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Fremdsprachen lernen bringt Vorteile im Alter

Fremdsprachen zu lernen wirkt sich positiv auf die geistige Leistungsfähigkeit aus. Wer mehrere Sprachen spricht, scheint sich auch im Alter eine gut funktionierende Gedächtnisleistung erhalten zu können. Das ergab eine israelische Studie an über 800 Senioren.

Wer Sprachen lernt, bleibt geistig fit im Alter.

Fremdsprachen zu lernen hält im Alter besonders fit. Foto: iStock, Thinkstock

Die Studie wurde von der Neuropsychologin Gitit Kave und ihren Kollegen vom Herczeg Institute on Aging in Tel Aviv durchgeführt.

Sie befragten 814 Senioren im Alter von 75 bis 95 Jahren zu ihrem Fremdsprachenschatz sowie zu ihrem Bildungsstand. Die erste Befragung wurde 1989 durchgeführt und im Lauf der nächsten 12 Jahre nochmals dreimal wiederholt.

Je mehr Sprachen desto besser

Anhand der Ergebnisse ihrer Befragungen konnten die Forscher feststellen, dass die Kenntnis mehrerer Fremdsprachen tatsächlich eine positive Auswirkung auf die Gedächtnisfähigkeit im Alter hat. Wer im Laufe seines Lebens Fremdsprachen erlernt hatte, war im Alter häufig geistig fitter als solche, die nur ihre eigene Muttersprache beherrschten.

Weiterhin fanden die Forscher einen Zusammenhang zwischen der Anzahl erlernter Sprachen und den geistigen Fähigkeiten im Alter. Bei den befragten Senioren zeigte sich, dass diejenigen am leistungsfähigsten waren, welche die meisten Fremdsprachen beherrschten. Die Mehrsprachigen schnitten aber nicht nur bei der Gedächtnisleistung besser ab als die Probanden ohne Erfahrungen mit Fremdsprachen. Sie zeigten ausserdem bessere Leistungen in der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung sowie der Lernfähigkeit, und auch das Abstraktions- und Erinnerungsvermögen war besser.

Die Forscher stellten bei den Befragungen ebenfalls fest, dass das Lernen anderer Sprachen die Erhaltung geistiger Fähigkeiten sogar mehr begünstigt als Bildung im Allgemeinen.

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Eine gute Ausbildung verhilft zwar zur besseren geistigen Leistung im Alter, aber die Mehrsprachigkeit wirkt sich noch wesentlich effektiver auf die kognitiven Fähigkeiten aus. Zu diesem Ergebnis kamen Gitit Kave und ihre Kollegen, da es sich im Laufe der Studie zeigte, das die Mehrsprachigkeit auch den weniger gut ausgebildeten Senioren zu geistiger Fitness verhalf.

Aktivitäten und geistige Auseinandersetzung für die Hirnfitness

Andere Experten bestätigen die Erkenntnisse der israelischen Forschungsgruppe. Sie verweisen ausserdem darauf, dass dies auch Ergebnisse anderer Untersuchungen bestätigen würden. Bereits frühere Studien haben gezeigt, dass kulturelle und soziale Aktivitäten oder die Beschäftigung mit Naturwissenschaften, die Sprach- und Gedächtnisleistung bis ins hohe Alter erhalten.

Das Fazit der israelischen Forscher um die Neuropsychologin Gitit Kave zu ihrer Studie: Es gibt keine absolut sicheren Möglichkeiten den Alterungsprozess des Gehirns zu stoppen. Jegliches Lernen sowie die soziale Beschäftigung ist ein gutes Gegenmittel, um sich auch im hohen Alter die geistige Fitness zu erhalten. Das Erlernen mehrerer Fremdsprachen scheint dabei für das Gehirn die effektivste Beschäftigung zu sein.

Quelle: Sprechzimmer

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