung. Gelingt es sich diesen zu stellen, können sie im Alter wichtige Ressourcen sein um einen persönlichen Weg zu gehen.

Spiritualität im Alter: www.psychotherapie-im-alter.de

 

Die von Dreikurs genannten Lebensaufgaben Spiritualität und «ich mit mir» können im hohen Alter, zu einem goldenen Schlüssel werden. Denn die Arbeit fällt am Ende des Lebens weg. Das soziale Netz der Gemeinschaft, in der man sich bewegt, wird kleiner. Die Liebe geht zwar über den Tod hinaus und doch ist auch diese, verkörpert als geliebter Mensch, endlich. Deshalb stellen sich folgende Fragen:

Was ist meine Motivation? Wie bin ich in Kontakt mit mir? Wie gehe ich mit meinen Ängsten, Sorgen, mit meinem Ärger und dem Gefühl von Hilflosigkeit um? Kann ich vertrauen? In was vertraue ich? Wie nehme ich mich selbst wahr, meinen Körper? Habe ich einen liebevollen, ermutigenden Umgang mit mir selbst? Fühle ich mich physisch und psychisch genährt? Wie halte ich mich in der Balance? Kenne ich meine Grenzen und kann ich für mich einstehen? Kenne ich meine Bedürfnisse und kann sie verbalisieren? Bin ich präsent? Fühle ich mich aufgehoben in einem grossen Ganzen? Hat mein Leben Sinn, kann ich sinngebend denken und handeln? Gebe ich meiner Liebe Ausdruck? Was gibt mir Kraft, wie und wo tanke ich auf?

Dieser Lernprozess ist niemals abgeschlossen. Doch sind wir uns dessen bewusst und achtsam mit uns selbst unterwegs, dann sind wir für jeden Menschen, jung oder alt, ein echtes Gegenüber, ein guter Gesprächspartner, ein Begleiter/eine Begleiterin auf dem Weg, auch uns selbst.

Text: Mar Wieland

Mar Wieland ist psychologische Beraterin.Mar Wieland ist seit 2006 als Individualpsychologische Beraterin tätig. Sie ist Mitglied der SGIPA (Schweizerischen Gesellschaft für Individualpsychologie nach Alfred Adler) und der SGfB (Schweizerische Gesellschaft für Beratung). Im Zürcher Seefeld bietet sie unter anderem Erziehungsberatungen und Beratungen bei Burnout an. Zuvor arbeitete sie als Mittelstufenklassenlehrerin in Zürich und im Kanton Aargau.

Mehr über Mar Wieland erfahren Sie auf ihrer Webseite unter www.wieweiter.com

 

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